Zurück in den Liga-Alltag

Vor Gladbach-Spiel: Götze hofft, Neuer warnt

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"Ich hoffe, dass wir da wieder so ein Ergebnis wie in Rom erreichen", sagt Mario Götze vor dem Gladbach-Spiel.

München - Der FC Bayern genießt den geschichtsträchtigen Coup von Rom in aller Stille. Der Fokus richtet sich schnell aufs Duell mit Verfolger Gladbach.

Die Krankenwägen in Rom sind ungewohnt kunterbunt: Gelb-weiß gestreiftes Dach, ein bisschen blau, ein bisschen rot – nicht zu übersehen. Ein Fabrikat parkte am Dienstagabend im Bauch des Stadio Olimpico, direkt vor den Kabinen der Spieler. Die Schiebetür an der Seite war weit geöffnet, und es hätte nicht verwundert, hätte sich ein Profi des AS Rom nach dem anderen ganz einfach zum Abtransport reingelegt.

Die Gäste aus Bayern ihrerseits brausten zwar mit Blaulicht davon, allerdings saßen sie im eigenen Bus, und die Signallichter gehörten zu den Polizeiautos, die die 7:1-Sieger zum Hotel geleiteten. Eigentlich hätte es gar keine Eskorte gebraucht, denn die Straßen von Rom wirkten wie leergefegt, als hätten die Menschen den Münchnern ehrfürchtig Platz gemacht.

Einst wurde das römische Imperium durch Barbaren auseinandergerissen, die Bayern tobten ebenfalls mit Urgewalt über die Sieben Hügel – jedoch bemerkenswert elegant, mit barbarischer Brutalität hatte das nichts mehr zu tun.

Als Philipp Lahm und seine Kollegen gegen Mitternacht das noble Hotel „Parco dei Principe“ erreichten, standen die eigenen VIPs, einheimische Tifosi und auch das Hotelpersonal mit immerzu klickenden Smartphones Spalier. Jeder hatte das Gefühl, man müsse den Moment und die Protagonisten festhalten.

Profis verschwanden bald auf ihren Zimmern

Als Karl-Heinz Rummenigge im Festsaal „Farnese“ seine Rede zum Bankett begann, sprach auch er gleich davon, dass die Erinnerungen an die „Ewige Stadt“ wohl ewig halten würden. „Wir werden in zehn Jahren noch davon sprechen, diese Leistung war geschichtsträchtig“, prophezeite der Vorstandschef. „7:1 gegen eine der besten Mannschaften von Italien zu gewinnen, das ist eine große Leistung, ein großes Ereignis.“ Die rund 500 Anwesenden spendeten Applaus, danach streikte das Mikrofon.

Der Rest von Rummenigges Rede verhallte fast ungehört, aber was störten schon ein paar technische Probleme in dieser außergewöhnlichen Nacht? Die italienischen Wurstvariationen, die Seebrasse an Kartoffelkruste und das Schoko-Minzmousse schmeckten den VIPs auch so bestens.

Die Profis verschwanden trotz der kulinarischen Köstlichkeiten bald auf ihre Zimmer, die Feierstimmung des Anhangs griff nicht über. Laut Rummenigge sei auch das ein Erfolgsgeheimnis, dass das Team eher still genießt und schnell fokussiert die nächste Aufgabe anpeilt. Als die Führungscrew nach der Gala im Stadio Olimpico in die Kabine gekommen war, staunten die Klubchefs nicht schlecht. „Früher hätte nach so einem Spiel eine Partystimmung erster Güte geherrscht, aber diese Mannschaft saß seriös auf ihren Plätzen“, berichtete Rummenigge. „Es ist toll, diese Jahre erleben zu dürfen.“

Selbst so ein Neuzugang wie Robert Lewandowski hat dieses Münchner Arbeitsethos bereits verinnerlicht. „Wir sind der FC Bayern, wir wissen, auch wenn wir das eine Spiel gewonnen haben, müssen wir das nächste doch wieder gewinnen.“ Der Mann wird langsam heimisch.

Am Sonntag tritt man in Mönchengladbach an, die Borussen sind der hartnäckigste Verfolger in der heimischen Liga, da kann man es nicht schleifen lassen. „Ich hoffe, dass wir da wieder so ein Ergebnis wie in Rom erreichen. Aber es wird schwer, die sind ja nicht umsonst Zweiter“, merkte Mario Götze an. „Wir dürfen uns nicht zu sicher sein. Im Moment gibt es nichts zu klagen – aber die Saison ist noch lang“, sagte Torwart Manuel Neuer.

Gute Einstellung: So läuft der FC Bayern kaum Gefahr, demnächst zu einem Fall für den Krankenwagen zu werden.

Andreas Werner

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