SCP empfängt Rekordmeister

Paderborn hofft auf seinen "Bayern-Killer"

Paderborn - Lange hat der SC Paderborn davon geträumt, Bayern München in der Bundesliga zu empfangen - jetzt hofft der SCP auf eine Sensation. Zumindest der Trainer hat damit Erfahrung.

Andre Breitenreiter lacht bei der Frage nach seinen Heldentaten aus einer anderen Zeit. „Ich habe gegen den FC Bayern als Spieler öfters mal getroffen. Ich galt damals sogar als Bayern-Killer!“, berichtete der Trainer des SC Paderborn vor dem Duell mit dem Giganten der Branche am Samstag (15.30 Uhr).

Breitenreiter - ein Bayern-Killer? In der Tat ist der 41-Jährige ein Mann mit Expertise. Er hat zwei seiner 28 Bundesliga-Tore gegen die Münchner erzielt, er besiegte den Rekordmeister sowohl mit dem Hamburger SV 1996 als auch mit der SpVgg Unterhaching 2001. Jeweils war es Mitte Februar. Wie jetzt.

Daraus ließe sich ein gutes Omen für das größte Spiel in der Vereinsgeschichte des kleinen SC Paderborn konstruieren. Schade nur, dass Breitenreiter die Bayern in Unterhaching 2000 mit einem 2:0 gegen Bayer Leverkusen am letzten Spieltag sogar zum Meister machte. Dennoch: Er soll das seltene Kunststück eines Heimsieges gegen die Übermacht des deutschen Fußballs zum dritten Mal vollbringen.

"Bonuspunkte" gegen den FC Bayern

„Das wäre eine absolute Sensation. Vielleicht gelingt sie uns, wie damals Unterhaching“, sagte der Sportliche Leiter Michael Born dem SID am Donnerstag. Letztlich aber gehe es in den kommenden Spielen gegen Bayern, Mönchengladbach und Leverkusen um „Bonuspunkte“.

Die Bonuswochen sind besonders für die Fans Feiertage. Anhänger des SCP ohne Dauerkarte zu sein, war noch nie so hart wie derzeit. Bei den letzten Ticket-Verlosungen der lokalen Radiosender für das große Spiel herrschte Massenandrang, der einzige Umweg neben dem Schwarzmarkt: das Erlebnispaket „Bayern München“ der Touristen-Information - für 169 Euro inklusive Übernachtung, Stadtführung, Fanschal, Besuch im Computermuseum und einer 0, 33-l-Flasche Goldpilsener.

„Wir hätten auch die Dortmunder Arena locker füllen können, mit 80.000 Zuschauern“, sagt Born. Schließlich kommt der Rekordmeister nach Ostwestfalen - ein Traum, auf den der kleine Sport-Club Paderborn 07, aus der 1907 gegründeten Keimzelle „Arminia Neuhaus“ erwachsen, lange hingearbeitet hat.

Der Verein nimmt es mit Demut. „Wenn man ein Pflichtspiel gegen die Bayern bestreiten darf, dann fühlt sich die Bundesliga richtig gut an“, sagt Born. Auch, wenn die eigene Arena nur 15.000 Zuschauer fasst.

HSV als abschreckendes Beispiel

Bei aller Ehrfurcht: Wenigstens einen Punkt, dieser Wunsch vereint sie alle, möge der FC Bayern bitte dalassen. Die Aufstellung des Gegners ist dabei gleich - „egal, wer kommt, alle sind weltklasse“, sagte Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz.

Sehr genau hingeschaut haben die Paderborner beim Hamburger SV, der in München 0:8 unterging. „Wir werden eine andere taktische Ausrichtung wählen“, kündigte Born lächelnd an. „Mir macht Hoffnung, dass es bei 0:0 losgeht.“

Beim Verteidigen kann auch Christian Strohdiek helfen. Der 27-Jährige hat seinen schweren Autounfall halbwegs unbeschadet überstanden und gehört wieder zum Kader.

Ob Sieg oder Niederlage: Am Tag nach dem großen Spiel folgt für den SCP das nächste Highlight - die Mitgliederversammlung im Sportzentrum Maspernplatz. Aufgrund des Booms wurde die ursprünglich für November angesetzte Versammlung in den Februar verschoben. Nun hat der Verein keine Ahnung, wie viele der mehr als 10.000 Mitglieder kommen werden: „Uns fehlen die Erfahrungswerte“, sagte Vize-Präsident Martin Hornberger.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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