Terminkalender stört den FCB-Sportvorstand

Sammer: "Möchte da kein Drama draus machen, aber ..."

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Unzufrieden mit der Terminierung der Spiele seines FC Bayern: Matthias Sammer.

München - Trotz aller Freude über das souveräne Weiterkommen im DFB-Pokal in Wolfsburg, schlägt FCB-Sportvorstand Matthias Sammer sich an einer Sache: Dem Terminkalender.

Selbst ihren sonst gerne mal mahnenden Sportvorstand hatten die Stars des FC Bayern mit ihrer ersten Halbzeit in Wolfsburg vollends überzeugt. „Das war außergewöhnlich“, meinte Matthias Sammer anerkennend. Doch Sammer wäre nicht Sammer, wenn er nicht auch am Dienstagabend ein Anliegen gehabt hätte, das ihn nicht hundertprozentig zufriedenstellt. Im Fokus diesmal: Der Trubel im Terminkalender des Rekordmeisters.

Zwei Tage dürfen die Münchner jetzt durchpusten, schon am Freitag (20.30 Uhr, Sky) steht bei Eintracht Frankfurt die nächste Begegnung auf dem Programm – aus Sicht des 48-Jährigen einen Tag zu früh. „Freitagabend spielen wir schon wieder in der Bundesliga. Ob das so glücklich ist? Darüber kann man auch reden“, stellte er die Frage in den Raum, ehe er sie umgehend selbst beantwortete: „Ich glaube, dass es sehr, sehr unglücklich ist bei dem Pensum, das wir haben. Das ist schon extrem.“ Ein Seitenhieb also in Richtung DFL, die den Münchnern durch die Terminierung das dritte Spiel in sieben Tagen beschert. Philipp Lahm sieht es ähnlich. „Kürzer als Samstag, Dienstag, Freitag geht der Rhythmus nicht. Uns allen wäre das Spiel in Frankfurt am Samstag lieber gewesen, dann hätten wir einen Tag mehr Pause gehabt“, erklärte der Kapitän. Von Jammern wollte Sammer („Wir nehmen es an, wir sind der FC Bayern“) zwar nichts wissen, aber dennoch ließ ihn die Thematik nicht los. „Ich möchte da kein Drama draus machen“, legte der Sportvorstand noch einmal nach, „aber es ist schon verwunderlich. Wenn man pausenlos international spielt, dann hätte man auch Samstag oder Sonntag spielen können. Aber egal.“

Ist Sammer etwa auf der Suche nach einem Alibi, sollte es bei den Bayern bald nicht mehr so rundlaufen? Wohl nicht, eher sorgt er sich um die Fitness der Stars. „Jetzt stehen wir hier und alles ist prima. Aber dazu brauchst du auch diese Spieler. Schauen Sie, was die Spieler für ein Pensum gehen. Wir haben wenig Regenerationszeit. Und wenn die nicht ausreicht und Spieler ausfallen, dann bist du machtlos“, befürchtet er. Die Worte von Lahm dürften daher wie Balsam für seine Seele geklungen haben. „Die Mannschaft kann das wegstecken“, versicherte der.

Zudem lichtet sich das Lazarett der Roten fast täglich, in Wolfsburg saß neben Arjen Robben erstmals auch wieder Medhi Benatia nach zwei Monaten Verletzungspause wieder auf der Bank. Den Luxus, einen Spieler wie den Holländer als Joker bringen zu können, haben nicht viele Trainer. Und, was für Sammer noch viel wichtiger ist: Die Spieler brennen, jeder will seinen Teil zum Erfolg beitragen. „Dass sie diese Bereitschaft mitbringen – das ist das Entscheidende, wenn uns schon kein Tag Pause mehr gegönnt wird“, ist der Sportvorstand der Roten optimistisch, der Eintracht auch nach nur zwei Ruhetagen gewachsen zu sein.

sw

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