Ex-Trainer vertraut auf Rückkehrer Hoeneß

Hitzfeld warnt FCB: Ihr müsst Götze halten

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Hat in Ottmar Hitzfeld einen prominenten Befürworter: Mario Götze geht beim FC Bayern in seine dritte Saison.

München – Ottmar Hitzfeld legt in der Identitätsfrage des FC Bayern nach. Der Ex-Trainer sieht auch Fortschritte. Doch die Statistik zeigt: Ein Traum von Uli Hoeneß scheint geplatzt zu sein.

Ottmar Hitzfeld

Der FC Bayern muss alles tun, um Mario Götze mindestens bis Vertragsende 2017 zu halten. Dieser Meinung ist Ottmar Hitzfeld. Der Ex-Trainer der Roten betont in der „Sport Bild“: „Es war früher das Ziel von Uli Hoeneß, möglichst viele deutsche Nationalspieler in der Mannschaft zu haben. Dieses Ziel muss man weiter vor Augen haben. Deswegen hoffe ich auch, dass Mario Götze beim FC Bayern bleibt, sich durchsetzt und seinen Vertrag erfüllt.“

Aktuell stehen elf Profis mit deutschem Pass im Kader von Trainer Pep Guardiola – drei davon sind Torhüter. Hitzfeld will den FCB aber nicht zu weiteren Millionen-Transfers à la Götze animieren, er sieht vielmehr die Jugendabteilung in der Pflicht. „Man hat beim FC Bayern erkannt, dass im Nachwuchs nicht optimal gearbeitet wird. Deswegen widmet sich Uli Hoeneß auch so der Nachwuchsarbeit“, nennt Hitzfeld die Baustelle beim Namen.

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Uli Hoeneß

Anders als bei den Profis war der FC Bayern bei der Vergabe der Meisterschaften im Jugendbereich zuletzt nur Gratulant. „Es sollen wieder mehr Meisterschaften im Jugend-Bereich her – und dann wird es auch wieder mehr Jugend-Nationalspieler des FC Bayern geben“, bohrt Hitzfeld gleich in einer weiteren Wunde. Denn in diesem Jahr mussten sich die Nachwuchskicker der Roten die Welt- und Europameisterschaften der deutschen U-Teams vor dem Fernseher anschauen – für die Kader nominiert wurden die Spieler der deutschen Konkurrenz. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand für den stolzen Klub von der Säbener Straße.

Wer folgt auf Alaba?

Seit 2010 stockt zudem die Durchlässigkeit vom Nachwuchs zum Profi-Team. David Alaba war rund ein Jahr nach Thomas Müller und Holger Badstuber das letzte Eigengewächs, das sich bei den Profis nachhaltig behauptete. In den vergangenen fünf Jahren klopften Spieler wie Gianluca Gaudino oder Julian Green mal oben an, doch der letzte Schritt blieb ihnen bislang verwehrt. Ob es nur an mangelnder Klasse liegt? Oder ist der direkte Weg hinein ins Star-Ensemble ganz einfach zu steil? Denn auch die Dürreperiode vor Müller und Co. dauerte mehrere Jahre an.

Im DFB-Team von Joachim Löw bildeten Bayern-Profis auch damals eher eine Ausnahme. Blieben nach dem Rücktritt von Oliver Kahn 2006 im Grunde nur Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski sowie die später verpflichteten Miroslav Klose und Mario Gomez übrig, halten nun Manuel Neuer, Jerome Boateng, Götze und Müller die FCB-Fahne hoch.

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Holger Badstuber

Aus dem aktuellen Kader dürften sich neben dem noch verletzten Badstuber wohl am ehesten der im Sommer verpflichtete U21-Nationalspieler Joshua Kimmich und Sebastian Rode Hoffnungen auf eine Nominierung machen. Wenn sie denn auf ihre Einsatzzeiten beim Rekordmeister kommen – was angesichts der immensen Konkurrenz im zentralen Mittelfeld eine wahre Herkulesaufgabe darstellt.

Rummenigge zur Identitätsfrage: "Ist eine Phantom-Diskussion"

Somit bleibt vorerst Badstuber der letzte Spieler, der als Profi des FC Bayern sein DFB-Debüt feierte. Im Mai 2010 war das. Seither probierte Löw 35 weitere Neulinge aus. Von der Säbener Straße forderte er ausschließlich bewährtes Personal an.

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Das Ziel einer Nationalmannschaft mit deutlichem FCB-Touch haben die Roten also mehr und mehr aus den Augen verloren. Karl-Heinz Rummenigge hat für die Diskussion um die Identitätsfrage jedenfalls keinen Nerv. „Fans haben immer den Wunschanspruch, dass die Spieler in Bayern geboren und ausgebildet wurden. Diese Diskussion führen wir nicht, für mich ist es eine Phantom-Diskussion“, stellt der Vorstands-Boss gegenüber der "Sport Bild" klar. Soll heißen: Wichtig ist nicht die Nationalität, sondern die Qualität!

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Hoeneß hat derweil - wenig beachtet - auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Seit dieser Saison verstärkt Timothy Tillman die U17. Für den U16-Nationalspieler flossen immerhin 500.000 Euro auf das Konto von Greuther Fürth. Der gebürtige Nürnberger besitzt auch einen US-Pass.

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