Olaf Thon in der tz-Expertenkolumne

Lob für Schubert: Gegen die Bayern gibt es aber nichts zu holen

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Olaf Thon.

München - Olaf Thon bescheinigt Gladbach in seiner tz-Expertenkolumne in der Trainerfrage eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Ob es für André Schubert gegen den FC Bayern etwas zu holen gibt, bezweifelt er aber.

Man hatte ein wenig gezögert bei Borussia Mönchengladbach, sicherlich auch zu Recht – so eine Trainerentscheidung trifft man nicht mal eben so. Dann aber hat man André Schubert das Vertrauen ausgesprochen. Und der Mann macht einen richtig guten Job, ich freue mich sehr für ihn!

Vor mehr als zehn Jahren haben wir gemeinsam den Fußballlehrer-Lehrgang des DFB absolviert. Wir saßen oft zusammen in der Gruppenarbeit Trainingslehre, haben viele Gespräche geführt. André war immer sehr wissbegierig, enorm engagiert, ging richtig kraftvoll an die Sache heran. Es hat gut funktioniert mit ihm in der gemischten Truppe mit den ehemaligen Bundesliga- und Nationalspielern sowie denen, die selbst als Fußballer weniger erfolgreich waren. André hat alles aufgesogen, nicht umsonst bekam er als einer von drei Absolventen die Auszeichnung „Jahrgangsbester“. Nun folgt er einem klaren Plan.

Den Gladbachern hat er nach dem katastrophalen Saisonstart schnell die Sicherheit und das Vertrauen in die eigene Stärke zurückgegeben. Außerdem hat er das Spiel der Fohlen weiterentwickelt. Dort, wo Lucien Favre zu sehr auf Altbewährtes gesetzt hat, ging Schubert weiter. Er lässt offensiver verteidigen, nutzt das vorhandene Spielermaterial aus.

Und wie wird das nun gegen den FC Bayern aussehen? Meine Prognose ist ja eher düster: Wenn die Bayern nicht schon mit dem Kopf im Winterurlaub sind, stellt sich nur die Frage, wie hoch der Sieg der Roten ausfällt. Das liegt derzeit einzig und allein an der Stärke der Münchner. Ich kann mich natürlich täuschen. In jedem Fall sollte André Schubert an dem festhalten, was er seiner Mannschaft bisher mitgegeben hat. Die Jungs haben die Sicherheit wiedergefunden, wenn er jetzt etwas dramatisch verändern würde, dürfte das nur kontraproduktiv sein. Ich sage, es kommt vor allem auf den Kampf Mann gegen Mann an. Das muss er seinen Spielern klarmachen!

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