Spanien-Experte vor dem CL-Halbfinale

"Barcas Respekt vor Bayern ist riesig"

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Die Barca-Stars Messi (l.) und Neymar wollen ins CL-Finale nach Berlin.

München/Barcelona - Moises Llorens, FC-Barcelona-Redakteur bei der spanischen Zeitung AS, berichtet für uns vom Halbfinal-Gegner des FC Bayern.

Englische Woche in Spanien! Für Barça geht es am Samstag nach Cordoba. Läuft alles wie geplant, wird es kein „richtiges“ Spiel geben. Soll heißen: Der Tabellenführer trifft auf den Tabellenletzten, die Mannschaft mit den zweitmeisten Toren begegnet der mit den meisten Gegentoren. Der große Meisterfavorit tritt beim designierten Absteiger an, den nicht mal mehr ein Wunder vor seinem Schicksal bewahren wird.

Moises Llorens.

Fügt man dem Ganzen noch die Anstoßzeit von 16 Uhr hinzu (gute 30 Grad werden in Andalusien erwartet), ist es nicht verwunderlich, dass Trainer Luis Enrique die drei Punkte so schnell wie möglich in trockene Tücher bringen will, um den Blick dann einzig und allein auf den FC Bayern zu richten. Bis dato hat er allen strikt verboten, sich über das Halbfinale gegen die Münchner zu äußern: den Spielern, dem Funktionsteam, Klubmitarbeitern, die engen Kontakt zu den Spielern pflegen – allen und jedem. „Wir müssen uns auf das konzentrieren, was ansteht. Nicht mehr und nicht weniger. In diesem Fall heißt das, immer und immer wieder an Cordoba zu denken“, sagte der Trainer neulich zu seinen Assistenten.

Quelle aus der Barca-Kabine

Dass die Bayern derzeit so viele Verletzte zu beklagen haben, bedeutet für Luis Enrique zusätzlichen Druck. Viele Fans sehen Barça im Halbfinale als Favoriten, und wenn es am Ende wieder Prügel setzt wie 2013 (was beileibe nicht ausgeschlossen ist), würde das eine saubere Saison beschmutzen – ganz einfach weil das Berliner Finale verpasst wurde. „Man muss nicht mehr laufen als nötig“, trichterte der Coach seiner Truppe ein. „In Eile zu sein ist nie gut. Und wenn man etwas überstürzt, führt das in der Regel zum Debakel.“

Es ist wahr, dass in der Kabine der „Blaugrana“ zuletzt öfter das Wort „Triple“ fiel. Den Trainer selbst schmerzt das in den Ohren, auch wenn er es wiederum in den richtigen Kontext einzuordnen weiß. „Eine Sache ist, über den aktuellen Moment der Mannschaft zu sprechen – denn sie kann ja noch alles gewinnen. Die Spieler tun das deswegen, um zu zeigen, wie sie ihren Fußball aktuell sehen“, ließ uns eine Quelle aus der Kabine wissen. „Etwas anderes wäre es, die Bayern zu unterschätzen, denn das wäre einfach nur ein ernster Fehler. Der Respekt vor den Deutschen ist riesig.“

Von Moises Llorens

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