Transfergerüchte um den Star-Trainer

Nach Bayern: Wo zieht es Pep Guardiola hin?

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Bleibt er oder geht er? Pep Guardiola ist noch bis 2016 beim FC Bayern unter Vertrag.

München - Pep Guardiola geht in sein vorerst letztes Vertragsjahr beim FC Bayern. Seine Zukunft beim FC Bayern ist nach wie vor ungewiss. Wir sagen Ihnen, wo Pep nach seiner Zeit in München unterschreiben könnte.

Zweimal Deutscher Meister und einmal Deutscher Pokalsieger. Die Erfolgsbilanz von Josep Guardiola als Trainer des FC Bayern liest sich ganz nett - mehr aber auch nicht. Die Bayern-Bosse holten den stolzen Katalanen jedoch nicht an die Isar, um die nationalen Auszeichnungen abzustauben. Mit Guardiola plante man, auf höchster europäischer Ebene für Furore zu sorgen, was phasenweise durchaus gelang. Ergebnisse wie das 7:1 gegen AS Rom, das 7:0 gegen Schachtjor Donezk oder das 6:1 gegen den FC Porto sind keine Selbstläufer. Am Ende war für Pep Guardiola und seinen FC Bayern bislang jedoch zweimal im Halbfinale der Champions League Schluss. In der Saison 2013/14 mussten sich die Münchner den überlegenen Königlichen aus Madrid geschlagen geben (Hinspiel 0:1, Rückspiel 0:4) - vergangene Spielzeit verlor man den Gesamtvergleich ebenfalls relativ deutlich gegen Guardiolas alte Liebe, den FC Barcelona, mit 0:3 im Hinspiel und einem 3:2-Sieg in der heimischen Allianz Arena. 

Die Verantwortlichen des FC Bayern zeigen sich dennoch höchst zufrieden mit der Arbeit des Spaniers und werden nicht müde zu betonen, wie gerne sie seinen bis Sommer 2016 laufenden Vertrag verlängern würden. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge blickte einer Vertragsverlängerung Guardiolas zuletzt sogar recht optimistisch entgegen. Gespräche über eine Ausdehnung des Beschäftigungsverhältnisses sollen demnächst stattfinden. 

Dennoch: ob Pep Guardiola auch über 2016 hinaus in München bleiben wird, ist ungewiss. Keiner dürfte überrascht sein, sollte der Katalane seinen Vertrag nicht verlängern und seine Zelte woanders aufschlagen. Wir haben uns mit der Möglichkeit eines Abgangs Guardiolas auseinandergesetzt und mögliche Arbeitgeber zusammengestellt, wo Pep nach seiner Zeit beim FC Bayern unterschreiben könnte.

Manchester City: Bereits nach Ende der vergangenen Saison gab es unzählige Gerüchte, die besagten, Pep Guardiola werde vorzeitig aus seinem Vertrag beim FC Bayern aussteigen und nach England zu Manchester City gehen. Unterschiedliche Quellen sprachen von "fortgeschrittenen Verhandlungen". Pep Guardiola räumte dann selbst die Spekulationen um seine Person vom Tisch und betonte, er habe noch einen Vertrag beim FC Bayern bis Sommer 2016 - und den werde er auf jeden Fall erfüllen. Klar ist: Manchester City spielt ganz vorne mit, wenn es nächsten Sommer um ein Engagement Guardiolas gehen sollte. Die Citizenswerden nach wie vor vom Chilenen Manuel Pellegrini trainiert, der die Erwartungen des Klubbesitzers Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan bislang vor allem in der Champions League nicht erfüllen konnte. Zudem werden Guardiola gute Verbindungen nach Abu Dhabi nachgesagt. Mit dem derzeitigen City-Sportdirektor Txixi Begiristain hatte Guardiola bereits in Barcelona zusammengearbeitet. Eigentlich hatte man in Manchester damit gerechnet, dass die vergangene Saison auch die letzte von Manuel Pellegrini sein würde, doch anscheinend setzt man auch kommende Spielzeit auf den Chilenen. Um im kommenden Sommer dann Guardiola nach Manchester zu locken?

Brasilianische Nationalmannschaft: Was wäre gewesen wenn...? Diese Frage müssen sich die Verantwortlichen des brasilianischen Fußballverbandes CBF stellen. Wie der brasilianische Rechtsverteidiger und ehemalige Schützling von Pep Guardiola beim FC Barcelona, Daniel Alves, ausplauderte, wollte der Katalane vor der Weltmeisterschaft 2014 die Selecao übernehmen. "Ich erzähle keine Lügen, wenn ich sage, dass vor der WM in Brasilien Pep Guardiola unsere Nationalmannschaft trainieren wollte. Pep sagte, er wolle uns zum Weltmeister machen. Er hatte schon seine Mannschaft im Kopf und sich bereits eine vollständige Strategie ausgedacht", sagte Alves gegenüber ESPN. Damals wollte der brasilianische Verband jedoch nicht das Risiko eingehen, einen ausländischen Trainer auf die Bank zu setzen. Was wäre wohl gewesen, wenn Guardiola Brasilien mit all seinen Superstars auf dieses Turnier vorbereitet hätte? Ob es auch unter Guardiola ein historisches 1:7-Debakel gegen Jogis Jungs gegeben hätte? Wohl eher nicht. 

Zur Zeit wird die Selecao von Carlos Dunga betreut, doch nach dem enttäuschenden Copa-Aus gegen Paraguay wackelt auch sein Stuhl. Vielleicht hat der brasilianische Verband noch immer eine Chance, Guardiola zu verpflichten. Die Wahrscheinlichkeit dürfte aber nicht mehr allzu groß sein, geht man davon aus, dass Guardiola ein besonderen Reiz darin sah, Brasilien bei einer Heim-WM zu vertreten.

Paris St. Germain: Bereits vor drei Jahren war über ein mögliches Engagement Guardiolas beim französischen Spitzenverein Paris St. Germain berichtet worden. Damals befand sich Pep noch in seinem Sabbatjahr in den USA und entschied sich schließlich für den FC Bayern. Das Interesse an Guardiola dürfte über die Jahre nicht nachgelassen haben. Außerdem hat der Pariser Klub durchaus eine positive Entwicklung vorzuweisen. Mit dem Geld von Hauptanteilseigner Quatar Sport Investment konnte man kluge Transfers tätigen und wird in Zukunft auch in Europas höchster Spielklasse ein noch gewichtigeres Wörtchen als bislang mitreden wollen. Präsident Nasser Al-Khelaifi und Guardiola kennen und schätzen sich. Somit könnte Guardiola das fehlende Puzzleteil bei Paris darstellen. Dem aktuellen Trainer Laurent Blanc traut man den ganz großen Wurf nicht zu. 

Was jedoch dagegen spricht: Solange der Schwede Zlatan Ibrahimovic noch seine Schuhe in Paris schnürt, dürfte eine Verpflichtung Guardiolas undenkbar sein. Die Beiden dürften seit ihrer gemeinsamen Zeit in Barcelona in diesem Leben keine Freunde mehr werden.

Fazit: Sicherlich gibt es nur einige wenige Arbeitgeber, die noch attraktiver sind als der FC Bayern. Klar ist aber auch: Pep weiß, was er an den Münchnern hat. Seine Wünsche in Sachen Personal und medizinischer Versorgung wurden und werden ihm so gut wie alle erfüllt. Zudem fühlen er und seine Familie sich in der Weltstadt mit Herz pudelwohl. Die Chancen, dass Guardiola dem deutschen Rekordmeister erhalten bleibt, sind demnach höher als das Risiko eines Abgangs.

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