Rückkehr des verlorenen Talents

So wurde Bayerns Youngster Weiser wachgerüttelt

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Mitchell Weiser hat sich bei Pep Guardiola wieder nach vorne gespielt.

München - Kaum jemand hat mit Mitchell Weiser noch gerechnet, beim FC Bayern tauchte er in der zweiten Mannschaft unter. Doch nun scheint er sein Versprechen doch noch einzulösen.

Vor zweieineinhalb Jahren holte der FC Bayern Mitchell Weiser vom 1. FC Köln. Ein Mega-Talent, Junioren-Nationalspieler, in Köln schon als "neuer Podolski" gefeiert. Bei Bayern sollte er eine große Rolle spielen, zum Star heranwachsen, neben Robben, Ribery glänzen. Doch statt in der Bundesliga und Champions League lief Weiser im Regionalliga-Team des Rekordmeisters auf. Mit 20 Jahren schien Weiser schon auf dem Abstellgleis, doch im Trainingslager in Doha startete er richtig durch.

Im Interview mit FC Bayern.de Weiser spricht selbstkritisch über die ersten beiden Jahre. "Es war einfach nicht genug." Zu wenig Biss im Training, zu wenig Leidenschaft habe er mitgebracht. Weiser fragte sich selbst: "Kennt unser Trainer den wahren Mitchell Weiser?" Eine Zeitlang war Weiser an Kaiserslautern ausgeliehen, zwei Tore und ein Assist konnte er sammeln. Zu wenig, um richtig auf sich aufmerksam zu machen.

Ausgerechnet sein Vater hat den jungen Flügelspieler jetzt aus seiner Lethargie gerissen. Der warnte seinen Sohn, nicht den gleichen Fehler zu machen: "Mitch, ich werfe mir noch heute vor, dass ich früher als Profi nicht alles in die Waagschale geworfen habe." Der Filius hatte verstanden, "dann habe ich den Schalter umgelegt."

Weiser weiter: "Ich trainiere mehr, gehe vor jeder Einheit und auch manchmal danach in den Kraftraum. Und meine Einstellung zum Training ist eine andere. Schon beim Aufwärmen bin ich voll bei der Sache. Ich habe verstanden, wir das Geschäft funktioniert. Mit 90 Prozent kommt man nicht weiter."

Wir erkennen eine Wandlung bei ihm", sagte Matthias Sammer in Doha. "Er trainiert extrem gut und arbeitet hart an sich." Weiser lässt das Lob an sich abtropfen: "Nur, weil ich jetzt ein bisschen gelobt werde, denke ich nicht, dass ich schon irgendetwas erreicht habe. Nein, ich will einfach genauso hart und konzentriert weiterarbeiten wie im letzten halben Jahr."

Weiser tut die neue Aufmerksamkeit von Trainer Pep Guardiola gut. "Er spricht mittlerweile viel mit mir. Ich merke, dass er mich wahrnimmt." Er ist zurück auf Guardiolas Radar, wieder zurück in die Umlaufbahn mit den anderen Stars.

tgr 

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