So erlebten FCB-Fans im Big Apple das 5:1

Mia san New York – so feiern Bayerns US-Fans

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Der New Yorker FCB-Fanklub.

München - Rund um die Welt fieberten die Fans beim 5:1-Sieg ihrer Bayern gegen den Konkurrenten aus Dortmund mit. Auch in New York versammelten sich die roten Anhänger zum Spitzenspiel.

Hand aufs Bayern-Herz: Es gibt dann und wann Termine, für die selbst der eingefleischte Fan ein Spitzenspiel sausen lassen muss. Aber in Deutschland hat wohl noch keinem Fußballbesessenen der Kirchgang einen Strich durch die Rechnung gemacht. In New York, mit sechs Stunden Zeitverschiebung, kann das durchaus passieren. Als Glenn Johnson im Sonntagsdress und Fanschal abgehetzt in der Smithfield Hall Sportsbar ankommt, ist die Bayern-Messe an diesem Spieltag schon gelesen. In der 66. Minute hat der Rekordmeister dem BVB mit einem fünften Tor den Garaus gemacht. „Wo bist du gewesen?“, wird Glenn von den Mitgliedern des FC-Bayern-München-Fanklubs NYC gefragt. „Ich war in der Kirche“, antwortet der Superfan aus Harlem. „Hey, aber das hier ist unsere Kirche“, schallt es ihm entgegen.

Nun ja, gesungen wird in der Sportsbar und im Gotteshaus. Bei fünf Toren werden alle Vereinslieder ausgiebig intoniert. Schließlich adaptiert die internationale Anhängerschaft des Klubs die deutsche Sprache so besonders schnell – ganz egal wo die Wurzeln des New Yorker Bayernfans zu finden sind. Auf jeden Fall wird der BVB mit einem glasklaren „Auf Wiedersehen“ verhöhnt – nahezu akzentfrei. Henning Stumm, der bereits seit 1985 in New York lebt, hat mit seiner Frau Eliana Marcia, die aus Sao Paulo stammt, noch einen Sitzplatz ergattert. Es ist einfach brechend voll im Smithfield. Das Paar gibt nicht nur in FCB-Trikots ein perfektes Duo ab – abseits des Wochenend-Brauchtums wird auch gemeinsam musiziert.

Die Gemeinde ist heterogen, aber das Herz schlägt harmonisch für den Rekordmeister. Manuel Fihman aus Venezuela hatte es irgendwann satt, seinen Landsmännern nachzueifern und brasilianischen Fußball in den Himmel zu loben. Inmitten des New-York-City-Fanklubs fühlt er sich wohler, denn alle sind sich einig: Die Torbilanz ist einfach „Fuckin awesome“. Fihman nutzt seine knapp bemessenen Urlaubstage, um die Bayern live in München zu sehen. Auch Tassilo von Parseval, gebürtiger Kölner und Wahl-New-Yorker, lässt sich kein Spiel entgehen. Wenn ein Champions-League-Spiel angesetzt ist, wird beim Arbeitgeber Urlaub eingereicht. „Als ich 2006 in die Stadt kam, bin ich erst einmal Anhänger der New York Mets geworden“, erinnert sich Parseval. Als der Fanklub 2012 ins Leben gerufen wurde, bedeutete es das Aus für die Baseball-Leidenschaft.

Glenn Johnson ist nicht das einzige Mitglied des Fanklubs, das die Tore verpasst hat. Der Gründer und Präsident Matthias Schmitt hatte selber an diesem Sonntagvormittag ein Spiel und drängelte sich nicht in die prallgefüllte Sportsbar. Er weiß, dass seine Fankollegen das Brauchtum in bester bajuwarischer Manier pflegen – auch ohne den Klubchef. Ob das Live-Erlebnis in New York oder in München besser ist, sei dahingestellt. Sicher ist, dass die internationalen Begegnungen in der Metropole nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in der Kneipe stattfinden: Vorm Heimgehen wünschen Johnson & Co. den ManU- und Arsenal-Fans, die neben ihnen an der Theke stehen, noch alles Gute.

Miriam Schönrock

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