FC Bayern auf USA-Reise

Bayern-Ochsentour: Bloß keine Verletzung!

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Viel Aufwand für eine Marketingaktion: Das Trommel für das Testspiel gegen die MLS-Auswahl übernahmen Bayern-Coach Guardiola (v.l.), Ex-Stürmerstar Henry, die FCB-Profis Julian Green, Robert Lewandowski und Franck Ribery sowie Matt Besler, Clint Dempsey und US-Trainer Caleb Porter.

Portland - Nach ihrem verdienten Sonderurlaub stoßen die sechs Bayern-Weltmeister plus Robben am Mittwoch in den USA zu ihrer Mannschaft. Sie werden am Ende 34 Stunden unterwegs gewesen sein, um 15 Minuten gegen das MLS-Allstar-Team aufzulaufen.

Das dürfte die aufwändigste Reise zu einem Testspiel in der Vereinsgeschichte sein: 8700 Kilometer Luftlinie legen die sechs Weltmeister des FC Bayern zusammen mit dem Holländer Arjen Robben zurück, um heute Mittag nach US-Zeit in Portland zu ihrer Mannschaft zu stoßen. Doch gegen die Allstars der Major League Soccer werden die Spieler nur kurz zum Einsatz kommen: „Vielleicht 15 Minuten, vielleicht ein bisschen länger“, sagte Coach Pep Guardiola. „Das liegt ganz an ihnen. Wir gehen Schritt für Schritt vor.“

Philipp Lahm, Manuel Neuer, Thomas Müller, Mario Götze, Jérome Boateng, Bastian Schweinsteiger und Robben, der als Halbfinalist ebenfalls Erholungsurlaub bekommen hatte, gehen heute Vormittag in München an Bord, sitzen etwa 12 Stunden im Flieger und kommen in Portland um die Mittagszeit an. Dante, ebenfalls Halbfinalist, kommt separat – direkt aus seiner Heimat in Salvador de Bahia, Brasilien. Nach der Ankunft will Guardiola mit den Spielern reden – wie sie sich fühlen, wie sie die neun Stunden Zeitverschiebung verkraften. Auf die Frage, ob die Weltmeister in den vergangenen Wochen Trainings-Hausaufgaben hatten, sagte er: „Ich denke, sie haben wenig gemacht, sie hatten Urlaub.“

Die Umstellung dürfte für die Spieler ein Kraftakt werden – und auch für Pep Guardiola eine Herausforderung. Er muss die beiden unterschiedlichen Trainingslevels zusammenführen. Denn obwohl der USA-Trip wegen der zahlreichen Werbetermine in New York und auch an der Westküste kein richtiges Trainingslager war, hat der eine Teil der Mannschaft einen leichten Vorsprung. Damit wenigstens das anschließende Training in München ohne weitere Verzögerung starten kann, wurde der Terminkalender im Vergleich zur ersten Version überarbeitet – eigentlich wären die Spieler bereits einen Tag früher angereist.

Doch durch die 34-stündige Ochsentour vermeidet man, dass sie in den Jetlag-Strudel geraten. Essen, schlafen, kurz Fußball spielen – das soll alles nach deutschem Rhythmus passieren. Gleich nach dem Spiel – Beginn 18.30 Uhr Ortszeit – fliegt die Mannschaft zurück nach München. Um kurz nach Mitternacht hebt die Chartermaschine in Portland ab, sie landet am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr deutscher Zeit. Und dann drängt die Zeit: Heute in einer Woche steht das Spiel um den Supercup gegen Borussia Dortmund an, am Wochenende drauf geht es im DFB-Pokal gegen Preußen Münster weiter, ehe am 22. August schon der Bundesligastart gegen den VfL Wolfsburg ansteht.

Die größte Befürchtung des Trainers dürfte sein, dass sich einer der Stars verletzt. Das Risiko ist nicht gering: Die Spieler sind nicht austrainiert, müde von der Reise – und im Stadion „Providence Park“ wird es auch am Abend, zum Zeitpunkt des Spiels, noch bis zu 30 Grad heiß sein. Guardiola sprach zumindest vordergründig verständnisvoll über die strapaziöse Marketingaktion: Solche Reisen gehören bei „den wichtigsten Vereinen der Welt dazu“, sagte der polyglotte Starcoach beiläufig. Man müsse sich „als Trainer anpassen“.

34 Stunden Reise für ein paar Minuten Spieleinsatz – was für die einen eine Tortur sein dürfte, ist für andere eine Chance. So wird beim Spiel gegen die MLS-Allstars auf jeden Fall der junge Julian Green zum Einsatz kommen. Für den US-Nationalspieler, der seit der WM zu den Stars gehört, eine tolle Gelegenheit sich zu präsentieren. „Er wird auf alle Fälle spielen, für die Fans“, sagte Guardiola und gab Green, der neben ihm saß, einen kleinen Knuff in die Seite. „Und für die Mädels.“

Das Stadion mit dem Kunstrasenplatz und 20 000 Plätzen ist übrigens ausverkauft, Kabel 1 und „ran.de“ übertragen das Spiel in der Nacht zum Donnerstag um 3.55 Uhr. Danach ist das Problem mit der Zeitverschiebung zumindest für die Fans erst mal kein Problem mehr.

Carina Lechner

 

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