Bei Weltmeister-Frage

Neu-Bayer Bernat: Dicker Scherz gleich am ersten Tag

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Mit der Familie zur Bayern-Familie: Juan Bernat (M.) mit Bruder Alejandro (l.), Zwillingsschwester Ines, Mutter Amparo und Vater Alejandro. Foto: RS

München - Der FC Bayern sorgt mit dem flexiblen Neuzugang Juan Bernat vor – er ist laut Sammer nicht nur Ersatz für Alaba. Am ersten Tag war er gleich zu einem dicken Scherz aufgelegt.

Vater Alejandro im Karo-Hemd mit Fotoapparat, Mutter Amparo breit lächelnd, die Geschwister Ines und Alejandro etwas schüchtern. So trat die Familie von Bayern-Neuzugang Juan Bernat gestern an der Säbener Straße bei der Vorstellung des 21-Jährigen auf. Kaum verwunderlich, dass der Spanier bei so geballter Unterstützung gleich Mut für Scherze hatte. Auf die Frage, wer das WM-Finale Deutschland gegen Argentinien gewinnen würde, antwortete er frech: „Argentina!“ Er überlegte kurz und revidierte, ganz brav: „Deutschland hat die besten Leistungen gezeigt. Ich denke, sie siegen.“ Sicher ist sicher, man will es sich ja nicht gleich im neuen Land verscherzen.

Auch vom Rekordmeister hat der U-21-Nationalspieler bereits ein klares Bild: „Der FC Bayern ist einer der größten Vereine der Welt – einfach ein Meister. Ich musste nicht lange überlegen, als das Angebot kam.“ Sportdirektor Matthias Sammer hörte dem Spanier aufmerksam zu und stellte dann fest: „Er spielt auch so Fußball, wie er redet: kurz, knapp, schnell, prägnant und sachlich.“ Der Klub habe sich für ihn entschieden, weil er ein Profi mit sehr großer Perspektive sei – „nicht nur für den FC Bayern, sondern im absoluten Top-Bereich“. Das erklärt auch, warum man ihn gleich für fünf Jahre bindet.

Bernat ist als Außenstürmer beim FC Valencia groß geworden, hat dort aber in der vergangenen Saison in all seinen 32 Liga-Einsätzen und in der Europa League als Linksverteidiger agiert. Eine Ersatz-Rolle für Bayern-Linksverteidiger David Alaba dementierte Sammer schon im Vorfeld: „Wir planen nicht nur mit ihm als Backup für die linke Seite, sondern wir erhoffen uns, dass er sich schnell adaptiert und ein gestandener Spieler in der Defensive und Offensive wird.“

Neuzugang Bernat trainiert schon mit

Neuzugang Bernat trainiert schon mit

Das könnte besonders relevant werden, wenn Alaba die Planstelle von Mittelfeldspieler Toni Kroos, dem Real Madrid den Kopf verdreht hat, übernimmt. Mit dem Einkauf des Spaniers sicherten sich die Bayern somit gleich doppelt ab: Sollten Alaba oder Ribery ausfallen, hat man mit dem jungen Bernat einen zukunftsträchtigen Ersatz. Folgt Kroos dem Ruf der Madrilenen, ermöglicht man Pep Guardiola durch ihn einen Alaba-Einsatz im Zentrum.

Kein Wunder, dass Guardiola den flexiblen Spanier, der die Bayern 10 Millionen kostete, für sein Team haben wollte. Vor allem ein Gespräch mit dem Trainer überzeugte Bernat von dem Wechsel. „Ich bin ein begeisterter Pep-Fan und der Überzeugung, dass ich noch viel von ihm lernen kann und werde“, sagte er. „Ich mag seine Philosophie. Sie stimmt mit meinem Spielstil überein.“ In seiner Heimat vergleichen sie ihn bereits mit Jordi Alba, der einst auch von Valencia aus durchstartete und heute beim FC Barcelona die linke Abwehrseite absichert.

Dass die Bayern 2001 gegen Valencia die Champions League gewannen, nimmt Bernat seinem neuen Klub übrigens nicht krumm: „Ich war damals acht, es hat schon geschmerzt – aber jetzt ist alles anders.“ Er weiß schon, wann er frech sein darf und wann er brav sein muss.

Julia Riese

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