Hoeneß: „Robben soll über rechts spielen“

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Arjen Robben verstärkt die Bayern

München - Medizin-Check am Freitagvormittag, Unterschrift kurz danach, erster Einsatz vielleicht schon am Samstag: Jetzt bestätigt auch Uli Hoeneß den Blitz-Transfer von Arjen Robben, den die tz exklusiv vorab vermeldet hatte.

Nach dem Fehlstart in der Bundesliga soll der niederländische Nationalspieler Arjen Robben seinem Landsmann Louis van Gaal und dem FC Bayern München aus der Klemme helfen. Der 25 Jahre alte Flügelflitzer von Real Madrid soll an diesem Freitag einen Vierjahresvertrag beim deutschen Fußball-Rekordmeister unterschreiben und gleich zum Blitz-Debüt gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg durchstarten. “Vielleicht, wenn alles klappt, wird Arjen Robben schon am Samstag für uns spielen, zusammen mit Franck Ribéry, der auch wahrscheinlich wieder einsatzfähig ist. Das wäre eine ziemlich große Motivation fürs Team“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Gleich nach seiner Ankunft am späten Donnerstag in München wurden die Schritte zur medizinischen Untersuchung des Offensivspielers eingeleitet. Der verletzungsanfällige Robben muss praktisch nur noch den Medizin-Check meistern. “Er wird heute Nacht oder im Laufe des morgigen Vormittags untersucht“, erläuterte Hoeneß. In den Verhandlungen müssen lediglich ein paar Detail-Fragen geklärt werden. “Im Großen und Ganzen ist vieles vorbesprochen“, sagte der Manager und mit Real Madrid sind gar “alle Einzelheiten geklärt“.

Real und Bayern sollen sich Medienberichten zu Folge auf eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro verständigt haben. Robben sagte vor seiner Abreise aus Madrid dem spanischen Radiosender Cadena SER: “Ich wollte nicht weggehen (von Real). Aber der Club will mich verkaufen. Ich muss auch an mich denken. Ich möchte spielen und auf dem Platz zeigen, was ich kann.“ Der 43-malige Auswahlspieler will auch bei der WM 2010 in Südafrika für sein Land auf dem Flügel wirbeln.

“Robben ist einer der besten offensiven Mittelfeldspieler in Europa“, schwärmte Hoeneß. Mit dem auch von Manchester United umworbenen Spieler würden die Einkaufskosten der Münchner auf geschätzte 75 Millionen Euro für sieben Neuzugänge ansteigen. Vor zwei Jahren hatte der FC Bayern ähnlich viel Geld für Franck Ribéry, Luca Toni, Miroslav Klose & Co. ausgegeben. Mit dem Last-Minute-Deal reagieren die Münchner auf den schlechtesten Bundesliga-Auftakt seit 43 Jahren mit nur zwei Punkte aus drei Spielen.

Champions League: Die Bayern-Gegner im Porträt

Der FC Bayern München mit Trainer Louis van Gaal (Foto) trifft in der Gruppe A der Champions League auf Juventus Turin, Girondins Bordeaux und Maccabi Haifa. Die Gegner im Porträt. © Getty
JUVENTUS TURIN: „Der schwerste Gegner“, findet Bayern-Kapitän Mark van Bommel. © Getty
Schon zum dritten Mal seit 2004 treffen die Bayern in der Gruppenphase auf den 27-maligen italienischen Meister. In der Saison 2004/05 gab es für Michael Ballack & Co. zwei 0:1-Niederlagen. © Getty
In der Spielzeit darauf wenigstens im Heimspiel einen 2:1-Sieg (auswärts 1:2). © Getty
Es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit dem Ex-Münchner Hasan Salihamidzic. © Getty
Bayern trifft vor allem auch auf den Brasilianer Diego, der im Sommer für 25 Millionen Euro von Werder Bremen nach Turin wechselte. © Getty
Dessen Landsmann Felipe Melo kam aus Florenz. © Getty
Trainer ist Claudio Ranieri. © Getty
Zudem kam der fast 36-jährige Abwehr- Routinier Fabio Cannavaro von Real Madrid zurück. Auch die Bayern sollen vergangene Saison an ihm interessiert gewesen sein. © Getty
Rückhalt ist Weltmeister Gianluigi Buffon im Tor. © Getty
GIRONDINS BORDEAUX: Bei Girondins Bordeaux denken alle Bayern-Fans zunächst zurück an 1996 (Foto: Thomas Helmer). © Getty
Damals holte der deutsche Rekordmeister gegen den aktuellen französischen Meister den UEFA-Pokal. © Getty
Mit Oliver Kahn (nicht im Bild), Lothar Matthäus (Mitte) und dem letztjährigen Coach Jürgen Klinsmann (links) gewannen die Bayern beide Endspiele mit 2:0 und 3:1. © Getty
Trainer damals: Franz Beckenbauer © Getty
Mit Trainer Laurent Blanc, dem Weltmeister von 1998, beendete Bordeaux in der letzten Saison die Dominanz von Olympique Lyon in der Ligue 1. © Getty
Bordeaux ist mit drei Siegen (Foto vom Spiel gegen Sochaux am 15. August) optimal in die Saison gestartet. © AP
Stars sind Spielmacher Yoann Gourcuff (l.) und Torjäger Marouane Chamakh (r.). © AP
MACCABI HAIFA: Die Israelis verhinderten den Einzug von Red Bull Salzburg mit dem ehemaligen Bundesliga-Trainer Huub Stevens, Ex-Bayern-Stürmer Alexander Zickler und Top-Torjäger Marc Janko (hinten im Zweikampf gegen Haifas Tsepo Masilela) in die Champions League. © AP
Trainer Elisha Levi (51) ist in seiner zweiten Saison bei Haifa erst der dritte Trainer, der eine israelische Mannschaft in die Gruppenphase führte. Er sprach danach von “einem historischen Moment“. © AP
Vladimer Dvalishvili, Eyal Golasa (rechts) und Mohammad Ghadir erzielten beim 3:0-Rückspielsieg die Treffer gegen Salzburg. © Getty
Der Verein gehört mit elf Meistertiteln und fünf Pokalsiegen zu den erfolgreichsten Israels. 2002/2003 (Foto) schaffte Haifa als erstes israelisches Team den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase. © Getty
Ein gutes Omen vielleicht: Auch 2004/05 begannen die Bayern mit einem Auswärtsspiel in Israel bei Maccabi Tel Aviv. Trainer damals: Felix Magath. © Getty
Sie siegten damals durch einen Elfmeter-Treffer von Roy Makaay mit 1:0. © Getty
Die Spieler von Maccabi Haifa sind die großen Unbekannten der Bayern-Gruppe - aber das Team von Louis van Gaal wird hochkonzentriert agieren müssen, um gegen die kampfstarke Truppe sechs Punkte zu holen. © Getty

Trotz der zum Teil eklatanten Schwächen zum Saisonstart in der Defensive reagieren die Münchner aber nun in der Offensive mit einem Linksaußen. “In der Defensive hatten wir nie vor etwas zu tun“, sagte Hoeneß. Die Verpflichtung von Robben hat van Gaal eine Systemumstellung auf das von ihm bevorzugte 4-3-3 ermöglicht. Dieses System praktizierten die Münchner im Ansatz schon am Mittwochabend beim 3:1-Testspielerfolg auswärts gegen Union Berlin, bei dem Ivica Olic, Breno und Edson Braafheid die Treffer erzielten.

Der wegen seiner vielen Verletzungen in Spanien als “gläserner Fußballer“ titulierte Robben, der 2007 für 36 Millionen Euro vom FC Chelsea nach Madrid gewechselt war und dort noch einen Vertrag bis 2012 hat, ist ein Spieler nach dem Geschmack von van Gaal. Sollte der 58 Jahre alte Coach zu einem 4-3-3-System wechseln, würde der Konkurrenzkampf in der Angriffsspitze zwischen Mario Gomez, Miroslav Klose und Luca Toni wohl noch härter werden, weil in dieser Taktikformation nur ein zentraler Angreifer gebraucht würde. Er könnte aber auch mit einer Flügelzange und zwei Angreifern in einem 4-4-2 agieren. “Arjen ist ein Spieler, den wir über rechts spielen lassen“, verriet nämlich Hoeneß. Franck Ribéry könnte dann auf seiner bevorzugten linken Seite das Gegenstück bilden.

Robben wäre nach Edson Braafheid und Mark van Bommel, den die Münchner 2006 ebenfalls nach einem mäßigen Saisonstart kurz vor Ende der Transferperiode vom FC Barcelona verpflichtet hatten, der dritte Niederländer im großen Bayern-Kader. Zu möglichen weiteren Transfer- Aktivitäten bis zum Ablauf der Frist am kommenden Montag sagte Hoeneß: “Im Moment haben wir keine Absichten. Vor drei oder vier Tagen hätte ich aber auch nicht gedacht, dass Arjen Robben nach München kommt.“

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