1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Ancelotti verzockt sich böse: PSG tut den Bayern richtig weh

Erstellt: Aktualisiert:

Von: José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

Kommentare

Edinson Cavani drischt den Ball zum 2:0 in die Maschen.
Edinson Cavani drischt den Ball zum 2:0 in die Maschen. © MIS

Der FC Bayern ist am zweiten Spieltag der Champions League bei Paris Saint-Germain böse unter die Räder gekommen. Trainer Carlo Ancelotti verzockte sich bei der Aufstellung.

Mon Dieu! So viel hatte sich der stolze FC Bayern für das Königsklassen-Kräftemessen mit den vor Scheich-Millionen strotzenden Parisern vorgenommen. Am Ende wurden die Münchner von der PSG-Star-Offensive um Superstar Neymar ordentlich verprügelt und mit einer 0:3 (0:2)-Pleite nach Hause geschickt. Arjen Robben analysierte die verdiente Niederlage knallhart. „Wenn man 0:3 verliert hat nichts gestimmt. Das sind wir nicht gewohnt. Das ist nicht der FC Bayern. Von daher war es heute nicht gut“, sagte der Holländer bei Sky.

Carlo Ancelotti ging bei diesem Kracher-Spiel personell und taktisch aufs Ganze – und verzockte sich gewaltig! Der Italiener ließ seine Mannschaft ohne echte Flügel-Spieler auflaufen. Arjen Robben und Franck Ribéry fanden sich überraschend auf der Bank wieder – und hatten dementsprechend schlechte Laune. Robben meinte zur Startelf in Paris: „Die Aufstellung ist die Entscheidung vom Trainer. Darüber werde ich nichts sagen, jedes Wort ist eines zu viel. Wir brauchen jetzt Ruhe in der Mannschaft und müssen zusammenhalten.“

Das erfahrene Duo dürfte fast von der ungeliebten Ersatzbank gefallen sein, als die Pariser einen Blitzstart hinlegten: Keine 120 Sekunden waren gespielt, da schockte PSG Bayern zum ersten Mal. Nach einer halbherzigen Thiago-Grätsche gegen Neymar tanzte der 222 Millionen Mann sechs FCB-Spieler nacheinander aus. Im Strafraum angelangt hob der Brasilianer sein erblondetes Haupt und brachte den Ball zu Brasi-Kollege Dani Alves, der trotz schlechter Ballannahme am Fünfer-Eck zum frühen 1:0 traf.

Bayern schüttelt sich und kommt zurück - aber PSG trifft

Nach dieser Scheich-Watschn schüttelten sich die FCB-Stars kräftig, brachten Ruhe in ihr Spiel und kamen so immer besser in die Partie – vor allem über die rechte Seite und Joshua Kimmich. Der Youngster holte einen Eckball nach dem anderen heraus und so arbeitete sich der FCB langsam in Richtung Pariser Gehäuse vor. Erst strich eine James-Flanke knapp über den Kopf von Javi Martínez (10.), zwei Minuten später setzte Thomas Müller eine Direktabnahme nach Kimmich-Eckball knapp am kurzen Pfosten vorbei und zu guter Letzt entschärfte Paris-Keeper Areola einen Volleyschuss von Martínez auf der Linie (19.).

Ratlos: Neuer-Ersatz Sven Ulreich trug wie schon zuletzt in der Liga gegen Wolfsburg an den Gegentoren eine Mitschuld
Ratlos: Neuer-Ersatz Sven Ulreich trug wie schon zuletzt in der Liga gegen Wolfsburg an den Gegentoren eine Mitschuld © AFP

Und was passiert, wenn man so viele gute Chancen ungenutzt liegen lässt? Es rächt sich! Vor allem, wenn die gegnerischen Angreifer die Namen Neymar, Mbappe und Cavani tragen. 31. Minute: Thiago verliert einen Ball im vorderen Mittelfeld, Alves steck einen langen Ball auf Mbappe durch und der legt auf den an der Strafraumlinie einschussbereiten Cavani ab – 2:0. Mehr als Geleitschutz waren aber auch Thiago und Tolisso beim Treffer des Pariser Stoßstürmers nicht.

Pleite hätte noch deutlicher ausfallen können

Nach der Pause reagiert Ancelotti auf den Rückstand und wechselte gleich doppelt! Bühne frei für Robbéry? Denkste! Statt den Flügelflitzern kamen Sebastian Rudy und Kingsley Coman für Corentin Tolisso und James. Der erhoffte Wechsel-Effekt blieb allerdings so was von aus! Statt gewünschter Stabilität im Bayern-Spiel nahm der Eiffelturm-Express so richtig Fahrt auf! Für das 3:0 sorgte dann der Rekord-Transfer höchstpersönlich: Mbappe lässt David Alaba im Strafraum mit einem Haken ins Leere hüpfen, umkurvt Niklas Süle elegant und passt in die Mitte. Dort stochert Neymar das Leder an Ulreich vorbei ins Tor.

Für Robben endete die Leidesnzeit auf der Bank übrigens nach 69 Minuten, als er für Thomas Müller das Feld betrat. Doch auch der Holländer konnte nichts mehr an der Pleite ändern. Ancelottis Fazit: „Wir waren nicht gefährlich und hatten nicht die Balance, das Spiel zu kontrollieren.“

Der Spielverlauf in unserem Ticker zum Nachlesen.

Manuel Bonke, José Carlos Menzel Lopez

Auch interessant

Kommentare