"Papageien-Geplapper": Van Gaal setzt sich zur Wehr

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Louis van Gaal setzt sich gegen seine Kritiker zur Wehr.

München - Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal hat sich gegen seine Kritiker zur Wehr gesetzt. Und das mit seiner unnachahmlichen, komisch-kauzigen Art.

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Ganz sicher war sich Louis van Gaal nicht. „Das Wort, es bedeutet auf Deutsch schon das gleiche, oder?“, fragte der Holländer, der die deutsche Sprache schon um so viele Wortkreationen bereicherte. Diesmal ging es um Papageien, genauer: Um „Papageimusik“. Damit auch ganz sicher keine Missverständnisse aufkommen, brachte der Trainer gleich das passende – derbe – Beispiel. „Wenn sie dem Vogel immer wieder sagen: Van Gaal ist ein Schwanz, dann sagt er irgendwann: Van Gaal ist ein Schwanz!“, erläuterte der Fußballlehrer.

Louis van Gaal: Seine besten Sprüche

"Ich habe in sechs Jahren bei Ajax mehr geschafft, als Barcelona in hundert." (Van Gaal nach seiner Entlassung bei Barca im Jahr 2003) © dpa
"Ich bin der Beste!" (Louis van Gaal nach dem Gewinn der niederländischen Meisterschaft mit AZ Alkmaar 2008) © Getty
"Bayern träumte ja auch schon lange von mir" (Van Gaal nach Bekanntgabe seines Wechsels zu den Bayern im März 2009 auf die Frage, warum er schon lange vom FC Bayern träume) © Getty
"Ich bin ein anderer Trainer als die anderen, ich habe eine eigene Identität." (Van Gaal im Bayern-Magazin im August 2009) © Getty
"Sie können mich rauswerfen, und dann? Es gibt keinen Trainer mit einem besseren Lebenslauf. Wenn ich jetzt weg wäre, wen sollte Bayern dann verpflichten? Ferguson? Capello? Die sind vielleicht erfolgreicher, aber besetzt." (Van Gaal im Oktober 2009 auf die Frage, warum ihn die Bayern trotz des schlechten Saisonstarts nicht feuern sollten) © Getty
"Ich habe einen Körper wie ein Gott." (Van Gaal im Oktober 2009) © Getty
"Seit ich hier bin, scheint die Sonne" (Van Gaal im Dezember 2009) © Getty
"Es gibt nicht viele Trainer in der Welt, die mehr gewonnen haben als ich." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Ich kann in die Seele eines Menschen schauen." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Geld macht nicht glücklich, es ist wichtig, um sich glücklich zu fühlen, aber für mich ist Anerkennung wichtiger, vor allem die Anerkennung der Spieler." (Van Gaal im Februar 2010) © 
"Ich finde es unglaublich, dass Sie das sagen. Sie haben das total falsch gesehen. Sie können nicht sagen, dass Bayern schlecht gespielt hat. Das kann nicht wahr sein." (Van Gaal im Frühjahr 2010 zu einem TV-Reporter nach dem 1:1 in Nürnberg) © Getty
"Mir ist nie kalt. Ich bin warmblütig, das sagt auch meine Frau. Wir schlafen immer Löffel an Löffel." (Van Gaal im Frühjahr 2010) © Getty
„Wir haben sehr viel Spaß miteinander. Aber auch sehr viel Streit! Truus ist sehr lieb, sie kennt mich sehr gut. Und ich will immer verwöhnt werden. Das macht sie sehr gut. Wichtig ist auch, dass wir noch regelmäßig die Liebe miteinander machen!“ (Van Gaal im Frühjahr 2010 über das Verhältnis zu seiner Frau Truus) © Sampics
"Ich habe zum Vorstand gesagt, dass wir alle Titel feiern werden, ich bin ein Feierbiest." (Van Gaal vor der Meisterfeier des FC Bayern im Mai 2010) © dpa
"Ich bin wohl der flexibelste Trainer. Das Wichtigste ist, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, dem ganz offensichtlich das Talent gegeben wurde, eine Mannschaft zu trainieren." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Ich bin ein Womanizer". (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Es gibt Leute, die total in Gott vertrauen. Ich vertraue total in mich selbst." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Innerhalb von sechs Wochen kann ich eine Mannschaft fertigmachen." (Van Gaal im Juli 2010) © Getty
„Muss dieser Mann die Flasche geben? Ich denke nicht.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über Spieler, die nachts aufstehen, um ihr Neugeborenes zu versorgen) © Sampics
„Ich mag die Mentalität. Das ist unglaublich. Sie sind noch fanatischer als ich.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über deutsche Fußballer) © dpa
„Ich bin hetero, ich bin ein Frauenmann.“ (Van Gaal im Oktober 2010 auf die Frage, ob er mit Frauen besser zurechtkomme als mit Männern) © Sampics
„Sport besteht nicht nur aus Technik, sondern auch aus Strategie und Persönlichkeit. Ich habe immer eine Strategie.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © dpa
„Ich bin so wie ich bin, und diese Art ist nicht einfach, aber ich will meine Persönlichkeit nicht ändern, nur weil andere das wollen.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © ap
"Ich war überall der Cäsar" (Van Gaal im November 2010) © dpa

Es war seine ganz eigene Art und Weise, sich gegen die Kritik von Oliver Kahn und Mehmet Scholl zu wehren. Die Bayern-Legenden hatten den Trainer vor dem Spiel beim SV Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) kritisiert. Die Menschlichkeit sei ginge beim FC Bayern unter Louis van Gaal verloren, kritisierte Scholl nach Mark van Bommels Abschied und zitierte dabei seinen sportlichen Ziehvater Uli Hoeneß: „Es passt jedenfalls nicht zu dem warmen Verein, den ich kennengelernt habe.“

Worte, die van Gaal nicht nachvollziehen kann. „Wir sind das Gegenteil von dem, was Scholl gesagt hat: Wir sind ein sehr warmer Verein, wir gehen sehr ehrlich und menschlich mit den Spielern um“, kontert van Gaal. Er habe van Bommel nicht vertrieben, sondern offen die Perspektiven gezeigt: „Ich als Trainer habe das Risiko, weil wir jetzt zu wenig Spieler im Kader haben. Ich habe van Bommel den Abschied gegönnt, es zugelassen. Das war eine menschliche Entscheidung.“

Der Trainer steht zu seiner Linie – und ist sich des Rückhalts im Verein sicher: „Der Vorstand, die Spieler, der Stab, mein Pressechef: Sie alle unterstützen mich.“ Nur einen klammert van Gaal aus: Uli Hoeneß. „Der Präsident hat Kritik geäußert, okay. Aber das ist nur eine Person“, so van Gaal, „und er ist nicht immer an der Säbener Straße“. Vor einer Woche, noch vor van Bommels Abschied, äußerte Hoeneß seine Bedenken. „Die Frage ist, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss“, mahnte er die strikte, kompromisslose Art des Trainers an – und erklärte etwa im Bezug auf den Torwarttausch: „Was Jörg Butt rein menschlich gesehen über diese Entscheidung denkt, sei mal dahingestellt.“

"Ich bin hetero - Ich bin ein Frauenmann!" Louis van Gaal stellt sein Buch vor

Bayern-Trainer Louis van Gaal hat sein Buch "Biographie & Vision" vorgestellt. Sehen Sie hier Bilder von der Präsentation sowie seine besten Sprüche während der Pressekonferenz. © Getty
„Muss dieser Mann die Flasche geben? Ich denke nicht.“ (Über Spieler, die nachts aufstehen, um ihr Neugeborenes zu versorgen) © Getty
„Ich mag die Mentalität. Das ist unglaublich. Sie sind noch fanatischer als ich.“ (Über deutsche Fußballer) © Getty
„Ich habe einen Körper wie ein Gott, aber nicht wie Mario Gomez.“ © Getty
„Ich bin hetero, ich bin ein Frauenmann.“ (Auf die Frage, ob er mit Frauen besser zurechtkomme als mit Männern) © Getty
„Ich bin nicht immer freundlich, ich bin auch böse zu meinen Spielern und das sage ich ihnen auch.“ © Getty
„Es ist die Pflicht eines jeden Menschen, sein Wissen zu vermitteln.“ © Getty
„Sport besteht nicht nur aus Technik, sondern auch aus Strategie und Persönlichkeit. Ich habe immer eine Strategie.“ (Über seine offenbar sehr ehrgeizig geführten Tennis-Duelle mit Ehefrau Truus) © Getty
„Die Menschen haben eine gute Nase zu unterscheiden, ob einer authentisch ist oder eine Rolle spielt.“ © Getty
„Ich bin so wie ich bin, und diese Art ist nicht einfach, aber ich will meine Persönlichkeit nicht ändern, nur weil andere das wollen.“ © Getty

Ähnliche Worte wählten nun Kahn und Scholl, „wie Papageien“, ohne Einsicht in die inneren Abläufe, schimpft van Gaal. Wenn er mit ehemaligen Spielern über die aktuelle Situation im Verein sprechen will, „kann ich besser zu van Bommel gehen“, so der Trainer: „Den kenne ich. Aber mit Kahn habe ich noch nie gesprochen. Scholl war hier, aber mit ihm habe ich auch nicht viel gesprochen, das habe ich mit Hermann Gerland gemacht.“

Louis van Gallig, direkt wie eh und je. Für ihn zählt, was im Verein gesprochen wird, „kein Geplapper, wo etwas vorgesagt und wiederholt wird“. Aber nicht nur bei Kahn und Scholl ging der Coach in die Offensive. Seine Erklärung für die Schwäche in der Fremde – in der Auswärtstabelle liegen die Bayern nur auf Rang zehn: „Die meisten Plätze sind nicht gut vorbereitet. Das ist eine Ursache. In Holland gibt es die Regel, dass die Plätze sehr gut vorbereitet sein müssen. Die Plätze zuletzt in Stuttgart, Wolfsburg und Aachen waren nicht bundesligatauglich.“

Gaga? Nein! Van Gaal…

Tobias Altschäffl

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