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Vor dem Duell seiner Ex-Vereine

Thon: "Natürlich kriegen die Bayern Probleme, wenn..."

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Im Hinspiel ­wehrten sich ­Joel Matip und Christian Fuchs gegen Thomas Müller.

München - In den vergangenen Jahren gab es für den FC Schalke 04 in München nichts zu holen. Doch sind die Roten nach dem 1:4 in Wolfsburg jetzt verunsichert? Nein, sagt Olaf Thon. Der Weltmeister von 1990 spricht in der tz über das Duell seiner beiden Ex-Vereine.

Herr Thon, die Bayern wollen Wiedergutmachung für die Pleite in Wolfsburg. Hat Schalke heute überhaupt eine Chance?

Olaf Thon: Die Niederlage der Bayern war sehr überraschend. Aber es war schön zu sehen, dass es in der Bundesliga doch noch Gegner für den FCB gibt. Es wurde so viel von der Langeweile in der Liga gesprochen, alle außer den Bayern-Fans wünschen sich mehr Spannung. Mit Wolfsburg gibt es jetzt wenigstens einen Verfolger. Für die Schalker wird es dadurch allerdings wahnsinnig schwer, in München zu bestehen. Sie brauchen schon ein Wunder, um Ähnliches wie der VfL zu schaffen.

Der Rückrundenstart ist aber im Gegensatz zum FCB gelungen…

Olaf Thon: Ja, das 1:0 gegen Hannover war zwar hart erkämpft und ein wenig glücklich – unterm Strich aber verdient. Die Niedersachsen waren ein starker Gegner, und gerade Auftaktspiele sind nie so einfach. Da passt oft noch nicht alles, das hat man ja beim FC Bayern gesehen.

Vor allem die Höhe der Niederlage war ja so nicht zu erwarten.

Olaf Thon: Das stimmt. Eine Niederlage habe ich auch vorher durchaus für möglich gehalten. Aber in dieser Form hätte ich sie nicht erwartet. Wolfsburg hatte einen Plan, und den haben die Spieler toll umgesetzt. Sie sind sehr variabel aufgetreten, haben sich an die Vorgaben gehalten und schnell umgeschaltet. Wie man sieht, hat man dann auch gegen die weltbeste Mannschaft eine Chance.

Dabei ist Pep Guardiola eigentlich dafür bekannt, auf jeden Plan eine Antwort zu haben.

Olaf Thon: Man sollte diese Niederlage jetzt nicht überbewerten. Gegen Wolfsburg haben sich auch bei dem ein oder anderen Spieler Defizite aufgezeigt, die vorher nicht so deutlich waren. Bei Dante zum Beispiel. Aber muss man auch sagen, dass die Wolfsburger Konter einfach unheimlich gut und schwer zu verteidigen waren. Und der VfL hatte auch das Quäntchen Glück, wie beim 2:0.

Ist es bei schnellen Konterspielern des Gegners auch gefährlich, mit Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger nicht die antrittsschnellsten Spieler vor der Abwehr zu haben?

Olaf Thon: Ich kann mir nicht vorstellen, dass jetzt jeder Gegner die Bayern so überrumpeln wird wie Wolfsburg. Das war eher eine Eintagsfliege. Natürlich kriegen sie Probleme, wenn sich Schweinsteiger oder Alonso Fehler im Spielaufbau erlauben. Aber beide sind ja eigentlich sehr stark am Ball. Und gerade in Heimspielen treten sie noch dominanter auf. Ich glaube nicht, dass es da ein Schnelligkeitsproblem gibt. Aber Wolfsburg hat vorgemacht, wie man dem FCB Paroli bieten kann. Nicht nur Schweinsteiger und Alonso, sondern auch die Abwehrkette, die immer sehr weit vorrückt, ist bei Kontern verwundbar.

Kann Roberto di Matteo einen ähnlichen Plan ausklügeln wie VfL-Trainer Dieter Hecking?

Olaf Thon: Als er gekommen ist, hat er Schalke von Vierer- auf Dreierkette umgestellt. Mal gucken, was er sich heute einfallen lässt. Ich hoffe, dass Schalke das Spiel lange ausgeglichen gestalten kann. Aber selbst ein Unentschieden wäre eine große Überraschung. Aus meiner ehemaligen Zeit beim FC Bayern weiß ich: Wenn wir gut drauf waren, haben wir nie zweimal hintereinander verloren. Von daher drücke ich meinen Schalkern zwar ganz fest die Daumen, aber es wird wahnsinnig schwer.

Interview: Sven Westerschulze

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