Einschwören bei Weihnachtsfeier

Nach erster Pleite des FCB: Rummenigges Ruckrede!

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FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

München - Am Tag nach der 1:3-Watschn in Gladbach richtete Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag beim Nikolaustreff des FCB in Schuhbecks Teatro einen flammenden Appel an die Mannschaft.

Schön, dass sich nach wie vor Parallelen im Leben eines Fußballstars und eines 0815-Normalos finden. Setzt Letzterer einen Tag vor der Weihnachtsfeier einen Auftrag in den Sand, dürfte die Stimmung beim Empfang nur bedingt besinnlich sein. Genauso beim FCB. Am Tag nach der ersten Ligapleite der Saison war Wunden lecken angesagt, aber immerhin bei gegrillten Gambas und kross gebratener Entenbrust im Kreise der Familie. Dabei war’s doch nicht so schlimm, oder?

„Ich denke, die ganze Zeit, in der wir von Sieg zu Sieg geeilt sind, sind wir damit entspannt und unaufgeregt umgegangen. Ich habe mir gedacht, das sollte man dann auch mit einer Niederlage tun!“, sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in ruhigem Ton vor den Spielern und Angehörigen. Und koppelte an seine Unaufgeregtheit noch einen kleinen Appell – Rummenigges Ruckrede!

„Es ist ein ganz wichtiger Moment. Nicht, weil wir am Sonntag verloren haben, sondern weil ich glaube: Dieser Klub muss noch mal ein Stück zusammenrücken. Eine Niederlage hat immer dann etwas Gutes, wenn man aus ihr die richtigen Lehren zieht. Und aus dieser Niederlage kann man schöne Lehren ziehen. Ich spüre das: Wir haben eine Chance, in diesem Jahr alles zu packen. Wir haben eine Chance! Aber wir haben nur eine Chance, wenn wir noch mal alles dem FC Bayern unterordnen.“ Volle Konzentration also. Was aber meinte er genau, machte ihm der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Dortmund Sorge, der „nur“ noch fünf Zähler beträgt? „Man sollte das alles nicht so dramatisch sehen“, befand Philipp Lahm nach dem Spiel in Gladbach. „Wir sind noch fünf Punkte vorn und sind voll im Plan.“

Wie allerdings üblich bei Pleiten, ging jeder anders mit ihr um. Matthias Sammer zum Beispiel wählte den Weg der Frustbewältigung durch Austeilen. „Ich meine das wirklich nicht despektierlich“, versicherte der Sportvorstand nur bedingt glaubwürdig. „Aber Sie Journalisten sollten Ihre Lektion lernen. Und wir auch.“ Was er genau damit meinte: „Die Niederlage tut nicht gut, aber sie zeigt, dass diese Mannschaft von diesem Planeten ist und menschlich agiert. All das ist nicht selbstverständlich. Die Niederlage haut uns aber nicht um.“

Auch nicht Manuel Neuer! Der Schlussmann des FCB richtete bereits nach Abpfiff den Blick nach vorn. „Wir haben nie gesagt, dass wir alles überrennen und jede Mannschaft schlagen“, sagte der Keeper. „Wir wussten, dass irgendwann dieser Tag kommen wird. Natürlich haben wir dieses Pensum sehr lange durchgehalten, aber wir werden jetzt wieder aufstehen!“

Aufstehen – nach einer Serie von 14 Spielen ohne Niederlage. Klingt skurril, aber es kommt ja auf die Message an. Und die gab der Vorstandsboss am Sonntag noch ein wenig eindringlicher vor…

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José Carlos Menzel López

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