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„Spezieller Typ“: Ex-Coach Nagelsmann verrät Details über Sandro Wagner

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Von: Andreas Knobloch

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1899 Hoffenheim - Darmstadt 98
Julian Nagelsmann und Sandro Wagner während ihrer gemeinsamen Zeit in Hoffenheim. © dpa / Uwe Anspach

Julian Nagelsmann hat diese Saison mit dem dritten Platz bewiesen, was in Hoffenheim alles möglich ist. In der Hinrunde trainierte er noch Sandro Wagner. Nun hat der Trainer verraten, wie sein Verhältnis zum Stürmer ist.

Hoffenheim - Julian Nagelsmann hat sich mit der TSG Hoffenheim für die Champions League qualifiziert. In der Hinrunde konnte der Trainer beispielsweise noch auf Sandro Wagner bauen. Der Stürmer wechselte in der Winterpause zum FC Bayern München. Der Coach ist aber weder sauer noch gekränkt über den Transfer, ganz im Gegenteil. „Ich glaube, er hat sich auch toll entwickelt bei uns und hat sich seinen Lebenstraum erfüllt, zu Bayern zu wechseln. Das macht mich schon stolz. Das freut mich auch für ihn“, so Nagelsmann bei der Bild. 

Wagner gilt als besonderer Typ. Der Angreifer nimmt kein Blatt vor den Mund, ist selbstbewusst und eckt dadurch auch manchmal an. So eine Art von Spieler ist dem Hoffenheim-Trainer in seiner kurzen Zeit noch nicht unter gekommen. „Ich vermisse ihn schon, weil er ein sehr spezieller Typ ist. Ein außergewöhnlich toller Mensch – muss man sagen. Der auf dem Feld nicht immer ganz einfach zu führen war. Das weiß er auch – glaube ich. Aber das hat mich auch wachsen lassen. Ich hatte davor eher weniger komplizierte Spieler. Von daher war es schon sehr interessant, mit ihm zu arbeiten“, so der 30-Jährige. 

„Sie müssen ihre Freiheit bekommen“

Doch wie geht man mit solchen Spielertypen um, die nicht wie Roboter oder Marionetten alles mit sich machen lassen? „ „Natürlich müssen sie auch ihre gewissen Freiheiten bekommen. Es ist wichtig, dass man Leute, die eine Meinung haben, diese auch äußern lässt und sie nicht immer klein bügelt und ihnen auch einen gewissen Raum gibt, wenn sie ein bisschen extrovertierter sind, das auch auszuleben. Dann ist das Arbeiten ganz angenehm“, sagt der Trainer. Erst jüngst hat Wagner wieder für Aufsehen gesorgt, nachdem er aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, weil er nicht im erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft nominiert wurde. 

Nagelsmann scheint die richtige Balance gefunden zu haben, um mit - in seinen Worten - „speziellen Typen“ arbeiten zu können. „Es gibt auch mal Situationen, wo du drüber hinweg schauen musst über irgendwas, was du nicht sofort sanktionieren willst. Wenn du Typen auf dem Feld hast, dann ecken die einfach mal an und man darf das nicht alles klein machen“, sagt der gebürtige Landsberger und führt weiter aus: „Sondern es ist ähnlich wie in einer Vaterrolle, da muss man auch mal über irgendwas hinwegschauen und mal mit einem Zwinkern sagen, dass man es gar nicht wahr genommen hat, obwohl man es wahrgenommen hat.“

„So ein Spieler ist für jede Mannschaft wertvoll“

Dass bei einem Verhältnis zwischen Trainer und Spieler, nicht nur der Spieler vom Übungsleiter etwas lernt, beschreibt auch Nagelsmann: „Dann ist es für jede Mannschaft wertvoll und auch für die Entwicklung eines Trainers wertvoll, auch mal mit jemanden zu arbeiten, der nicht ganz stromlinienförmig ist.“ Auch Wagner hat das Trainer-Talent nicht vergessen. Zu dem Bayern-Spieler pflegt der Sinsheimer noch guten Kontakt und sogar ein baldiges Wiedersehen. „Wir schreiben auch ab und zu, werden uns auch im Sommer sicher sehen und mal mit den Familien Essen gehen. Das haben wir schon ausgemacht“, so Nagelsmann.

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ank

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