Doch keine „Blitzeinigung“?

Kovac zum FC Bayern: War der Deal schon an Ostern klar?

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Pressekonferenz - Niko Kovac

Weiterhin gibt es einige offene Fragen um den Trainer-Deal des Jahres. Wann kam es wirklich zu Verhandlungen zwischen Niko Kovac und den Bayern-Bossen? 

München - Auch vier Tage nachdem die Bombe geplatzt ist und der Wechsel von Niko Kovac von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern bekanntgeworden ist, stellt sich noch immer die Frage: Wie lief der Trainer-Deal des Jahres wirklich ab? Nahm der FCB wirklich erst am Donnerstag Kontakt zum Eintracht-Coach auf und legte ihm ein Angebot vor, dem der Kroate direkt zustimmte? Das behauptete jedenfalls Kovac auf der Pressekonferenz am Freitag, bei der sein Noch-Chef Fredi Bobic das FCB-Vorgehen als „respektlos“ bezeichnet hatte (nachzulesen bei extratipp.com*). So wirklich glauben will das niemand.

Nachdem Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig), Mauricio Pochettino (Tottenham) und Jürgen Klopp (Liverpool) als Heynckes-Nachfolger ausschieden, fokussierte sich der Rekordmeister auf Thomas Tuchel und Niko Kovac als mögliche neue FCB-Trainer. Tuchel war der Favorit, doch dieser sagte den Bayern am 23. März ab, wird stattdessen aller Voraussicht nach zu Paris Saint-Germain wechseln. Nur einen Tag später trafen die FCB-Bosse (zufällig) beim 60. Geburtstag von Hoeneß-Fahrer Bruno Kovacevic auf die Brüder Robert und Niko Kovac. Wie der kicker bericht, einigten sich Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportchef Hasan Salihamidzic Anfang der folgenden Woche auf Kovac als neuen Trainer. Am Ostersamstag, den 31. März, ließ Karl-Heinz Rummenigge verlautbaren, er gehe davon aus, „dass wir bis Ende April unseren neuen Trainer präsentieren.“

Und da kommt eine interessante Passage des kicker-Berichts vom Montag ins Spiel, in der es heißt: „Nun ging es schnell, schon an Ostern hatte der FC Bayern diese wichtige Personalie final behandelt. Kovac unterschrieb einen Dreijahresvertrag, sein Bruder Robert (44) assistiert ihm.“ Heißt: Der Rekordmeister hat sich nach Informationen des Sportmagazins schon vor über zwei Wochen mit dem 46-jährigen Niko Kovac geeinigt. Damit wäre dessen Aussage über die angebliche Blitz-Kontaktaufnahme und -Vertragsunterschrift widerlegt. 

Fakt ist: Der Wechsel von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern, den sich Kovac mit der Klausel in seinem Vertrag ermöglichte, ist sportlich einwandfrei. Ein solches Angebot schlägt kein Bundesliga-Trainer aus. Aber die Art und Weise des Zustandekommens, der fehlenden Kommunikation mit Eintracht-Chef Fredi Bobic und der wohl nicht wahrheitsgemäßen Kovac-Aussage bei der Pressekonferenz am Freitag hinterlassen einen faden Beigeschmack.

Am Montag treffen Hasan Salihamidzic und Fredi Bobic bei der Sportdirektoren-Tagung der DFL aufeinander.

fw

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