Bis Schweinsteiger fit ist

Nach Lahm-Aus: Diese vier Alternativen hat Bayern

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Der Kapitän am ­Boden: Dante & Co. mit dem ­verletzten Philipp Lahm.

München - Die Bayern und der Lahm-Schock - doch von Sorgen ist nichts zu hören. Der Rekordmeister vertraut auf seinen Luxuskader. Wie die Lösung des Problems aussehen könnte.

Bayern in der Verletzungsfalle! Die Langzeitausfälle von David Alaba (Innenband) und Philipp Lahm (Sprunggelenk) reißen ein tiefes Loch ins Mittelfeld und lassen das Lazarett des Rekordmeisters auf acht Verletzte anschwellen. Was für ein Dilemma! Dennoch: Bei den Spielern ist von Sorgen nichts zu hören. Die Bayern vertrauen weiterhin auf ihren Luxuskader.

„Es stimmt schon, besonders im Mittelfeld stehen uns jetzt schon sehr wenig Mann zur Verfügung“, sagte Thomas Müller nach dem 1:0 in Spanien zur tz. „Aber da wird uns schon was einfallen. Die Tiefe in unserem Kader ist da extrem wichtig, das haben wir ja immer betont und deswegen stehen wir auch da, wo wir sind. Wenn man sieht, wie viele wirklich sehr gute Spieler dieses Jahr ausgefallen sind, muss man sagen, dass wir es super aufgenommen haben.“ Sieht Kollege Juan Bernat genauso: „Wir haben mächtig Pech! Das Gute ist, dass Schweini wieder eingestiegen ist und bald zurück ist.“

Noch viel nüchterner geht es eine Etage höher zu. Matthias Sammer erklärte am Mittwoch, dass man sich nach dem ersten Schock „relativ schnell schütteln muss“ und „kein Platz für Trauer und Sentimentalität“ da ist. Der Sportvorstand machte auch klar, dass man bei diesem Stand im Winter nicht noch einmal tätig werden wird. „Wir sind breit genug aufgestellt“, erklärte er. Dass gerade jetzt Spieler wie Pierre-Emile Hojbjerg oder Xherdan Shaqiri gefordert sind, die eigentlich in der Pause wechseln wollten, kommentierte Sammer nicht. Diese Einschätzungen sind „Spekulationen und Aussagen, aber nicht seitens der Verantwortlichen. Das ist alles Käse.“

Kein Käse ist, dass auch Thomas Müller mit Problemen zu kämpfen hat. Der FCB-Knipser bekam gleich zu Beginn der DFB-Partie einen Tritt von Sergio Ramos auf den Rücken, musste früh verletzt raus. Allzu schlimm hat es ihn allerdings nicht erwischt, bereits am Samstag gegen Hoffenheim will er wieder auf dem Platz stehen. Müller: „Ich hoffe, dass es nur eine Prellung ist und ich bis Samstag wieder spielen kann. Das war ein schöner Pferdekuss, hinten mit dem Knie in die Arschbacken, das ist schon schmerzhaft.“

Schmerzhaft dürfte es auch bei Philipp Lahm gewesen sein. Von mehreren Monaten Pause ist die Rede, da mussten sogar Ex-Kollegen schlucken. Toni Kroos sagte: „Das ist sehr schade und bitter, vor allem wenn es ein Spieler ist, mit dem man sich versteht und lange zusammengespielt hat. Da fühlt man mit.“ Sorgen muss man sich aber nicht, zumindest nicht um den FCB-Kader.

Was plant Pep?

Lahm ist nicht erst seit dieser Saison ein fester Bestandteil im Mittelfeld von Pep Guardiola – neben Xabi Alonso hatte er sich in der Zentrale festgespielt und seine Rolle als rechter Verteidiger abgehakt. Seine Position neben dem Spanier dürfte in den kommenden Wochen Bastian Schweinsteiger übernehmen, sobald er zu 100 Prozent fit ist. Bis dahin gibt es vier Alternativen. Da wären zum einen Pierre-Emile Hojbjerg,

Gianluca Gaudino oder Sebastian Rode als positionsgetreue Ersatzspieler, die einen eher unauffälligeren Part übernehmen würden. Besonders der Ex-Frankfurter Rode gilt als Zweikämpfer und Dauerläufer, nicht als strategischer Strippenzieher. Der ­Däne Hojbjerg bekundete zuletzt, ab dem Winter seine Chance bei einem anderen Verein suchen zu wollen, doch jetzt kann er plötzlich wichtig werden. Denkbar wäre auch, dass Juan Bernat vorrückt. Der 21-Jährige hat im flexiblen Pep-System bereits häufiger zwischen den Rollen als Außenverteidiger und linker Mittelfeldspieler gewechselt.

lop, mic

Philipp Lahm erfolgreich operiert

Der Lahm-Schock in Bildern

Der Lahm-Schock in Bildern

So läuft eine Sprunggelenks-OP

„Bruch am oberen Sprunggelenk“ – für Experten klingt diese Diagnose der medizinischen Abteilung des FCB vage. „Dabei handelt es sich um eine Art Überbegriff, der wenig darüber aussagt, was genau kaputt gegangen ist“, sagt der langjährige Olympia-Arzt Dr. Volker Smasal der tz. Wenn im oberen Sprunggelenk ein Knochen kracht, ist meist das Wadenbein betroffen. „Dann spricht man von einer Außenknöchelfraktur“, so Smasal. Fraktur heißt Bruch. „Es können aber auch das Schienbein, seltener das Sprungbein oder mehrere Knochen gleichzeitig durch sein.“ Nach Sprunggelenksfrakturen gilt es, eine wichtige Frage zu klären: Ist das Syndesmoseband gerissen oder intakt? Es hält Schien und Wadenbein zusammen, stabilisiert so das Sprunggelenk. Wenn, wie bei Lahm, eine OP erforderlich ist, könnte es sein, dass das Syndesmodeband demoliert ist und/oder sich der Bruch verschoben hat. „In diesen Fällen setzt man meistens eine Platte ein und verschraubt diese, um den Knochen wieder die Stabilität zu geben, die er zum Ausheilen braucht“, erklärt Dr. Smasal. Nach der OP einer Außenknöchelfraktur dauert es in der Regel drei bis sechs Monate, bis der Sportler seinen Fuß wieder voll belasten darf. Etwa nach einem Jahr wird das Metall wieder entfernt. Anschließend ist die Sportpause normalerweise aber auf nur zwei, drei Wochen beschränkt.

bez

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