So denkt er über den FCB und den DFB

Ballack im Interview: "Jammern auf hohem Niveau"

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Ex-Kapitän Michael Ballack: "Die Quali ist unangenehm – aber da muss man durch"

München - 2012 hat Michael Ballack seine Karriere beendet. Heute ist er als TV-Experte in den USA tätig. Im Interview spricht der 38-Jährige über Nationalmannschaft und FC Bayern.

Herr Ballack, sind Sie überrascht von der Berliner Finalpaarung in der Champions League?

Michael Ballack: Bei Barcelona mit dem Kader und der Form nicht. Dass mal wieder eine italienische Mannschaft im Finale steht, ist vielleicht ein bisschen überraschend. Aber Juve ist bekannt als unbequeme Mannschaft, die sich in den letzten Jahren punktuell verstärkt hat.

Die Bayern haben statt des Triples nur die Meisterschaft geholt. Ist die Kritik daran zu hart?

Michael Ballack: Das ist Jammern auf hohem Niveau. Man sollte die Kirche im Dorf lassen, zumal sie in der Champions League an einem sehr, sehr guten Gegner gescheitert sind, wenn nicht dem Topfavoriten. Es tut aber manchmal auch ganz gut, wenn man wieder hungrig ist und die Spieler selbst merken, dass sie vielleicht einen Tick mehr tun müssen. Die Voraussetzungen für die Bayern sind jedenfalls auf Jahre hinweg hervorragend.

Ballack: "Pep Guardiola ist in meinen Augen auch der Richtige für Bayern"

Wie beurteilen Sie Pep Guardiolas Arbeit?

Michael Ballack: Bayern hat über weite Strecken hervorragenden Fußball gespielt. Als die Meisterschaft feststand, haben sie leider etwas an Drive verloren. Aber das ist immer die Gefahr bei solchen Topmannschaften. In dieser Hinsicht die Balance zu finden, ist die eigentliche Schwierigkeit für einen Trainer. Peps fußballerisches Fachwissen ist unbestritten. Er ist ein Toptrainer und in meinen Augen auch der Richtige für Bayern.

Die Nationalmannschaft hat 2014 den Titel geholt, danach gab es einige Probleme…

Michael Ballack: Es ist völlig normal, dass das Jahr nach einem WM-Titel eine Art Schaulaufen ist. Außerdem haben einige Führungsspieler die Mannschaft verlassen, die vor allem als Persönlichkeiten ersetzt werden müssen. Da müssen neue Spieler erst reinwachsen, und das braucht Zeit. Dabei gehen hin und wieder ein paar Prozent verloren, und es gibt neue Grabenkämpfe. Die gesund sind für die Mannschaft, und die die Mannschaft auch braucht, um nächstes Jahr wieder das große Ziel im Auge zu behalten. Die Qualität dafür ist da.

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