"Bayern braucht wohl ein Feindbild"

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DFB-präsident Theo Zwanziger.

Berlin - DFB-Präsident Theo Zwanziger, hat auf die Kritik von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge reagiert. Er spekuliert, die Bayern wollten von möglichen eigenen Problemen ablenken.

Theo Zwanziger schlägt zurück und wehrt sich vehement gegen die „Abteilung Attacke“ von Fußball-Rekordmeister Bayern München: Der DFB-Boss warf Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag Populismus vor und unterstellte den Bayern, dass sie mit der Kritik nur von ihren eigenen Problemen ablenken wollen. Rummenigge hatte wie zuvor schon Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem DFB-Präsidenten eine zu große Nähe zu FIFA-Präsident Joseph S. Blatter unterstellt.

Von Giftgrün bis Königsblau - die Bundesliga-Trikots 2011/12

Von Giftgrün bis Königsblau - die Bundesliga-Trikots 2011/12

Aufsteiger FC Augsburg lässt Tobias Werner, Dominic Peitz und Marcel Ndjeng (v.l.) zur Präsentation antreten. © ap
Am blau-weißen Trikot von Aufsteiger Hertha BSC Berlin hat sich nicht allzuviel verändert. © getty
Gladbach-Neuzugang Oscar Wendt scheint sich im blütenweißen Trikot der Borussia wohlzufühlen. © getty
Mit giftig-grüner Trikotfarbe tritt der Meister von 2009 an, der VfL Wolfsburg. © dapd
Für Klaas-Jan Huntelaar und Schalke 04 hat sich an der Trikotfarbe nichts geändert: königsblau. © getty
Marko Marin trägt den klassisch grünen Dress von Werder Bremen. © getty
Neuer Mann, neue Arbeitskleidung: William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart. © dpa
Die in weißem Grundton mit dezenten blauen Längsstreifen gehaltene Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech. © dapd
Die Laune des kölschen Prinzen Lukas Podolski kann nur wenig verderben - erst recht nicht das strahlend weiße Jersey des 1. FC Köln. © getty
Der SC Freiburg vertraut auf ein rot-schwarzes Streifenmuster. © dpa
David Jarolim in der dem Trikotsponsor des Hamburger SV angepassten Pose. © getty
Das erneut in Bordeauxrot gefärbte Trikot des 1. FC Kaiserslautern gefällt auch Neuzugang Richard Sukuta-Pasu. © getty
Der "Club " aus Nürnberg präsentiert abgesetzte Querstreifen auf der Brust. © dpa
Rot ist die dominierende Farbe des Mainzer Trikots, hier vorgeführt von neuzugang Zoltan Stieber. © getty
Steht auch verletzten Spielern ganz gut: das neue Jersey von Hannover 96. © ap
Rot und Gold sind die Farben des neuen Bayern-Trikots. © dpa
Lars Bender trägt das schwarz-rot gehaltene Jersey von Bayer Leverkusen. © getty
Shinji Kagawa präsentiert das neue Trikot des amtierenden Meisters Borssia Dortmund. © getty

„Als Blitzableiter gebe ich mich nicht her. In Deutschland wird man wohl nur gefeiert, wenn man Blatter kritisiert. Aber was erreicht man dadurch? Nichts! Ich möchte sehr wohl in der FIFA einiges verändern und demokratisieren, wie es auch Rummenigge fordert“, sagte Zwanziger der Bild-Zeitung: „So steht es in meinem Fünf-Punkte-Plan. Der lässt sich jedoch nur mit Blatter umsetzen. Und daran arbeite ich bereits intensiv.“ Auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach empfindet die Angriffe der Bayern als „unangebracht und der Sache nicht förderlich.“

Rummenigge hatte die FIFA als „Korruptionsstadl“ gegeißelt und die Rolle des DFB-Präsidenten im Exekutivkomitee des Weltverbandes kritisch hinterfragt. Laut Zwanziger, der nach SID-Informationen am Montag sogar kurzzeitig über einen Rücktritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee nachdachte, wollen die Bayern mit ihren Attacken nur von eigenen Problemen ablenken. „Weil man nur öffentliche Stimmungen aufgreift, ohne sachlich zu argumentieren. Ich habe das Gefühl, die Bayern brauchen ein Feindbild, vielleicht um von möglichen eigenen Problemen abzulenken. Früher nahm man gerne den DFB, heute FIFA und Sepp Blatter“, sagte Zwanziger.

Rummenigge stößt bitter auf, dass Zwanziger zuletzt auch bei der Frauen-WM FIFA-Boss Blatter stets gebetsmühlenartig verteidigt hatte. „Zwanziger muss aufpassen. Die Politik, die er gegenüber dem FIFA-Präsidenten Sepp Blatter verfolgt, finde ich nicht sehr klug: Blatter stets zu verteidigen, obwohl die ganze Welt weiß, wie es wirklich ist. Die FIFA ist ein Korruptionsstadel - dafür gibt es genug Beweise -, das wird auch Zwanziger nicht ändern“, sagte Rummenigge.

Der Jurist aus Altendiez forderte indes von Rummenigge, die Vorwürfe gegen Blatter und die FIFA mit handfesten Beweisen zu untermauern. „Rummenigge scheint ja auch Beweise dafür zu haben, wie er sagt. Dann soll er doch bitteschön diese Beweise auf den Tisch legen. Oder werden hier nur allgemeine Verdächtigungen eingesetzt, weil es so schön in das allgemeine Stimmungsbild passt? „, sagte Zwanziger.

Nach Aussage von Zwanziger müsse der deutsche Fußball erkennen, „dass wir eine Chance haben, etwas zu verändern. Aber wenn er das nicht erkennt und ständig quer geschossen wird, haben wir auch keine Chance.“

Die Kritik von Hoeneß und Rummenigge ging dem DFB-Präsidenten am Montag sehr nahe. Nach einer kurzen Zeit des Nachdenkens schloss Zwanziger einen Rücktritt aber vorerst aus. „Aktuell sicher nicht. Es muss aber in naher Zukunft für den deutschen Fußball insgesamt und besonders für unsere Klubs klar werden, was man dort eigentlich will: Mit der aktuellen Führung der FIFA notwendige Reformen angehen oder Feindbilder pflegen“, sagte Zwanziger.

Zwanziger will die notwendigen Reformen in den kommenden Monaten als Teil des FIFA-Exekutivkomitees mit Verve angehen und wird voraussichtlich von Blatter beauftragt, neue Statuten für die Vergabe von Weltmeisterschaften zu schaffen. Damit sollen Bestechungszahlungen und Korruptionsfälle zumindest eingedämmt werden. „Wo Bestechung oder andere Taten bewiesen werden, müssen sie hart bestraft werden. Aber man darf nicht alles durcheinander werfen und gleich mit dem Stempel Korruption versehen, nur weil es etwas mit der FIFA zu tun hat“, sagte Zwanziger.

sid

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