Ex-OB über den Bau der Allianz Arena

Ude: "Bayern drohte mit dem Auszug nach Poing"

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Christian Ude (2.v.r.) hatte großen Einfluss darauf, dass die Allianz Arena gebaut werden konnte. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2002 mit dem mittlerweile verstorbenen Karl-Heinz Wildmoser (r.) sowie der damaligen Kultusministerin Monika Hohlmaier und Franz Beckenbauer.

München - Seit zehn Jahren spielen die beiden großen Münchner Vereine in der Allianz Arena. Eröffnet wurde das Stadion am 30. Mai 2005. Doch bis dahin war es ein langer Weg, wie sich Ex-OB Christian Ude in einem Interview erinnert.

Seit fast genau einem Jahrzehnt spielen die beiden großen Münchner Vereine FC Bayern und TSV 1860 in der Allianz Arena. Eröffnet wurde das WM-Stadion, das wie ein Schlauchboot aussieht, am 30. Mai 2005. Jetzt erinnert sich Münchens ehemaliger Bürgermeister Christian Ude an den langen Weg von der Konzeption bis zur Fertigstellung des Fußball-Tempels. Denn rund fünf Jahre dauerte die Planungs- und Bauzeit, in der nicht immer alles reibungslos lief. So lehnte die Stadt zahlreiche Standort-Vorschläge des FC Bayern ab. Das schmeckte dem deutschen Rekordmeister gar nicht. "Man hat ja auch mal mit dem Auszug nach Poing gedroht, dann hieße der Verein eben FC Bayern Poing. Das war natürlich nur eine Drohung", sagte Ude in der "Bild"-Zeitung.

Denn: Eine der Ideen von Uli Hoeneß war, so Ude, das Stadion am Rande des Messegeländes im Münchner Osten zu bauen. Allerdings war Franz Beckenbauer die prägende Figur in der Debatte. Daneben waren Karl-Heinz Rummenigge und Vizepräsident Rauch bei den Verhandlungen dabei. "Die drei waren damals die Sprecher des FC Bayern gewesen, während 1860 München nur von Karl-Heinz Wildmoser vertreten wurde. Der hatte keinen zweiten zugelassen", erzählt Ude. Der damalige Präsident der Löwen musste jedoch wegen eines Schmiergeld-Skandals seines Sohnes beim Bau der Allianz Arena seinen Posten im März 2004 abgeben. Seitdem geht es bei den Blauen bergab.

Statistik: Ist 1860 in der Arena wirklich schlechter?

Vor allem die Fans sind über den Umzug die Arena sehr enttäuscht gewesen. "Für mich ist das die kuriose Schluss-Pointe, dass meine Löwen (...) permanent einen Hexenkessel gefordert haben", sagt Ude. "Und dann als er endlich fertig war, sagten sie: 'Das ist eigentlich nichts. Das waren ganz andere, die die Arena gefordert haben. Das war nur der Präsident und die blöden Delegierten. Wir wollten eigentlich zurück ins Grünwalder Stadion'."

Zehn Jahre Allianz Arena: Das Stadion, das niemals schläft

Allerdings hätten zahlreiche Löwen-Fans das noch verhindern können. Und zwar, als München via Bürgerentscheid im Jahre 2001 den Neubau beschloss. 65,8 Prozent stimmten seinerzeit für die Allianz Arena im Münchner Norden. Allerdings sind die Anhänger des TSV nie wirklich warm geworden mit dem "Schlauchboot" in Fröttmaning. Erst recht, nachdem die Löwen ihre Anteile am Stadion an den großen Rivalen verkaufen mussten und seither Mieter in der Arena sind. 

Aber möglicherweise können sich die Blauen doch noch mit dem Stadion versöhnen. Das 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Sonntag war im Abstiegskampf Gold wert. Und zum ersten Mal seit langer Zeit war der Fußball-Tempel bei einem Löwen-Spiel beinahe ausverkauft.

Am Samstag jedoch werden die Roten noch einmal feiern. Nach dem 471. Spiel seit Bestehen der Arena bekommt der FC Bayern die Schale für seine 25. Meisterschaft überreicht.

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