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FC Bayern mit Wechsel-Fehler in Freiburg: Schiedsrichter Dingert klärt Wirrwarr auf

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Von: Alexander Kaindl

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Julian Nagelsmann (l.) und Christian Streich hatten nach dem Spiel zwischen Freiburg und Bayern einiges zu besprechen.
Julian Nagelsmann (l.) und Christian Streich hatten nach dem Spiel zwischen Freiburg und Bayern einiges zu besprechen. © Thomas KIENZLE / AFP

Der FC Bayern München spielte beim SC Freiburg kurzzeitig zu zwölft. Nach dem Spiel wurde das Wechsel-Chaos aufgeklärt.

Freiburg - Der SC Freiburg erwartete am Samstagnachmittag den FC Bayern München (zum Nachlesen im Ticker). Dabei kam es zu einer kuriosen Szene: Der FC Bayern wechselte in der Schlussphase, allerdings hat Kingsley Coman nicht mitbekommen, dass er ausgewechselt wurde. Er blieb auf dem Platz - so waren die Münchner rund 20 Sekunden lang zu zwölft. Es folgten lange Diskussionen, das Spiel wurde schließlich mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt. Es gab acht Minuten Nachspielzeit.

Wir haben die Stimmen zur Partie gesammelt - natürlich war der Wechsel-Fehler das große Gesprächsthema.

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München) nach dem Spiel über ...

... den Wechsel-Fehler: „Es war konfus. Coco ist rein, ich glaube, auf Toilette. Dann war ein Durcheinander. Dann war die falsche Nummer auf der Tafel, nicht die elf von Kingsley. Es passieren Fehler. Aus Sicht von beiden Teams, aus Sicht eines fairen Sports war nichts, was dagegen spricht, dass es fair war. Man macht hier ein gutes Spiel und danach steht jeder da und fragt nach dem Regelwerk. Ich habe bei Regelkunde eh nie aufgepasst - kleiner Scherz, schöner Gruß an Lutz Wagner.“

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München) nach dem Spiel über ...

... den Wechsel-Fehler: „Ich habe keine großen Bedenken. In den 20 Sekunden ist nicht viel passiert. Ich gehe davon aus, dass alles zählt.“

Christian Dingert (Schiedsrichter beim Bayern-Sieg in Freiburg) nach dem Spiel über ...

... den Wechsel-Fehler. „Es war eine total konfuse Situation: Es war ein Doppel-Wechsel von Bayern München. Es wurde zunächst eine falsche Nummer angezeigt, weshalb sich der Spieler Coman mit der Nummer elf nicht angesprochen gefühlt hat. Deswegen war kurzzeitig ein zwölfter Spieler auf dem Feld, was nicht sein darf. Wir haben es bemerkt und das Spiel dann unterbrochen. Wir haben uns dann beraten, anschließend wurde mit Schiedsrichterball weitergemacht. Für uns ist es ärgerlich, weil diese Szene jetzt natürlich im Mittelpunkt ist. Wir vermerken das im Spielbericht. 15, 16 Sekunden war das Spiel mit zwölf Spielern. Es ist kein Tor passiert. Wir vermerken das, alles weitere wird der DFB entscheiden.“ Die DFB-Regel ist in einer solchen Lage relativ eindeutig.

Jochen Saier (Sportvorstand SC Freiburg) nach dem Spiel über ...

... den Wechsel-Fehler: „Ich muss es auch nochmal in Ruhe anschauen ehrlicherweise. Wir haben den Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht, dass Bayern elf Feldspieler drauf hat. Ich weiß nicht, wie lange, ich glaube, es war nicht so lange. Dann ging Coman langsam vom Feld. Das war eine extrem skurrile Szene, die ich so auch noch nie erlebt habe. Ob das Auswirkungen hat? Das kann ich nicht beurteilen. Der Schiedsrichter hat es lange bewertet, hat dann weiterspielen lassen. Es war sehr emotional, wir müssen es jetzt ein bisschen runterkochen und dann mal drüber nachdenken.“

Nico Schlotterbeck (Verteidiger SC Freiburg) nach dem Spiel über ...

... den Wechsel-Fehler: „Niki Süle kommt rein und mir ist aufgefallen, dass keiner rausgeht. Dann wird gespielt, ich habe erstmal durchgezählt und habe dann dem Schiri Bescheid gegeben. Wenn ich das nicht mache, sieht er es gar nicht, glaube ich. Und dann, keine Ahnung, waren es zwölf Mann, aber was das dann ist ...“

Christian Streich (Trainer SC Freiburg) vor dem Spiel über ...

... die Länderspiele von Flekken und Schlotterbeck: „Beide waren gut, ruhig und klar in ihrem Spiel. Sie sind am Donnerstag zurückgekommen, wir haben kurz darüber gesprochen. Aber wir hatten nicht lange Zeit.“

... die Verlängerung von Nils Petersen: „Es hat gedauert, weil man offen spricht und Nils eine Entscheidung treffen muss. Zu der muss er dann zu 100 Prozent stehen. Er ist ein außergewöhnlicher Mittelstürmer, die Fans lieben ihn. Es freut mich total, dass wir zumindest nochmal ein Jahr zusammenarbeiten können. Das ist super.“

... die Chancen gegen Bayern: „Man muss viele Dinge berücksichtigen. Du musst sehr handlungsschnell sein, du darfst keinen offenen Schlagabtausch zulassen. Vielleicht können wir das Spiel so gestalten, dass es für Bayern schwierig wird.“

... die Aufstellung: „Es wären auch drei, vier andere Varianten möglich gewesen. Entscheidend ist nicht das System, sondern, wie man es umsetzt.“

... seine Bilanz gegen Nagelsmann: „Gegen Kloppo habe ich viel verloren, gegen Julian wahrscheinlich auch. Es ist schwer, gegen ihn zu spielen - weil er wahnsinnig gute Mannschaften hat und weil er ein wahnsinnig guter Trainer ist. Die zwei Komponenten zusammen sind nicht gut.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München) vor dem Spiel über ...

... den SC Freiburg: „Sie sind sehr gut ausgebildet, arbeiten über Jahre zusammen. Die Spieler kennen Christian Streichs Ideen, er ist variabel, kann im Spiel umstellen. Er ist ein Anpeitscher. Es ist immer eine Herausforderung, hier zu spielen.“

... das Meisterrennen: „Es liegt auch daran, was Dortmund macht. Wenn wir gewinnen und sie verlieren, sieht es gut aus.“

... Joshua Kimmich: „Der Nachwuchs ist noch nicht da. Er ist heute früh nachgeflogen, ich gehe davon aus, dass er das ganze Spiel zur Verfügung steht.“

... das Comeback von Goretzka: „Leon soll es genießen, das ist das wichtigste für mich. Er soll einen Rhythmus bekommen, er soll nicht zu verkopft sein. Er soll so spielen, wie er trainiert hat. Das war herausragend gut.“

... seine Aufstellung: „Es ist eine Viererkette geplant, wir haben die Ordnung bewusst so gewählt. Wir haben aber die Option auf Dreierkette.“

... den Bankplatz von Musiala: „Belastungssteuerung. Er hat alle Spiele gemacht, auch in der Nationalmannschaft. Es ist kein Leistungsgrund. Wir wollen ihn auch am Mittwoch bei 100 Prozent Frische haben.“

... den angeschlagenen Lewandowski: „Ich hoffe, er bekommt nicht allzu viele Schläge gegen die Rippe. Aber er wollte unbedingt beginnen, mal sehen, wie lange es reicht.“ (akl)

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