26-Millionen-Euro-Mann

Ist ER das erste Ancelotti-Opfer beim FCB?

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Medhi Banatia beobachtet das Bayern-Training aus der Ferne. Mal wieder muss der Marokkaner wegen einer Muskelverletzung aussetzten.

München - 2014 gaben die Bayern 26 Millionen Euro für Medhi Benatia aus, doch so richtig ist der Marokkaner in München noch nicht angekommen.

Im Sommer 2014 kam Pep Guardiola auf die Verantwortlichen des FC Bayern zu und forderte für die Innenverteidigung Verstärkung. Aufgrund der hohen Verletzungsanfälligkeit von Holger Badstuber und Javi Martinez brauche man neben Jerome Boateng noch einen weiteren starken Verteidiger. Schnell war der geeignete Spieler gefunden: Medhi Benatia vom AS Rom. Der Marokkaner hatte durch eine sehr starke Saison in Italien auf sich aufmerksam gemacht - bei den Römern war er unangefochtener Stammspieler und konnte in der Spielzeit 2013/2014 sogar fünf Tore erzielen. Die Münchner Verantwortlichen um Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer kamen dem Wunsch von Pep Guardiola nach und verpflichteten Benatia für 26 Millionen Euro.

Medhi Benatia beim FC Bayern: der Dauerpatient

Doch auch nach anderthalb Jahren scheint der 28-Jährige in München noch immer nicht richtig angekommen zu sein. Seit seiner Ankunft hat er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Einen längeren Zeitraum, in dem Benatia fit war und konstant sein offensichtlich vorhandenes Potenzial abrufen konnte, sucht man vergeblich. Laut dem Kicker hat Benatia in der Saison 2014/2015 gerade mal 47 Prozent aller Pflichtspiele für die Bayern absolviert - in dieser Saison sind es sogar nur 37 Prozent. Zur Zeit laboriert Benatia wieder einmal an einer Muskelverletzung - seine insgesamt achte Verletzungspause bei den Bayern. Damit verpasste er wie auch schon die Saison zuvor den Jahresabschluss der Bayern. Für ihn steht nun in der Winterpause mal wieder Aufbautraining anstatt Regeneration auf dem Programm.

Diese Spieler stehen bei Bayern auf der Streichliste

Benatia: "Ich verzweifele nicht"

Der Verteidiger selbst gibt sich indes trotz seines häufigen verletzungsbedingten Fehlens kämpferisch. "Es gibt solche Perioden. Aber ich verzweifele nicht. Es gibt Spieler, die sind neun Monate am Stück verletzt, die sich das Bein brechen. Es geht immer noch schlimmer, deshalb will ich mich nicht beschweren", sagte der 28-Jährige dem Kicker.

Der Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft räumt ein, dass "es natürlich nervt, dass ich mich jedes Mal neu verletze. Aber ich muss damit klarkommen". Fest steht: Benatia ist seit seinem Wechsel vom AS Rom zu den Münchnern vom Verletzungspech verfolgt und konnte daher noch nicht den Beweis antreten, den Bayern über einen längeren Zeitraum weiterzuhelfen. Sein Vertrag an der Isar ist noch bis 2019 datiert und im Umfeld der Roten gibt man sich zwecks der Personalie Benatia noch bedeckt.

Der Geduldsfaden der Bayern-Verantwortlichen dürfte dennoch mit jeder weiteren Verletzungspause kürzer und kürzer werden. Hinzu kommt, dass man mit Holger Badstuber bereits einen Dauerpatienten in der Innenverteidigung hat - mit der Verpflichtung Benatias hoffte man, endlich einen adäquaten Ersatz geholt zu haben. Bisher ist jedoch das Gegenteil eingetreten. 

Nach Pep-Abgang: Was wird aus Benatia?

Der Abgang von Pep Guardiola spielt dem 1,90 Meter großem Abwehrspieler auch nicht unbedingt in die Karten. Einer seiner stärksten Befürworter wäre dann bei einem anderen Verein. Als Wunschspieler von Guardiola könnte sich seine Rolle unter dem zukünftigen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti ändern. Ob er denn noch das Vertrauen der Bayern-Verantwortlichen spüre, wurde Benatia nach seiner erneuten Muskelverletzung gefragt. "Das muss man sie fragen", gab er als Antwort. "Sie kennen die Arbeit, die ich mache, um Verletzungen zu vermeiden. Wir unternehmen große Anstrengungen, um Blessuren vorzubeugen. Unglücklicherweise passieren sie trotzdem, aber ich denke, ich bin nicht der Einzige im Kader, der sich verletzt. Wie Carlo Ancelotti mit dem Marokkaner plant, ist noch unklar - genauso unklar wie seine Zukunft beim FC Bayern. Auch unter dem neuen Trainer wird Benatia die Möglichkeit haben, sich zu beweisen. Doch die Uhr tickt.
kus/dpa

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