ManCity wartet

Müller: "Brauchen exzellente Leistung"

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Thomas Müller (l.) beim Spiel gegen den VfB.

München - Bayern-Trainer Pep Guardiola sorgt sich um Xabi Alonso, der beim 2:0 gegen Stuttgart den Takt vorgibt. Thomas Müller fordert eine Top-Leistung gegen ManCity.

Es gibt eben dieses gewisse Alter, ab dem es einfach nicht mehr so rund läuft. Der Körper braucht mehr Regeneration, die Muskeln ziepen, das, was man früher Tag für Tag leisten konnte, fällt plötzlich schwer. Xabi Alonso kennt das. Die Taktik, die der 32-Jährige seit seiner Ankunft Ende August in München verfolgt: Kein Training, nur spielen.

Das ging beim Einstand auf Schalke gut, als er erst am Tag vor dem Spiel aus Madrid zur Mannschaft gestoßen war. Und das ging am Samstag gut, als er sich nach zwei nahezu trainingslosen Wochen beim 2:0 der Bayern gegen den VfB Stuttgart als bester Mann präsentierte. Als Regisseur, als Passgeber, als Standard-Schütze, als Sprinter, als Arbeiter, kurz vor Schluss sogar als Fast-Torschütze (Latte!). Toll, wenn man so einen Mann in seinen Reihen hat, könnte man meinen. Aber Pep Guardiola war nach dem Sieg trotzdem sauer.

„Xabi ist 32“, sagte der Coach, seine Stimme wurde ernst. „Wenn wir das Spiel kontrollieren, kann er alle drei Tage spielen. Aber wenn wir das Spiel nicht kontrollieren, wenn er ständig vor und zurück muss, ist er in einem Monat tot!“ Die Kritik war keineswegs an Xabi Alonso selbst gerichtet, der mit Werten von 150 Pässen und 11,8 gelaufenen Kilometern überzeugt hatte. Sondern an seine Nebenmänner im Mittelfeld. David Alaba, Philipp Lahm und Co. sind in den kommenden harten Wochen, in denen am Mittwoch schon Manchester City zum Auftakt der Champions League anreist, gefordert. Denn Alonso alleine kann es nicht richten.

Tatsächlich war es fast furchteinflößend, wie sehr der Neuzugang das – zugegeben noch etwas glanzlose – Spiel der Bayern schon beeinflusst. Die Rolle, die nach den Ausfällen von Javi Martinez, Thiago und Bastian Schweinsteiger vakant war, ist bestens besetzt. Es war eine Integration im Turbo-Modus, die der Spanier an seiner neuen Arbeitsstätte geschafft hat. „Wir haben mit ihm viel verbessert im Aufbauspiel. Er kennt seinen Job auf der Position. Er hat das Auge für den kurzen Pass, für den langen Pass, er ist intelligent im Defensivverhalten“, schwärmte Guardiola bei seiner Laudatio. Alonso selbst sprach nach seinem Heim-Debüt („habe schon oft hier gespielt, aber nicht im Bayern-Trikot“) von einem „Arbeitssieg, aber ich bin zufrieden“. Auch er weiß: Gegen Manchester muss von den anderen mehr kommen.

„Uns fehlt noch etwas. Uns fehlt der Rhythmus“, sagte Kapitän Lahm. Auch gegen die vollkommen harmlosen Stuttgarter sah man trotz der Treffer von Mario Götze und Franck Ribery noch lange nicht die Durchschlagskraft, die die Bayern in der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte. Die Feinabstimmung fehlt genauso wie die Kondition bei den WM-Fahrern. „Eine optimale Situation“ sei eine andere, führte Lahm fort: „Aber wir brauchen uns doch jetzt nicht beschweren. Dieser Kader muss das schaffen!“

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Der Start in die Liga ist gelungen, irgendwie spürte man am Samstag aber die kollektive Angst vor einem Fehlstart in die Königsklasse. „Manchester City“, sagte Geburtstagskind Thomas Müller und schnaufte, „ja, das ist schon ein anderer Gegner.“ Um genau zu sein: Der englische Meister, der am Wochenende 2:2 gegen Arsenal gespielt hat. Laut Dante „eine der besten Mannschaften der Welt“.

„Eine exzellente Leistung“ werde benötigt, sagte Müller. Der erneute Ausfall von Holger Badstuber wiegt schwer, auch Arjen Robben wird wohl noch fehlen. Und was macht Hoffnung?

Das Comeback von Ribery; dass Götze („bin guter Dinge, dass ich bald bei 100 Prozent sein werde“) sich auch im Klub-Trikot mal eiskalt zeigte; dass Alaba und Müller ihre Offensivqualitäten in Ansätzen erahnen ließen; dass die Abwehr – wenn auch sehr wenig gefordert – sattelfest wirkte; und vor allem ein Mann: Xabi Alonso. Der Turbo. Dem nur die Luft nicht ausgehen darf.

Hanna Schmalenbach

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