JVA Landsberg greift durch

Maulkorb! Hoeneß-Wärtern droht Kündigung

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Ihren Angestellten drohte Chefin Monika Groß (64) mit Kündigung.

Landsberg - Die Leiterin der JVA Landsberg, in der Uli Hoeneß seine Haftstrafe verbüßt, erteilte ihren 300 Bediensteten einen offiziellen Maulkorb und drohte bei Verstößen mit konkreten Konsequenzen!

Der Knast ist eine eigene Welt. Betonmauern und Stacheldraht begrenzen das Gefängnis, Zellentüren aus Stahl schließen die Häftlinge ein. Seit dem 2. Juni sitzt auch Uli Hoeneß (62) hinter Gittern – trotzdem erfuhr die tz Details zu seinen ungewöhnlichen Haftbedingungen.

Wie sehr die JVA Landsberg zu verhindern versuchte, dass persönliche Haftdetails nach außen dringen, zeigt sich erst jetzt. Denn Leiterin Monika Groß (64) erteilte ihren 300 Bediensteten nach tz-Informationen einen offiziellen Maulkorb und drohte bei Verstößen mit konkreten Konsequenzen!

So will sich die JVA-Chefin absichern! Denn bereits wegen des öffentlichen Knastrundgangs Ende März kritisierte Hoeneß selbst die JVA Landsberg, seine Privat­ssphäre werde nicht geschützt, und wollte nach Landshut verlegt werden. Damit scheiterte er! Ein Insider erzählte der tz exklusiv, dass Hoeneß noch immer auf der Krankenstation untergebracht ist. Im September wird der Ex-Bayern-Boss wohl als Freigänger in die Außenstelle nach Rothenfeld verlegt (tz berichtete).

Wegen Uli Hoeneß (62) ermahnte die JVA ihre 300 Bediensteten zur strengen Verschwiegenheit.

Werden Hoeneß etwa tatsächlich Sonderrechte gewährt? Details zu seinen Haftbedingungen gibt die JVA grundsätzlich nicht bekannt. Das Justizministerium bestätigte jetzt den Maulkorb! Konkret wurden die Wärter „vorsorglich bei mehreren Gelegenheiten, insbesondere bei der turnusmäßigen halbjährlichen Dienstbesprechung am 1. April 2014“ nochmals „an ihre Verschwiegenheitspflicht erinnert“, sagt Ulrike Roider. Weiter erklärt die Sprecherin: Um der Ermahnung an die Beamten „den gebotenen Nachdruck zu verleihen, wurde auf die arbeits-, dienst- und strafrechtlichen Folgen etwaiger Verstöße gegen die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit ausdrücklich hingewiesen“. Im Klartext: Plaudern Bedienstete öffentlich über die Hoeneß-Haft, müssen sie mit harten Konsequenzen rechnen (siehe links). Roider: „Die Bediensteten wurden unter anderem auch darauf hingewiesen, dass in diesem Zusammenhang je nach Art des Verstoßes auch der Verlust des Arbeitsplatzes drohen kann.“

Der Maulkorb für die Hoeneß-Wärter! Es ist ein Beleg, dass prominente Häftlinge ein Problem für die JVA darstellen. Denn nun stehen selbst die Bediensteten unter Druck!

Wann droht Wärtern der Knast?

Wärter verlassen die Schleuse am Südtor der JVA Landsberg.

Dass JVA-Bedienstete selbst kriminell werden, ist selten – kommt aber vor. Im Januar wurde Knast-Psychologin Kerstin S. (50) wegen Bestechlichkeit verurteilt – sie schmuggelte Handys in den Knast und hatte Sex mit Häftlingen. Ulrike V. (25) verliebte sich sogar – und wurde supendiert! Das droht auch Bediensteten, die sich nicht an die Verschwiegenheitspflicht halten. „Die Ahndung von Dienstvergehen erfolgt im Rahmen des Disziplinarrechts“, sagt Justizsprecherin Ulrike Roider. Besteht ein Verdacht, leitet Anstaltsleiterin Monika Groß (64) ein Ermittlungsverfahren ein. Beamten drohen Verweis, Geldbuße, Gehaltskürzung, eine Zurückstufung oder die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis. Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht können aber auch strafrechtlich verfolgt werden!

A. Thieme

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