Lobrede auf Ex-Bayern-Boss

Müller: Uli Hoeneß hat großen Anteil am WM-Titel

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Uli Hoeneß (links) hat großen Anteil am WM-Titel 2014. Das meint Weltmeister Thomas Müller in einer Kolumne für "Sport Bild".

München - Für Weltmeister Thomas Müller hat der inhaftierte Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß großen Anteil am WM-Titel 2014. Warum das so ist, erklärt Müller in einer ausführlichen Kolumne.

In der aktuellen "Sport-Bild" schreibt Müller. "Ich, als Spieler des FC Bayern, musste die Tage nach dem Triumph von Maracana [...] auch an einen Menschen denken, der dem deutschen Fußball auf diesem Weg enorm geholfen hat und derzeit wohl die schlimmste Phase seines Lebens durchläuft." Gemeint ist natürlich der ehemalige Bayern-Präsident Hoeneß, der aktuell seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in der JVA Landsberg absitzt.

Nach Müllers Ansicht verdankt die Nationalmannschaft Hoeneß sehr viel. Und warum? Immerhin hatte Hoeneß als Bayern-Boss noch im Jahr 2003 eine Beschränkung des Ausländer-Anteils in der Bundesliga mit diesem abschätzigen Kommentar abgelehnt: "Dann gibt es eben keine Nationalmannschaft mehr, das finde ich auch nicht so schlimm."

Beim FC Bayern: Uli Hoeneß wollte FC Deutschland

Müller jedenfalls begründet Hoeneß' Anteil am WM-Titel folgendermaßen: Dank der hervorragenden Jugendarbeit des FCB hat in der Nationalmannschaft bei der WM 2014 ein ähnlich starker "Bayern-Block" gespielt wie einst bei der WM 1974. Und dass beim FC Bayern einmal der von Hoeneß so benannte "FC Deutschland" spielt. sei immer dessen Traum gewesen.

Müller schreibt:  "Wer die Nationalmannschaft in Brasilien spielen sah, erkannte schnell, dass die deutschen Spieler, die aktuell beim FC Bayern spielen oder dort in der Vergangenheit gespielt haben, dem Turnier ihren Stempel aufdrücken konnten. In der Ausbildung an der Säbener Straße muss wohl einiges richtig gelaufen sein, denn mit Basti Schweinsteiger, Philipp Lahm, Mats Hummels, Toni Kroos und mir wurden schließlich fünf Weltmeister von 2014 in der Bayern-Jugend ausgebildet."

Müller: Uli Hoeneß war immer herzlich zu Spielern

In seiner "Sport Bild"-Kolumne hebt Müller außerdem den lockeren und herzlichen Umgang von Hoeneß mit Nachwuchstalenten hervor. "Bereits als Jungprofi hatte ich immer das Gefühl, dass er sich mit einem beschäftigt und er auf Augenhöhe mit seinen Spielern spricht. Weder als Manager noch als Präsident war er jemals von oben herab. Er hat sich immer gekümmert, egal wie klein das Detail auch gewesen sein mag."

In diesem Zusammenhang erinnert sich der Weltmeister 2014 an eine Szene, als er noch in der Bayern-Jugend spielte: "Meine Schuhe müssen wohl auf Herrn Hoeneß ein wenig groß gewirkt haben, schon damals war ich fast bei Größe 44 angekommen. Er kam auf mich zu und sagte: "'Junge, du musst immer eine Schuhgröße kleiner kaufen, damit sie so richtig eng sitzen.' So was behältst Du Deine Karriere lang im Hinterkopf. "

Auch Bastian Schweinsteiger dankte Uli Hoeneß

Thomas Müller ist nicht der erste Spieler des FC Bayern aus dem Weltmeister-Kader 2014, der die Bedeutung von Hoeneß für den WM-Sieg hervorhebt. Gleich nach dem Finale in Rio Bastian dankte Schweinsteiger vor einer ARD-Kamera Uli Hoeneß für dessen Unterstützung: "Ganz spezieller Gruß an jemanden, ohne den wir alle nicht hier wären: Uli Hoeneß, vielen Dank für die Unterstützung, wir glauben daran, dass alles gut wird und unterstützen Sie sehr."

Zwei große Nationalspieler, die genau wissen, wem sie ihren Erfolg verdanken.

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fro

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