Rote Zukunft

Oliver Kahn: Bald Bayern-Boss! Rummenigge-Nachfolger verrät seine Pläne

Oliver Kahn (51) FC Bayern München
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Oliver Kahn: Seine ­Themen als Rummenigge-Erbe.

Oliver Kahn ist Bayern Münchens designierter Vorstandschef. Der Titan macht sich Gedanken über die Zukunft, doch wie könnte diese aussehen?

München - In gut neun Monaten ist es so weit. Oliver Kahn (51) wird Karl-Heinz Rummenigge (65) als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern AG beerben. Damit geht kein kompletter Kurswechsel an der Säbener Straße einher, allerdings wird der Titan an einigen Stellschrauben drehen und den Klub zum Teil anders ausrichten als sein Vorgänger. Wie sieht die rote Zukunft aus? Die tz gibt einen Überblick.

Oliver Kahn und Emotionalität

Der Spieler Kahn ist als aufbrausender Typ in Erinnerung geblieben, der bundesweit auf eher geringe Sympathiewerte kam. Dem Weltklasse-Keeper brannten auf dem Platz schon mal die Sicherungen durch, erst als das Karriereende nahte, setzte eine gewisse Altersmilde ein. Auf der Tribüne sieht’s ganz ähnlich aus. „Es gibt Spiele, in denen mich die Emotion mitreißt. Aber im Grunde beobachte ich das Geschehen konzentriert, weil ich das Spiel in seiner Ganzheit erfassen möchte“, sagte Kahn dem Kicker. Rummenigge hingegen ist seit Beginn der Geisterspiele meist bestens zu hören, rief etwa beim 1:1 gegen Union Berlin im Dezember: „Wir müssen wach werden, Hansi!“ Dazu erklärte er im tz-Interview: „Ich bin der Meinung, dass die Spieler schon wissen müssen, dass wir auf der Tribüne registrieren, wie ein Spiel läuft.“ Der Vorstandschef Kahn dürfte da zurückhaltender agieren.

Oliver Kahn und die Bundesliga-Reform

Der FC Bayern ist auf dem besten Weg, seine neunte Meisterschaft in Serie einzufahren. Das spricht einerseits für die Münchner, andererseits gegen die Konkurrenz und zeugt nicht gerade von einem gesunden Wettbewerb. Rummenigge sagte dazu im Sport1-Doppelpass: „Natürlich wissen wir auch, dass es für Nicht-Bayernfans nicht gerade erquickend ist, wenn wir achtmal in Folge Meister werden. Aber wir haben auch gut gearbeitet in den letzten Jahren.“

Ganz so einfach dürfen es sich die roten Titelhamster aber nicht machen, denn unter einer langweiligen Bundesliga leidet auch das Aushängeschild. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende wollte zuletzt aber noch durchdrücken, dass sich an der Verteilung der TV-Gelder bloß nichts ändert. Damit wären der finanzielle und sportliche Vorsprung des FC Bayern unangetastet geblieben. Letztlich aber gab’s immerhin eine Mini-Reform mit gerechterer Verteilung der Fernseh-Einnahmen. Kahn weiß darum, dass die Bundesliga vor wegweisenden Jahren steht. Er sagt im Kicker: „Wir vom FC Bayern sind die Letzten, die nicht an einem spannenden Wettbewerb interessiert sind.“ Und: „Denkverbote sollte es nicht geben.“

Kahn und die Selbstkritik

Als der FCB zur Klub-WM nach Katar reisen wollte, blieb dem Flieger die Starterlaubnis verwehrt. Rummenigge tobte danach, erklärte in der Bild: „Wir fühlen uns von den zuständigen Stellen bei der brandenburgischen Politik total verarscht.“ Ob es von Kahn künftig auch derlei verbale Ausrufezeichen gibt? Schwer vorstellbar. „Aktuell leben wir in einer sehr sensiblen Zeit, in der ganz genau hingeschaut wird, was wir nach außen kommunizieren“, meint Kahn und wirbt gleichzeitig dafür, dass man in stressigen Corona-Zeiten „aus einer Emotion heraus auch mal etwas sagt, das vielleicht nicht perfekt abgewogen ist“.

Oliver Kahn und Gehälter sowie Ablösesummen

Die Pandemie trifft freilich auch den FC Bayern sehr empfindlich. Kahn spricht – wie Rummenigge – von „Schleifspuren“, die vor allem in der kommenden Saison sichtbar werden. Das heißt, dass auch sein Klub nicht mehr in einem „Schlaraffenland, wo Milch und Honig unbegrenzt fließen“, lebt. Kahns Ausrichtung für die nächsten Jahre lautet deshalb: „Ich gehe gerne kalkulierte Risiken ein.“ Auch beim Feilschen um Vertragsverlängerungen gebe es „klare Grenzen, die wir, wie wir gezeigt haben, nicht überschreiten“. David Alaba verlässt den Klub in wenigen Monaten ablösefrei, weil er gemeinsam mit Berater Pini Zahavi Zahlen aufrief, die Kahn aufgrund der „Abkopplung von der Realität“ desillusioniert haben. Hier sieht Bayerns Vorstandschef in spe generell Handlungsbedarf. Um die bis zur Corona-Krise immer weiter steigenden Summen wieder einzubremsen, fordert Kahn „softere Beschränkungen für Gehälter“. Einen ähnlichen Vorstoß wagte zuletzt auch Rummenigge. Es wird also nicht alles anders beim FC Bayern der nahen Zukunft.

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