Nach Unentschieden

Kalle und Sammer warnen die Bayern vor CL-Aus

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Harte Landung: Schweinsteiger enttäuschte.

München - Nach Feiern war dem FC Bayern nach dem schwachen Unentschieden gegen Donezk wirklich nicht zumute. Sowohl Rummenigge als auch Sammer warnen die Mannschaft eindringlich. Denn wenn sich der FC Bayern nicht steigert, droht tatsächlich eine Zitterpartie ums Weiterkommen.

Noch in der Nacht auf Mittwoch ging es für den FC Bayern mit dem Sonderflug LH 2571 wieder zurück nach München. Im Vorfeld war längst beschlossen, dass es in Lwiw wie sonst üblich kein Bankett geben würde. Eine Entscheidung, die bei der Reise in das ukrainische Krisengebiet mehr sicherheitspolitisch als sportlich bedingt war. Am Ende dürften die Bayern aber auch nicht böse gewesen sein, denn nach Feiern war am Dienstagabend nach dem 0:0 gegen Schachtjor Donezk niemandem so recht zumute.

„Das ist nicht unser Wunsch­ergebnis. Ich glaube, da brauchen wir nicht groß drumherumreden“, machte Karl-Heinz Rummenigge keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit. Der Vorstandsvorsitzende haderte nach dem torlosen Remis im Achtelfinal-Hinspiel gegen den ukrainischen Meister mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben es in der ersten Halbzeit verpasst, in Führung zu gehen. Das muss sich die Mannschaft ein Stück weit vorwerfen lassen. Wir hätten den Sack möglicherweise schon zumachen können.“

Das taten die Bayern nicht, also muss im Rückspiel am 11. März ein Sieg her – sonst ist Schicht im Schacht. Auch wenn Donezk am Dienstag ohne echte Torchance blieb, „darf man den Gegner nicht unterschätzen. Man kann immer ein blödes Gegentor kassieren“, warnte Rummenigge. Damit stieß er bei Matthias Sammer auf offene Ohren. „Es ist ein Scheinresultat“, meinte der Sportvorstand, um eine Runde weiterzukommen müsse die Mannschaft „die Antennen ausfahren. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, so Sammer weiter. Das haben auch die Ukrainer gemerkt, Schachtjor-Kapitän Darijo Srna glaubt vor dem Rückspiel an die nächste Runde: „Wir können zufrieden sein. Es wird schwer, aber nicht unmöglich, das Viertelfinale zu erreichen. Im Fußball ist alles möglich.“ Müssen sich die Bayern wirklich Sorgen um das Viertelfinale machen?

Wenn sich der FCB nicht steigert, droht tatsächlich eine Zitterpartie ums Weiterkommen

Zumindest hätten sie beruhigter schlafen können, wenn ihnen in der Arena Lwiw ein Tor gelungen wäre. „Das hätte uns gut getan“, meinte Kapitän Bastian Schweinsteiger, der aber ähnlich wie seine Kollegen kaum Impulse in der Offensive setzte. Während die Münchner in der ersten Hälfte immerhin noch zwei Halbchancen durch Thomas Müller (11., 31.) vorzuweisen hatten, neutralisierten sich beide Teams nach der Pause zunehmend. „Wir haben sehr wenig zugelassen. Das ist etwas sehr Positives, was wir mitnehmen können“, versuchte sich Mario Götze in Zweckoptimismus, während Thomas Müller zugab, „dass wir uns mehr erhofft haben“. Nach dem Platzverweis gegen Xabi Alonso konzentrierte sich der Rekordmeister zunehmend darauf, bloß keinen Gegentreffer zu kassieren. Nicht nur Rummenigge, der Schiri Alberto Undiano Mallenco als „eine einzige Katastrophe“ bezeichnete, haderte dabei mit dem Unparteiischen, auch die Spieler fühlten sich nicht unbedingt wohl unter der Leitung des spanischen Referees. „Er hat die Hand ja grundsätzlich sehr schnell an der Tasche. Damit schadet man auch ein bisschen den Spielern, die in jeder Situation Angst haben müssen, eine Karte zu riskieren“, meinte Müller, gab aber auch zu, „dass der Schiedsrichter nur ein Teil des Spiels“ sei. Bis zum Rückspiel müssen sich die Roten jedenfalls steigern, sonst droht tatsächlich eine Zitterpartie ums Weiterkommen. „Das ist noch nicht Bayern München“, meinte Sammer nach der Partie, „und da müssen wir wieder hin“. Am besten schnell.

Pressestimmen: "Bayern ungewohnt schwach"

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sw

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