Champions League

Bayern siegt in Israel: Alles Müller, oder was?

München - Da hatten sich die Bayern so sehr auf ihren ersten Champions-League-Auftritt der Saison 2009/10 gefreut. Waren nach dem 5:1-Sieg in Dortmund mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein zum Spiel nach Israel gereist.

Und dann das: Zwar gewannen sie ihr Auftaktspiel gegen Maccabi Haifa mit 3:0 – von Zauberfußball der Marke „Robbery“ aber war nichts zu sehen. Den Auftakt in die Königsklasse hatten sich die Bayern wohl etwas anders vorgestellt. Die Treffer zum 2:0 und 3:0 fielen erst in den letzten fünf Minuten. Ansonsten war da viel Leerlauf. Aber: Letzlich zählen nur die Punkte. „Das war ein ganz wichtiger Sieg. Drei Punkte auswärts, jetzt haben sie gegen Juve die besten Karten in der Hand“, analysierte sky-Experte Stefan Effenberg. Doch warum tat sich Bayern so schwer? Es hatten vorher doch alle gewarnt. Israel-Kenner Lothar Matthäus zum Beispiel: „Haifa wird für eine Sensation sorgen wollen. Das wird ein harte Nuss.“ Und Manager Uli Hoeneß meinte: „Wir müssen so spielen, als wenn es gegen Manchester United ginge!“ Wenn die Spieler das nur beherzigt hätten…

Bilder vom Spiel

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Schon vor dem Anpfiff gab es die erste Überraschung: Superstar Mario Gomez setzte van Gaal erstmals in dieser Saison nur auf die Bank. Schon gegen Dortmund war er zur Pause ausgewechselt worden. Für ihn ging Olic in die Sturmspitze. Und: Thomas Müller wurde für seine starke Leistung gegen Dortmund belohnt, spielte im 4-3-3 für Altintop im rechten Mittelfeld. Ein kluger Schachzug: Müller traf zweimal, wurde wieder zum Matchwinner. „Er war heute mein bester Mann. Unglaublich, dass er erst 20 Jahre alt ist“, lobte van Gaal.

Die Bayern starteten schwungvoll – das galt aber nur für die erste Viertelstunde. Da waren sie klar überlegen, bemüht die Euphorie aus dem Dortmund-Spiel mit in die Champions League zu nehmen. Aber: Je länger die erste Hälfte lief, desto mehr verloren die Bayern ihre Dominanz. Und auch in der Defensive lief lange nicht alles nach Plan, beide Innenverteidiger wirkten selten souverän. Gut für die Bayern, dass Haifa mit den Unsicherheiten nichts anfangen konnte. Bayern-Bilanz der ersten Hälfte: Viel Ballbesitz (62%) – wenig Ideen. Vom Glanz des neuen Zauberduos Ribéry und Robben war nichts zu sehen. In der zweiten Hälfte wurden die Bayern etwas stärker, blieben aber zunächst ohne Torchance. Hinten dafür hatten sie einige Probleme. Allein Haifas Katan hatte zwei dicke Chancen (50., 53.), scheiterte aber an Butt. „Wir haben in der zweiten Hälfte zu viele Bälle verloren und es gab zu viel Unordnung“, sagte Louis van Gaal hinterher.

Nach einer knappen Stunde fingen sich die Bayern dann. Erst zwang Robben Maccabi-Keeper Davidovitch mit einem 18-Meter-Freistoß zu einer Glanztat, dann avancierte der bis dahin schwache Daniel van Buyten zum Torschützen. Haifa kann eine Bayern-Ecke nicht ordentlich klären, der Ball fällt van Buyten vor die Füße – 1:0 für die Bayern. Ein Treffer genau zum richtigen Zeitpunkt.

Das Problem: Weil die Bayern nach der Führung wieder das Fußballspielen einstellten, liefen sie Gefahr, den Sieg wieder aus der Hand zu geben. Erst hielt Butt glänzend gegen Dwalischwilis Schuss, dann parierte er dessen Kopfball sicher. Kurz vor dem Ende machte Müller mit seinen beiden Toren (85. und 88.) den Sack endgültig zu. Und auch wenn das 3:0 etwas zu hoch ausfiel – verdient war es allemal. Schlusswort van Gaal: „Juventus und Bordeaux werden hier große Probleme haben zu gewinnen.“

ta, jj

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