Chelsea-Coach machtlos

Mourinho frustriert: "Können Müller nicht holen"

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Jose Mourinho.

London - Eigentlich wird den englischen Spitzen-Vereinen nachgesagt, auf Grund ihrer Finanzmacht jeden Spieler zu bekommen, den sie haben wollen. Dem sei nicht so, sagt Chelsea-Trainer Jose Mourinho.

Über zwei Milliarden Euro hat Roman Abramowich seit 2004 in sein Lieblingsspielzeug, den FC Chelsea, gepumpt. Und tatsächlich war im Jahr 2006 sogar mal ein Spieler des FC Bayern dabei, den der Russe mit vermutlich fürstlichem Gehalt an die Stamford Bridge lockte. Ironischerweise war Michael Ballack damals ablösefrei - und geht es nach dem damaligen und heutigen Chelsea-Trainer Jose Mourinho, dann ist das fast auch die einzige Möglichkeit, um Spieler vom FC Bayern verpflichten zu können.

"Ich glaube, dass es nur drei Vereine auf der Welt gibt, die die Macht haben zu sagen: 'Wir verkaufen nicht.' Das sind Real Madrid, der FC Barcelona und der FC Bayern", sagte Mourinho am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Saisonstart der Blues am Samstag gegen Swansea. "Das sind große Vereine mit einer großen Geschichte, wirtschaftlich stark und stabil, mit fantastischen Einnahmen. Ich glaube, sie verkaufen nur, wenn sie auch verkaufen wollen. Wenn ein Spieler einen dieser großen Vereine verlässt, muss man einfach davon ausgehen, dass sie ihn auch abgeben wollten", erläuterte der Portugiese weiter. Oder es passiert eben das, was im Falle Ballack seinerzeit zutraf: Der Spieler wollte nicht mehr bleiben und auf der Karriereleiter den nächsten Schritt machen.

Um seine These zu stützen, wählte Mourinho als Beispiel Bayerns Thomas Müller. "Ist in England jemand an Thomas Müller interessiert? Ganz sicher. Aber können wir Engländer Thomas Müller von den Bayern wirklich hier herholen? Ich glaube nicht." Damit spielte der Portugiese auf das zuletzt mehrfach publik gewordene Interesse von Manchester United an dem Bayern-Spieler an. Ebenso sei es unmöglich, einen Lionel Messi vom FC Barcelona wegzulocken. "Jeder will Messi! Kannst du ihn holen? Nein", so das nüchterne Fazit des charismatischen Coaches.

Und was ist mit dem Spieler, der erst vor wenigen Wochen von Bayern München nach England gewechselt ist? Mourinho: Bastian Schweinsteiger sei nur deshalb zu Manchester United gewechselt, weil die Münchner ihn nicht mehr unbedingt halten wollten.

Man müsse deshalb auch in England, trotz der im Vergleich zur Bundesliga immensen finanziellen Möglichkeiten, darauf achten, junge Talente kostengünstig auf die Insel zu locken und sie dort zu Spitzenspielern formen. Die Angst vieler nicht-englischer Vereine vor einer Übermacht der Briten sei daher unbegründet.

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