„Unverschämtheit ohnesgleichen“

„Wahlkampfgeschwätz!“ Hoeneß-Anwalt schimpft auf Minister

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Uli Hoeneß.

München - Nach der Drohung des nordrhein-westfälischen Justizministers Thomas Kutschaty, Hoeneß solle ob seiner Äußerungen in Liechtenstein vorsichtig sein, äußerte sich nun Hoeneß‘ Anwalt Steffen Ufer. 

Die Aufregung um Hoeneß‘ Auftritt in Liechtenstein ebbt auch ein paar Tage nach dessen aufsehenerregender Aussagen nicht ab. Hoeneß beschwerte sich in Vaduz, er sei der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht habe und trotzdem im Gefängnis gewesen wäre. „Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen“, so der Präsident des FC Bayern. 

Eine Reaktion folgte prompt: Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty sagte der Bild-Zeitung: „Offensichtlich haben 21 Monate in einem bayerischen Luxusknast am Starnberger See nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Steuerparadies Liechtenstein macht er sich über die ehrlichen Steuerzahler lustig.“ Dann holte Kutschaty zu einer Drohung aus: „Er sollte sehr vorsichtig sein. Denn er steht unter Bewährung. Und bei solchen Äußerungen kann man schon den Widerruf der Bewährung prüfen.“

„Eine Frechheit“

Darauf reagierte Hoeneß‘ Anwalt Steffen Ufer gegenüber der tz empört: „Das ist eine Unverschämtheit. Man fragt sich, ob der Minister überhaupt Jura studiert hat. Was er gesagt hat, war juristisch dumm. Weil ein Angeklagter selbstverständlich das Recht hat zu sagen, dass er glaube, sein Urteil war falsch. Zumal Herr Hoeneß der einzige Deutsche ist, der nach einer Selbstanzeige in Haft musste.“

Die Äußerungen des Ministers sieht Ufer als „Wahlkampfgeschwätz“ an. „Einen, der viel Geld hat, noch schnell mit Dreck bewerfen. Das ist ungerecht“, so der renommierte Strafverteidiger.

Hoeneß habe, so Ufer in der Bild, mit dieser Aussage in gar keiner Weise gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen. Und Ufer setzte nach, richtete eine Spitze gegen Kutschatys politische Heimat: „Herr Hoeneß hat überdies seine Strafe sehr viel härter verbüßt, als das in Nordrhein-Westfalen der Fall gewesen wäre. Dort wäre er vom ersten Tag an Freigänger gewesen. In Nordrhein-Westfalen hätte er es - anders als in Bayern - sehr viel schöner gehabt.“

Bei der Veranstaltung in Liechtenstein sprach Hoeneß noch über einige andere Dinge, die nun allerdings in den Hintergrund gerückt sind. Etwas Gutes hat die Aufregung aber dennoch, zumindest für den NRW-Minister: Der Name „Kutschaty“ dürfte vor der anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nun weitaus bekannter sein

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