Widerstand gegen Kapazitätserhöhung

Zoff um Arena-Ausbau: Baugenehmigung wackelt

München - Der FC Bayern will die Kapazität der Allianz Arena erhöhen. Doch gegen diese Ausbau-Offensive baut sich ein mächtiger Abwehrriegel auf. Die tz beleuchtet die Baustellen.

Künftig soll das Stadion bei nationalen Spielen 75.024 Zuschauer fassen, 3856 mehr als bisher. Bei internationalen Partien ist eine Kapazitätsausweitung um 1486 Zuschauer auf 69.344 Fans geplant (wir berichteten). Doch gegen diese Ausbau-Offensive baut sich ein mächtiger Abwehrriegel auf: MVG-Chef Herbert König will nicht für die Sicherheit in der U-Bahn garantieren. Und das könnte schon ausreichen, dass die Lokalbaukommission keine Baugenehmigung erteilt. Doch auch die Polizei hat Bedenken. Und nicht zuletzt laufen die Anwohner Sturm gegen noch mehr Fußballfans.

MVG: U-Bahn schafft's nicht

MVG-Chef Herbert König.

Schafft die U-Bahn es, dem Ansturm der Fans bei einem Ausbau der Kapazitäten gerecht zu werden? Münchens Nahverkehrs-Chef Herbert König glaubt nicht: „Die U6 hat, zumindest bei Werktagsspielen sowie während es Oktoberfestes, keine Kapazität mehr für zusätzlichen Stadionverkehr. Vielmehr drohen bei zusätzlichen Belastungen temporäre Betriebseinstellungen aus Sicherheitsgründen.“ Dabei macht sich König weniger Sorgen über die Situation nach Spielende, sondern für die vor einem Match: „Problematisch ist vielmehr der Antransport, vor allem abends, und die hier entstehende Situation an Innenstadtbahnhöfen.“ Königs Fazit: „Die MVG steht aus Sicht des U-Bahnbetriebs einer neuerlichen Ausweitung der Stadionkapazität daher ablehnend gegenüber.“ Dies dürfte sich auf das Genehmigungsverfahren durch die Lokalbaukomission auswirken, die sich eine Stellungnahme der MVG einholt.

Anwohner: Der Lärm ist unerträglich

Im März blockierten die Anwohner nach einem Match bei einer Demo die Straße.

Schon seit 2005 sind die Anwohner des Fröttmaninger Stadions stinksauer. Zwischen Auensiedlung und Kieferngarten klagen Anwohner wie der ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff über zugeparkte Gehwege, urinierende Fans, Lärm und Müll. „Die Situation ist schon jetzt unerträglich“, so Ruff zur tz. Vor zwei Monaten demonstrierten die Anwohner zuletzt gegen die Situation. Ruff: „Es gibt zwar in den Siedlungen Durchfahrtverbote für nicht Ortsansässige, aber wie soll das die Polizei kontrollieren? Polizeisprecher Wolfgang Wenger: „Die Münchner Polizei sieht hier noch einigen Klärungs- und Diskussionsbedarf.“ Eine Lösung sei für Ruff eine Parklizensierung. „Dann gibt es Strafzettel für die Fremden.“ Außerdem habe sich bei ihm FC Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Telefon gemeldet. Ruff: „Er schlug einen Runden Tisch vor, sowie Pfandbecher, Toiletten und Mülleimer.“

Bilder vom Arena-Umbau: Hier wird gearbeitet

Bilder vom Arena-Umbau: Hier wird gearbeitet

FCB: Gutachten soll helfen

Karl-Heinz Rummenigge

FC Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge will sich mit den Anwohnern an einen Runden Tisch setzen (siehe oben). Dabei gehen von der Stadiongesellschaft beauftragte Gutachter von 1200 Autos aus, die in den Siedlungen parken! Der TÜV Rheinland stellt in diesem Gutachten fest, dass der Ausbau nicht an Verkehrsproblemen scheitern müsse. In den Arena-Garagen wäre noch viel Platz für die wild parkenden Autos, die Stadt müsse nur härter durchgreifen. Die Entleerungszeit der Parkhäuser von jetzt 75 bis 90 Minuten könne sich um zehn Minuten verlängern. Das gelte auch für die U-Bahn. Derzeit braucht die MVG 80 bis 90 Minuten, um die Fans im Öffentlichen Nahverkehr wegzubringen. Bei einem Totalausfall der U-Bahn könne man einen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten. MVG-Chef Herbert König moniert jedoch, dass die MVG an der Erstellung der Studie gar nicht beteiligt war.

J. Welte

Rubriklistenbild: © Grauvogl

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