Statement nach Bekanntwerden des Trainer-Deals

Ticker: Bobic bezeichnet FCB-Vorgehen als „ärgerlich, unprofessionell und respektlos“

Die wochenlange Trainersuche ist wohl beendet: Neuer Trainer des FC Bayern wird offenbar Niko Kovac, der aktuell noch bei Eintracht Frankfurt tätig ist. Um 15 Uhr hält die Eintracht eine Pressekonferenz ab. 

Eintracht-Sportchef Fredi Bobic fand auf der Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt deutliche Worte über den Trainerwechsel von Niko Kovac zum FC Bayern München (die PK im Live-Ticker von extratipp.com* zum Nachlesen) - aber nicht wegen Kovac, sondern wegen des Rekordmeisters: „Die Bayern haben an sich gedacht, und nicht an das, was Eintracht wichtig ist.“ Bobic kritisiert den FC Bayern, Unruhe nach Frankfurt zu bringen durch den Transfer, der kurz vor den entscheidenden Wochen stattfindet.

Vor allem, dass Informationen nach außen gedrungen waren und das laut Bobic nicht aus Frankfurt, ärgere ihn besonders. „Aber so ist es im Fußball“, so der Sportchef weiter. „Trotzdem halte ich die Vorgehensweise für respektlos.“ 

Eine Zusammenfassung der Pressekonferenz können Sie hier nachlesen.

Vorbericht

Frankfurt/Main - Niko Kovac wird neuer Trainer des FC Bayern München. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird der deutsche Rekordmeister den Chefcoach von Eintracht Frankfurt zur neuen Saison als Nachfolger von Jupp Heynckes verpflichten. Die „Bild“-Zeitung, „Sport Bild“ und der „Kicker“ hatten den Wechsel bereits am Donnerstagabend als perfekt vermeldet. Bislang hat sich noch keiner der beiden Vereine offiziell dazu geäußert. Die Eintracht verschob am Freitag aber kurzfristig eine Pressekonferenz mit Niko Kovac von 13.00 auf 15.00 Uhr, damit auch Sportvorstand Fredi Bobic daran teilnehmen und sich zu dem Thema äußern kann.

Mit der Verpflichtung von Kovac beenden die Bayern eine monatelange Trainersuche. Zunächst scheiterte ihr Versuch, den 72 Jahre alten Jupp Heynckes zum Weitermachen zu überreden. Vor drei Wochen sagte auch der frühere Dortmunder Trainer Thomas Tuchel den Münchenern ab.

Lesen Sie auch: So kommentiert ein Kovac-Weggefährte den Trainer-Deal

Besondere Brisanz: Mögliches Aufeinandertreffen im DFB-Pokal

Im Vergleich zu weiteren Kandidaten wie Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig oder Julian Nagelsmann von 1899 Hoffenheim sprechen aber vor allem drei Faktoren für die Verpflichtung von Kovac: Der Frankfurter Trainer ist verfügbar, weil nach einem Bericht des „Kicker“ in seinem noch bis 2019 laufenden Vertrag mit der Eintracht eine Ausstiegsklausel für den Wechsel nach München verankert ist.

Kovac kennt den FC Bayern sehr gut, weil er von 2001 bis 2003 selbst für den deutschen Rekordmeister spielte. Und er ist international erfahren, weil er die kroatische Nationalmannschaft 2014 zur Weltmeisterschaft in Brasilien führte.

In Frankfurt arbeitet Kovac seit dem 8. März 2016 mit großem Erfolg. Zunächst führte er die Eintracht in zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg zum Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga. In den vergangenen zwei Jahren formte er aus einem Abstiegskandidaten einen Champions-League-Anwärter. Zudem könnte er die Hessen in der nächsten Woche zum zweiten Mal nacheinander ins DFB-Pokalfinale führen. Möglicher Gegner dort: der FC Bayern München.

Lesen Sie auch: Netz-Reaktionen zum FCB-Trainer-Deal

dpa

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Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Seege / Patrick Seeger

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