„Er ist der Chef, und ich muss machen, was er sagt“

Anders als Pep und Carlo: So verändert Neu-Trainer Kovac die Vorbereitung der Bayern

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Kovac hat laut Aussagen von früheren Weggefährten eine „natürliche Autorität“.

Niko Kovac wird in den nächsten Tagen bereits in die Planung des FC Bayern München für die neue Saison eingebunden werden. An diesen Stellen möchte er ansetzen. 

Update vom 2. Juli: Nun ist der neue Trainer auch offiziell angekommen. Bei einer Pressekonferenz sprach der neue Trainer Niko Kovac über seine Taktik und die Mannschaft des FC Bayern München.

Vor der Saison, ist nach der Saison und so laufen beim FC Bayern bereits die Planungen für die neue Spielzeit. Schließlich beginnt an der Säbener Straße nun eine neue Zeitrechnung: Die Ära Niko Kovac. Der Kroate, der den Bayern mit dem 3:1-Sieg seiner Frankfurter im DFB-Pokalfinale noch einmal so richtig in die Suppe spuckte, hat nur wenig Zeit seinen Triumph in vollen Zügen zu genießen. Zwar läuft sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister offiziell erst ab dem 1. Juli, dennoch werden die Münchner ihn bereits früher in die Planung für die Saison 2018/19 einbinden. 

So berichtet die Sport Bild, dass sich Kovac schon in den kommenden Tagen mit Hasan Salihamidzic treffen wird, um erste Details zu besprechen. Wichtigste Themen dabei: Der Ablauf der Saisonvorbereitung, in der sportliche und ökonomische Belange sorgfältig gegeneinander abgewägt werden müssen und die künftige Kaderstruktur. 

Das Training beginnt schon eine Woche früher

Statt wie ursprünglich geplant am 9. Juli soll die Vorbereitung der Bayern schon am 2. Juli beginnen. Diejenigen Spieler, die an der Fußball-WM in Russland teilnehmen, werden etwas später mit dem Training beginnen. Somit werden die Bayern-Profis ihren neuen Chef und dessen Trainings-Methoden schon eine Woche früher kennen lernen.

Ohne das auf Kovac unzutreffende Klischee vom Fitness-Fanatiker, der seine Spieler wie ein Aufseher über den Platz jagt und den Medizin- dem Lederball jederzeit vorzieht, bedienen zu wollen, lässt sich nüchtern konstatieren, dass der 46-Jährige bei all seinen Stationen großen Wert auf die konditionelle Verfassung seiner Schützlinge legt - und die war bei den Bayern zuletzt nicht immer auf Top-Niveau. Das ergab die Analyse der letzten Jahre, wie die Sportbild berichtet. Um dem entgegenzuwirken, besinnen sich die Bayern in diesem Sommer auf eine alte, in den letzten Jahren, jedoch ausgesetzte Tradition und halten ihr Trainingslager am Tegernsee ab. Hier sollen die konditionellen Grundlagen für eine lange Saison gelegt werden. 

Damit bei allem sportlichen Fokus des Rekordmeisters die wirtschaftlichen Belange nicht zu kurz kommen, geht es anschließend für eine Woche zu Promo-Zwecken nach Österreich und in die USA, bestreitet mehrere hochklassige Testspiele. Allerdings will man bei der Planung der Reise Konsequenzen aus den Fehlern vergangener PR-Auftritte gezogen haben.

Weggefährten betonen Kovacs Stärken

Auch beim Thema der Kaderplanung dürfte sich das Vorgehen von Kovac von dem seiner Vorgänger unterscheiden. Während Guardiola eine sehr präzise Vorstellung von seiner favorisierten Art des Fußballspiels und der dafür benötigten Spieler hatte, gilt Kovac als deutlich pragmatischer. Bereits bei Frankfurt musste er größtenteils mit den vorhandenen Spielern arbeiten, auch bei den Bayern wird er sich erstmal einen Eindruck über den Kader und dessen Potentiale verschaffen wollen. 

„Niko hat die ganze Zeit in Frankfurt erkannt, was die Mannschaft kann, und sie genau nach diesen Fähigkeiten ausgerichtet“, erläuterte Salihamidzic gegenüber der Sportbild: „Er hat jeden Spieler motiviert, gepackt und mitgenommen. Er ist ein cleverer Trainer, der versuchen wird, aus unserer Mannschaft in allen Bereichen das Maximale herauszuholen. Wir werden in allen Bereichen arbeiten.“ 

Dass der in Interviews so charismatische Kroate intern auch anders kann und eine natürliche Autorität ausstrahlt, berichtet mit Ivica Olic ein ehemaliger Bayer, Landsmann und Freund von Kovac. „Wir waren als Spieler zehn Jahre die besten Freunde“, so Olic. „Aber als Niko unser Nationaltrainer in Kroatien wurde, hat er mir sofort klargemacht: Er ist der Chef, und ich muss machen, was er sagt!“

Möglicherweise kann Kovac auf diese Weise auch Stars wie Lewandowski, bei denen es immer wieder Gerüchte um Abgänge gibt, voll auf seinen Kurs einschwören. 

Update vom 30. Juli

Die ersten Personalentscheidungen sind schon getroffen. Gibt es einen neuen Kapitän unter Niko Kovac beim FC Bayern?

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