Absage an die Roten

Bayerns Meisterfeier ohne Reiter: Der OB feiert lieber Sechzger

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Diesmal muss der FC Bayern auf den OB verzichten: Dieter Reiter (im roten Shirt) wird bei der Meisterfeier auf dem Marienplatz nicht dabei sein.

Die Meisterfeier des FC Bayern am Sonntag wird ohne den Oberbürgermeister stattfinden. „Absolut verständlich“, sagt Alt-OB Christian Ude.

München - Sie scheint ein bisschen zur Routine geworden, die Meisterschaft des FC Bayern München. Zumindest gab es vereinzelt Kritik über das gedämpfte Feiern der Roten am Samstag in der Arena. Das kann diesen Sonntag alles anders werden. Denn dann veranstaltet der FC Bayern seine Meisterfeier auf dem Marienplatz. Zum sechsten Mal in Folge. Allerdings diesmal ohne den Oberbürgermeister auf dem Rathausbalkon. Dieter Reiter (SPD) weilt im Urlaub, denn der bekennende Bayernfan wird an diesem Samstag 60 Jahre alt.

Lieber Sechzger als Bayern. Das wird dem OB aber wohl niemand übel nehmen. Auch einer nicht, der wegen seines Urlaubs bei einer Meisterfeier des FC Bayern bereits einmal heftig Kritik hatte einstecken müssen: Alt-OB Christian Ude. „Da tritt Dieter Reiter in meine Fußstapfen“, sagt er auf Anfrage. Das Handeln des amtierenden OB sei „absolut verständlich. Solch ein Ereignis ist doch wichtiger als eine fast alljährliche Meisterfeier.“

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Ude erinnert sich an Pfiffe bei Meisterfeiern

Ude hatte während seiner Zeit als OB bei den Meisterfeiern, zu denen die Stadt einlädt, stets mit Unmutsbekundungen der Fans zu kämpfen. Denn Ude ist Löwenfan. „Daher wurde ich regelmäßig zehn Minuten lang ausgepfiffen“, erzählt der 70-Jährige. „Und ich hatte das trügerische Gefühl, dass meine Anwesenheit da gar nicht so unerlässlich war.“ 2008 fand die Meisterfeier des FC Bayern unvermittelt während der Pfingstferien statt, die verbrachte Ude allerdings auf Mykonos. „Da hätte ich nach Athen und dann am nächsten Tag weiter nach München fliegen müssen, um mich zehn Minuten ausbuhen zu lassen, dann wieder zurück nach Athen und weiter nach Mykonos. Das hielt ich für unverhältnismäßig“, sagt Ude. „Wer betreibt schon einen solchen Aufwand für ein kurzes Pfeifkonzert?“

Die Sache hatte ein Nachspiel - auf Ude prasselte Kritik ein. Unter anderem ätzte Bayernboss Karl-Heinz Rummenigge bei der offiziellen Rede im Rathaus, der OB zolle dem FC Bayern zu wenig Respekt. „Seitdem weiß ich erst, welch wichtige Rolle ich gespielt habe“, sagt Ude und lacht. Die besondere Pointe: Udes Vertreter bei der Meisterfeier 2008 war der damalige Zweite Bürgermeister und Hep Monatzeder (Grüne) - einen „blaueren“ Bürgermeister findet man schwerlich. Monatzeder saß damals im Aufsichtsrat des TSV 1860 München.

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Schmid vertritt Reiter und freut sich

Die Vertretung für OB Dieter Reiter wird am Sonntag der jetzige Vize Josef Schmid (CSU) übernehmen. Und der freut sich sehr auf die Aufgabe. „Die Meisterfeier im Herzen Münchens ist immer ein Highlight für die Stadt und für die vielen Fans.“ Und es sei ein Zeichen der Würdigung für einen der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt. „Dass ich die Stadt München dabei offiziell auf dem Balkon vertreten darf, ist eigentlich nur Nebensache. Natürlich freue ich mich aber als Fan persönlich riesig auf diesen Moment.“

Sascha Karowski

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