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Neu-Bayern-Spieler forsch

Nach Derby: Steinhart frotzelt frech gegen 1860

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Philipp Steinhart (2.v.r.) mit den Kollegen beim Torjubel.

München - Der FC Bayern II hat die Löwen im Regionalliga-Derby verdient mit 3:1 besiegt. Philipp Steinhart frotzelte danach gegen seinen Ex-Klub.

Es gibt Fußballspiele, die sind wie eine Symphonie. Andere muten wie ein Streichquartett in Moll an. Derbys hingegen können Rockkonzerte sein. Beim Duell des TSV 1860 II mit dem FC Bayern II war ordentlich Musik drin, es ging zur Sache, und am Ende setzte sich bei den Löwen der Katzenjammer, der den Alltag der ersten Mannschaft derzeit bestimmt, auch eine Etage tiefer fort.

1:3 verloren sie gegen den Stadtrivalen. Und das nicht unverdient. Das Grünwalder Stadion zeigte sich gestern Abend mal wieder von seiner besten Seite. 12 500 Fans versammelten sich auf den Rängen, und bald tauchte die untergehende Sonne den Himmel in malerisches Rot – vielleicht ein farblicher Vorbote, die Untermalung passte jedenfalls zum Geschehen. Bei den Blauen herrschte in den vergangenen Wochen Chaos, und nun hinterließen die Bayern blutrote Kratzer in der eh schon verwundeten Seele.

Den Toren von Gerrit Wegkamp (4.), Ylli Sallahi (45.) und Tobias Schweinsteiger (90.+1) hatten die Gastgeber lediglich den zwischenzeitlichen Ausgleich von Peter Kurzweg (30.) entgegenzusetzen – zu wenig für das Team, das laut Tabellenstand die Favoritenrolle innehatte.

Wie immer, wenn diese beiden Teams aufeinander treffen, hatte sich viel Prominenz auf den Rängen angesammelt. Löwen-Chefcoach Ricardo Moniz hockte neben Sportdirektor Gerhard Poschner, ein paar Plätze weiter schaute der frühere Bayern-Manager Christian Nerlinger zu, auch Ex-Profi Thorsten Fink und Hachings Präsident Manfred Schwabl mischten sich neben vielen anderen in die Menge. Es gab einiges zu sehen, wenn auch nicht den ganz gehobenen Fußball.

Es war den jungen Männern anzumerken, dass die Derbystimmung zwar die Gemüter erhitzte, damit aber auch das Lampenfieber erhöhte. Knackige Zweikämpfe überwogen im Vergleich zu Torchancen – gelungene Ballstafetten waren eine Rarität.

Steinhart frotzelt gegen 1860

Am Ende hatten die Bayern mehr Grund zum Lachen. Woran es heute gelegen habe, wurde Philipp Steinhart nach dem Abpfiff gefragt. Der Neu-Bayer, der im Sommer vom Lokalrivalen gekommen war, grinste frech: „Ausschlaggegend war, dass 60 meinen Vertrag nicht verlängert hat.“

Das spielerische Glanzlicht des Abends setzte Sallahi mit seinem 2:1. Der Bayer setzte einem verlorenen Ball entschlossen nach und zirkelte ihn dann am glücklosen Vitus Eicher vorbei ins lange Eck. Der Torwart gehört zu dem Quintett, das bis vorläufig zur zweiten Mannschaft verbannt wurde, allerdings steht er bei 1860 II regelmäßig im Kasten. Die restlichen Sünder standen nicht auf dem Spielberichtsbogen, saßen aber gut getarnt auf der Tribüne.

Vor dem Spiel notierte die Polizei heftige Zusammenstöße, es kam zu elf Festnahmen, dazu gab es vier leichtverletzte Polizisten zu beklagen.

Auf den Rängen sorgten die 1860-Fans für höhere Dezibelzahlen, Ausschreitungen gab es im Stadion nicht. Lediglich eine halbe Stunde vor Anpfiff gerieten die Fanlager aneinander, es wurden Bengalos ausgetauscht, fünf Minuten lang, bis die Polizei dazwischenging. Während der Partie brannten auch immer wieder Leuchtfeuer. Zwischenzeitlich intonierten die Anhänger der Löwen: „Die Nummer 1 der Stadt sind wir“ – nun, da lagen sie am Ende des Abends falsch. Dieses Rockkonzert endete mit Misstönen für die Blauen, die sich in diesen Tagen an Dissonanzen gewöhnen müssen.

Andreas Werner und Matthias Horner

Bayern schlagen Löwen - das kleine Derby in Bildern

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