Vor Duell gegen die Bayern

Paris Saint Germain: So funktioniert das Fußball-Monster

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Vor dem Fußball-Monster Paris Saint Germain zittern sogar Klubs wie Barcelona oder Real Madrid.

Vor dem CL-Rückspiel gegen den FC Bayern München. Die tz erklärt das Fußball-Monster Paris Saint Germain, vor dem sogar Klubs wie Barcelona oder Real Madrid zittern.

Achtung Bayern, die Scheichs sind da! Am Montagabend landete Paris St. Germain in München. Angeführt von 222-Millionen-Mann Neymar wollen die Pariser dem FC Bayern am Dienstag in der Allianz Arena das Fürchten lehren und ihre öligen Muskeln erneut spielen lassen – wie beim famosen 3:0-Sieg Ende September. Das Erfolgsrezept der „Galacticos“ wirkt auf den ersten Blick simpel: Mit Scheich-Millionen werden Mega-Transfers eingetütet, wie die Verpflichtungen von Neymar und Kylian Mbappé zeigen. Aber warum schreitet die UEFA trotz Financial Fairplay nicht ein? Wie viel Macht haben die Scheichs wirklich? Und warum ist der Verein für Neymar und Co. so attraktiv? Die tz erklärt das Fußball-Monster, vor dem sogar Klubs wie Barcelona oder Real Madrid zittern.

Paris Saint Germain: Die Scheichs

Wer zoid, schafft o! Und im Falle von PSG zahlt der Emir von Katar höchstpersönlich: Tamim bin ­Hamad Al Thani (re.) ist das Oberhaupt des Wüstenstaates und kaufte sich 2011 mit dem Staatsfond Qatar Sports Investment für 130 Millionen Euro in den Hauptstadt-Klub ein. Zum Präsidenten machte Al Thani seinen langjährigen Freund Nasser Al-Khelaifi (Mi.) Während sich der Emir lieber im Hintergrund hält, präsentiert sich Al Khelaifi stets an vorderster Front – am liebsten bei Spielervorstellungen, wie der von Neymar oder Mbappé. Zur Kritik am Pariser Modell sagt er: „Es steht uns zu, unser Geld zu investieren, wo immer wir wollen. Was wir tun, ist langfristig gut für den Fußball.“

Paris Saint Germain: Die Zugänge

941,15 Millionen Euro hat PSG laut transfermarkt.de seit dem Investoren-Einstieg für neue Spieler ausgegeben – der Mbappé-Deal noch nicht mit eingerechnet. Bis jetzt ist der 18-Jährige noch vom AS Monaco ausgeliehen. Zieht PSG allerdings in den nächsten Monaten die Kaufoption für den Flügelflitzer – und davon ist auszugehen – wird die nächste Mega-Ablöse über 180 Millionen fällig. Überraschung: Die Leih-Variante hat Paris übrigens bevorzugt, um ein weiteres Financial-Fairplay-Schlupfloch auszunutzen. Die Mbappé-Millionen stehen so nämlich erst 2018 in den Pariser Büchern. Der junge Franzose wird somit nach Neymar zum zweit teuersten Spieler aller Zeiten. Aber warum zieht es solche Superstars zum französischen Hauptstadt-Klub? Klare Sache: Des Geldes wegen! Laut der Enthüllungsplattform Football Leaks erhält Neymar in Paris ein Grundgehalt von 3.069.520 Euro im Monat. Das sind rund 100.000 Euro pro Tag! Beim Jahresgehalt von 37 Millionen bleibt es aber nicht. Der 25-Jährige darf sich noch über verschiedene Prämien und Sonderzahlungen freuen. Spanische Medien berichten zudem, dass Neymars Vater und Berater Neymar Santos Sr. beim Transfer des Ex-Selecao-Kapitäns eine Prämie in Höhe von 40 Millionen Euro eingestrichen hat. In Paris liegt derzeit das Geld.

Paris Saint Germain: Torrekord schon aufgestellt

Die Multi-Millionen-Mannschaft von Paris Saint-Germain hat schon vor dem letzten Gruppenspiel heute gegen den FCB einen Tor-Rekord aufgestellt: Mit dem 7:1-Erfolg gegen Celtic Glasgow hat PSG bereits 24 Tore in der Gruppenphase der Königsklasse erzielt. Diesen Rekord hielt bis jetzt der BVB: Die Dortmunder hatten in der vergangenen Saison mit 21 Treffern in sechs Spielen die Bestmarke aufgestellt. Im Schnitt erzielte das Team um Superstar Neymar in seinen bisherigen fünf Partien 4,8 Tore. Beim FC Bayern ist der Respekt vorm heutigen Gegner dementsprechend groß. Mats Hummels: „Wir spielen gegen eine Mannschaft, die unglaublich gut drauf ist und die jetzt schon in der CL den Torrekord der Gruppenphase aufgestellt hat. Es wird schwer.“

Die meisten Tore in der Gruppenphase der Champions League:

Tore

Verein

Saison

24

Paris

2017/18

21

Dortmund

2016/17

20

Manchester

1998/99

20

Barcelona

2011/12

20

R. Madrid

2013/14

20

Barcelona

2016/17

19

Barcelona

99/2000

19

R. Madrid

2011/12

19

R. Madrid

2015/16

19

FC Bayern

2015/16

Paris Saint Germain: Die Abgänge

Den Kosten für Neuzugänge von knapp einer Milliarde Euro stehen Transfer-Einnahmen von gerade einmal 190,55 Millionen gegenüber. Gut möglich, dass diese magere Bilanz in der Winterpause ordentlich aufpoliert wird. Denn: Um der UEFA wenigstens einen guten Willen in Sachen FFP präsentieren zu können und den Grundstein für eine ausgeglichene Sommer-Bilanz vorzuweisen, müssen die Pariser zum Winterschlussverkauf bitten. Es wird gemunkelt, dass dafür Spieler im Wert von 75 Millionen Euro veräußert werden müssen. Paris MUSS also verkaufen, was die Preise für Spieler wie Angel Di Maria, Julian Draxler oder Kevin Trapp ordentlich drücken könnte. Allerdings: Draxlers Berater haben es bereits in der Sommerpause abgelehnt, überhaupt über einen Transfer zu sprechen. Bayern-Präsident Uli Hoeneß verriet in der Sport Bild, dass der deutsche Rekordmeiser schon mal über eine Verpflichtung von Draxler nachgedacht habe. Wer weiß, vielleicht tut sich in der Winterpause eine neue Tür auf.

Paris Saint Germain: Die FFP-Regel

Financial Fairplay (FFP): Damit will die UEFA den schier endlosen Geldfluss von Investoren-Vereinen wie Paris St. Germain stoppen. FFP bedeutet, dass Vereine im Verlauf der vergangenen drei Jahre nicht mehr Geld ausgeben dürfen, als sie einnehmen. Beliebtes Investoren-Schlupfloch: Die UEFA erlaubt, dass ein Eigentümer, ein Mäzen oder ein Unternehmen innerhalb dieses Zeitraums maximal 30 Millionen Euro aus eigener Tasche übernehmen kann, ohne das genauer begründen zu müssen. Legale Schulden also. Nächstes Schlupfloch: Das FFP besagt, dass Transferausgaben mit der Vertragslaufzeit des Spielers verrechnet werden. Das heißt im Falle des Fünf-Jahres-Vertrages von Neymar, dass bei 222 Millionen „nur“ 44,4 Millionen Euro Miese in der Pariser Bilanz auftauchen. Beim 180-Millionen-Deal von Kylian Mbappé hat der Scheich-Klub ordentlich getrickst (siehe Zugänge) Kein Wunder, dass Karl-Heinz Rumme­nigge bereits forderte: „Der kommerzielle Fußball braucht ein Financial Fairplay 2.0 um eine Art Chancengleichheit zu schaffen.“

Manuel Bonke

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