Der Frust der Reservisten

Neue Eiszeit beim FC Bayern? Das sind potenzielle Brandherde

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Größtes Sorgenkind nach dem faden Remis gegen Berlin: Franck Ribéry.

Sportlich läuft es beim FCB trotz des jüngsten Punktverlustes gegen Berlin optimal. Doch nicht alle Spieler der Münchner haben Grund zur Freude: Franck Ribéry hat Probleme, ein Trio guckt noch häufiger in die Röhre.

Minus fünf Grad! Der Blick aufs Thermometer ließ am Samstag nur einen Schluss zu: Eiszeit in der Allianz Arena. Doch nicht nur die äußeren Bedingungen beim 0:0 gegen die Hertha waren frostig, auch das FCB-Binnenklima bekommt Risse. 

Größtes Sorgenkind nach dem faden Remis: Franck Ribéry. Jupp ließ den Franzosen zwar mal wieder von der Leine, Werbung in eigener Sache machte der Monsieur aber nicht. Die Großchance in Minute 36 verballerte Ribéry kläglich, sonst zeigte der 34-Jährige fast gar nichts. Als Heynckes ihn zwanzig Minuten vor Schluss vom Feld nahm, war Franck ordentlich gefrustet, schlug nur kurz mit dem Trainer ab. Anschließend schwieg er. 

Robben rudert nach Gefühlsausbruch zurück

Sportdirektor Hasan Salihamidzic, aktuell vor allem als Seelenstreichler gefragt, meinte: „Franck hat sich reingehauen, seine Sache ordentlich gemacht.“ Ordentlich reicht aber nicht für Jupps Startelf. Mit dem Brasilianer Malcom (20) soll laut SportBild bereits ein neuer Flügelflitzer im FCB-Visier sein, es soll Einigkeit über einen Fünf-Jahres-Vertrag herrschen. Knackpunkt: Die Klubs haben noch nicht verhandelt. Malcom soll mindestens 60 Millionen kosten. Zukunftsmusik, die aktuelle Lage erklärt Brazzo so: „Der Trainer versucht, die Mannschaft aufzustellen, die den maximalen Erfolg bringen kann. Er versucht auch, allen Spielzeit zu geben.“ 

Das trifft bei Ribéry und Robben zu, Kicker wie Sebastian Rudy, Juan Bernat und Corentin Tolisso gucken aber regelmäßig in die Röhre. Keiner der drei wollte nach dem Berlin-Spiel reden. Wohl auch, weil sie aus Robbens Ego-Nummer schlau geworden sind. Misstöne sind offenbar nicht erwünscht! 

Denn der Niederländer ruderte zurück. Robben: „Da war ein Satz, in dem ich etwas über meine Gefühle gesagt habe. Ein, zwei Tage später denke ich auch, dass ich den Satz nicht hätte sagen müssen.“ Eigene Meinung oder erwünschte Meinung? Entscheiden Sie. Eines wollte Arjen aber klarstellen: „Ich störe die Mannschaft nicht. Als Spieler darf man sauer sein, muss man sauer sein.“ 

Wird die Rotation in der heißen Saisonphase abnehmen?

Mats Hummels gewährte einen Einblick ins Seelenleben des Teams. Zur Robben-Kritik sagte er: „Uns stört das nicht, das ist ein bisschen ein Medienthema. In der Mannschaft wird es  kurz besprochen, aber nicht großgemacht. Nach einem Spiel wie gegen Besiktas sind natürlich viele unzufrieden.“ 

Besserung ist für Rudy und Bernat nicht in Sicht. Klar, im Rückspiel gegen Besiktas in Istanbul dürften sie mal wieder ran. Bei einem 5:0-Polster aber auch kein Vertrauensbeweis. Viel erschreckender für die Dauer-Reservisten ist eine Aussage nach dem Besiktas-Spiel. Der Coach: „Wir hatten Spieler, die bis zu zehn Tage nicht mehr gespielt haben. Das werde ich nicht mehr machen.“ 

Weniger Rotation heißt weniger Spielzeit für die, die hinten dran sind. Geht es nach Arturo Vidal, dürfen Rudy, Bernat & Co. ruhig mal aufmucken. Der Krieger zu Robbens Seelenstrip: „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Spieler diese Wut mitbringen und immer spielen wollen.“ Vidal weiter: „Natürlich ist es schwierig, auf der Bank zu bleiben. Noch schwieriger ist es aber, wenn du nicht im Kader bist. Auch diese Spieler würden bei jeder anderen Mannschaft der Welt spielen.“ Warme Worte gegen die FCB-Eiszeit. 

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Jonas Austermann, José Carlos Menzel López

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