Er ist sogar Nationalspieler

„Echter verpasster Transfer“: BVB gab Top-Talent einen Korb - Jetzt ist er Bayern-Star

FC Bayernspieler jubeln mit dem Torschützen Niklas Süle ( FC Bayern München ) : Leon Goretzka ( FC Bayern ) und Kingsley Coman ( FC Bayern ) jubeln ausgelassen mit ihm
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Leon Goretzka (von links) jubelt mit Niklas Süle und Kingsley Coman.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat hätte einen jetzigen Bayern-Profi in jungen Jahren zum BVB holen können. Doch der Talente-Späher entschied sich gegen Niklas Süle.

München - Sven Mislintat gilt in der Szene als großer Talente-Entdecker. Nachdem er sich bei Borussia Dortmund als Chefscout und Direktor Profifußball einen Namen gemacht hat, wechselte er Ende 2017 als Leiter der Scouting-Abteilung zum FC Arsenal. Nach gut zwei Jahren in London ist Mislintat seit April 2019 Sportdirektor beim VfB Stuttgart. Doch seinem geschulten Auge gingen auch schon spätere Weltstars durch die Lappen.

Bei PSG-Star Kylian Mbappe habe „damals der Zugang gefehlt“, 2016 war der frühere Monaco-Stürmer ablösefrei zu haben. „Da waren viele Teams dran. Wir hatten aber keine Chance, das zu gewinnen. Wenn du Mbappe damals ablösefrei aus Monaco hättest klauen können, wäre es natürlich ein Mega-Deal gewesen“, sagte Mislintat im Podcast kicker meets DAZN. Mislintat gab auch einen im Nachhinein ärgerlichen Fehlgriff zu.

Sven Mislintat gesteht großen Fehler ein - Er hätte Bayern-Star Niklas Süle zum BVB holen können

„Ein echter verpasster Transfer war Niklas Süle“, verrät Mislintat. Der heutige Bayern-Profi und Abwehrchef der deutschen Nationalmannschaft stand in jungen Jahren auf dem BVB-Zettel. Süle in Schwarz-Gelb statt in Rot? Eine bittere Vorstellung für viele Bayern-Fans. „Er hat damals mit Marian Sarr in der U17-Nationalmannschaft gespielt. Wir haben uns schließlich für Sarr und gegen Süle entschieden“, erklärt Mislintat. Rückblickend betrachtet eine sehr unglückliche Entscheidung.

Die Karrieren des Innenverteidiger-Duos schlugen komplett unterschiedliche Richtungen ein. Im Januar 2013 wechselte Sarr schließlich von Leverkusen zur Dortmunder U19. Beim BVB brachte er es nur auf drei Pflichtspiele für die Profis, im Dezember 2013 kam er binnen zwei Wochen auf zwei Bundesligaspiele und sein Debüt in der Champions League. 2016 ging es weiter zur zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. Nach Stationen beim VfR Aalen und Carl Zeiss Jena war Sarr vergangenen Sommer sogar vereinslos. Seit Januar 2021 kickt der 26-Jährige für den Bonner SC in der Regionalliga-West.

Niklas Süle wechselt später zum FC Bayern - BVB-Bosse dürften sich ärgern

Ganz anders Niklas Süle. Der Abwehr-Hüne hielt der TSG Hoffenheim über sieben Jahre die Treue und folgte 2017 dem Lockruf des großen FC Bayern. Ein Jahr zuvor stand er im Olympia-Finale gegen Brasilien seinen Mann und zeigte im ehrwürdigen Maracana eine unvergessene Leistung, auch wenn die deutsche Mannschaft am Ende im Elfmeterschießen unterlag. In der DFB-Elf ist Süle seit der Ausbootung von Jerome Boateng und Mats Hummels zum Abwehrchef aufgestiegen.

Für den FC Bayern kommt der 25-Jährige mittlerweile auf 130 Pflichtspiele. Mit den Bayern gewann Süle drei Meistertitel und zweimal den DFB-Pokal. Nach seinem zweiten Kreuzbandriss feierte er vergangenen Sommer sein Comeback und half dabei mit die Champions League zurück nach München zu holen. Angesichts dieser Entwicklung dürften sich die BVB-Bosse noch immer mächtig ärgern. Aktuell ist Süle verletzt und hat sich bereits von der Nationalmannschaft auf den Heimweg gemacht. Ob er bis zum Topspiel gegen RB Leipzig am Samstag rechtzeitig fit wird, ist fraglich. (ck)

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