Paul Breitner und Uli Hoeneß: Freunde fürs Leben

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Paul Breitner (l.) und Uli Hoeneß

München - „Gute Freunde kann niemand trennen...“ sang der Kaiser einst. Wie Recht er hat: Paul Breitner spricht in der tz über seinen Freund fürs Leben, den Neu-Präsidenten Uli Hoeneß.

Herr Breitner, erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit Uli?

Paul Breitner: Natürlich. Die war im Herbst 1966, im Oktober. Ich war 15, Jugendspieler der Bayern-Auswahl. Uli war noch 14, er hat für die Auswahl von Baden-Württemberg gespielt. Wir beide wurden eingeladen zur Süddeutschen A-Jugend-Auswahl. Wir kamen in der Sportschule Grüneck in der Nähe von Karlsruhe an. Der Verbandstrainer hatte 20 Spieler vor sich und hat gefragt: „Wer will mit wem aufs Zimmer?“ Ein paar haben sich gemeldet, Uli und ich kannten aber niemanden. Wir blieben übrig, Uli stand auf einmal neben mir. Da hat der Trainer gemeint: „Dann geht’s ihr zwei auf ein Zimmer.“ Peng!

Uli Hoeneß: Sein Leben in Bildern

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Wegen anhaltender Kniebeschwerden beendete Uli Hoeneß schon mit 27 Jahren seine Spielerkarriere, um anschließend der jüngste Bundesliga-Manager zu werden © Getty
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Hoeneß mit Gerd Müller, dem „Bomber der Nation“. Eine ganz so glorreiche Spielerkarriere war Hoeneß nicht vergönnt © dpa
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Uli Hoeneß stilsicher mit Lederhose und Paul Breitner ebenso stilsicher mit Afrofrisur © mzv
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Duell der Legenden: Hier grätscht Hoeneß Johan Cruyff ab © Getty
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Uli Hoeneß im Europapokal-Einsatz © Getty
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...und im DFB-Trainingsanzug © ap
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Da konnten sich 1860 und der FC Bayern noch besser leiden: Hoeneß mit Karl-Heinz Wildmoser © Schlaf
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TSV 1860 und FC Bayern: Gemeinsame Pläne fürs neue Stadion © Getty
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Stolz auf die Tochter: Sabine Hoeneß serviert ihren Eltern 1996 auf der Abschlussprüfung für Köche einen Gaumenschmaus © Kurzendörfer
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Nein, Hoeneß‘ Plakat ist NICHT auf sein Verhältnis zu Dauer-Rivalen wie Borussia Dortmund und Schalke 04 gemünzt. Es geht um Werbung für die Stadtzeitung BISS © mzv
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Hoeneß 1997 allein auf weiter Flur - erinnert ein wenig an Franz Beckenbauers WM-Spaziergang nach dem WM-Finale 1990 © mzv
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Die bangsten Momente in seinem Leben: Am 18. Februar 1982 überlebt Hoeneß den Absturz eines Propellerflugzeugs © dpa
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Hoeneß war der einzige Überlebende und hat an dieses schicksalhafte Ereignis bis heute keine Erinnerungen © ap
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Susi Hoeneß steht ihrem Mann im Krankenhaus bei © dpa
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Hoeneß ganz cool mit Sonnenbrille © mzv
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Hoeneß zupft am lichten Haupthaar © mzv
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Edmund Stoiber gratuliert Hoeneß zur Deutschen Meisterschaft 93/94 © Getty
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Hoeneß mit dem Maestro Giovanni Trapattoni © Getty
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Mit Siegerzigarre © Getty
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Sein vielleicht größter Spieler: Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß mit Lothar Matthäus © Getty
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Hoeneß und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Hoeneß ist Gesellschafter HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg. Im Oktober 1999 wird Hoeneß in der Böblinger Stadthalle zum „Botschafter der deutschen Wurst“ ernannt und streift sich gleich einen Metzgerskittel über © ap
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Als Verkäufer in einem Münchner Würstlstand. Wegen einer angeblich untauglichen Wurstsortiermaschine war Hoeneß vor Gericht gezogen © dpa
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„HoWe“ steht für Hoeneß und Weiß. Hier brutzelt Hoeneß mit seinem Geschäftspartner Werner Weiß auf dem Hof der Bratwurstfabrik © dpa
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Geschmackstest bestanden: Hoeneß testet seine Nürnberger Rostbratwürstl © dpa
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Mit Bayern-Pudelmütze © Getty
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Hoeneß‘ berüchtigte Gesichtsröte © Getty
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Sauberkeit muss sein: Das Brillenputztuch sorgt für Durchblick © Getty
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1999: Mit der Meisterschale auf dem Rathausbalkon © dpa
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Emotionen pur: Beim Spiel gegen Hannover 96 in der Saison 2004/05 © Getty
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Hoeneß mit Ballack im Vorfeld eines Hüttenabends am Tegernsee © Getty
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Mit Michael Ballack, der 2006 schließlich zum FC Chelsea wechselte © Getty
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Zum 54. Geburtstag bekommt er im Erfurter Steigerwaldstadion eine üppige Torte, die er erst mal in die Kabine schaffen muss © dpa
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Immer wieder startet Hoeneß die berühmt-berüchtigte „Abteilung Attacke“ gegen alles und jeden, der mit seiner Meinung nicht konform geht © Getty
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Hoeneß auf Michael Ballacks Hochzeit im Jahr 2008. © ap
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Die ein oder andere Grimasse hat ihm der FC Bayern im Laufe der Jahre schon abgetrotzt © Getty
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Zeit, die Beine hochzulegen, hatte Hoeneß in all den Jahren als Manager nur wenig © Getty
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Viele Schulterklopfer: Hoeneß hat die Schale mal wieder nach München geholt © Getty
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Lichtgestalten unter sich: Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß © Getty
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Erfolgsgespann: Uli Hoeneß gibt auf der Trabrennbann in Daglfing Karl-Heinz Rummenigge die Zügel in die Hand © Getty
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Hoeneß ganz stilecht im Sulky mit Helm und Schutzbrille © Getty
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Hoeneß auf der Trabrennbahn © Getty
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Hoeneß in der Saison 1987/88 mit Jupp Heynckes (r.) © Getty
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Erfolgsmanager Hoeneß hat in seiner Amtszeit viele Trainer kommen und gehen sehen. Hier 1994/95 mit Otto Rehhagel © Getty
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Zu größeren Interviews bat Hoeneß Reporter schon mal in sein Büro © Getty
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Bei der Arbeit - Hoeneß‘ Schreibtisch ist bestens organisiert © Getty
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Einer der wenigen Momente der Entspannung... © Getty
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Mit dem Kollegen Calli Calmund aus Leverkusen © Getty
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Christoph Daum gehörte jahrelang zu Hoeneß‘ Intimfeinden: Vor allem in der Koksaffäre um den damaligen Kandidaten auf den Job des Bundestrainers konnte Hoeneß nicht an sich halten © dpa
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Hoeneß ordnet seine Unterlagen im Fall Christoph Daum © ap
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Der Erfolg schafft nicht nur Freunde. Hoeneß wird im Cottbuser Stadion der Freundschaft von zwei Leibwächtern übers Spielfeld eskortiert  © ap
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In vielen Bundesliga-Stadien, hier in Dortmund, ist Hoeneß das Feindbild schlechthin. Manchmal überschreiten die gegnerischen Fans aber die Grenzen des guten Geschmacks © dpa
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2000: Die Pfiffe des Bremer Publikums verderben Hoeneß die Laune © dpa
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In den eigenen Reihen erfüllt er hingegen gerne Autogrammwünsche © Getty
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Bayern-Keeper Olveri Kahn wurde 2000 in Freiburg von einem Golfball getroffen und ist außer Rand und Band. Hoeneß hat Mühe, seinen Torwart in Zaum zu halten © ap
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Eine halbe Ewigkeit hatte Hoeneß seinen Stammplatz auf der Bayern-Bank. Seit der Saison 2009/2010 nimmt er neben Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner auf der Tribüne Platz © ap
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Hoeneß zeigte im Laufe der Zeit immer wieder Herz für andere Vereine. Mitte 2003 half er dem FC St. Pauli mit einem Benefizspiel auf die Beine © Getty
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Danke, Herr Hoeneß! Die Hamburger Fans schätzen Hoeneß‘ Engagement © Getty
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Hoeneß und Hitzfeld feiern den 1:0-Sieg über Dynamo Kiew im Champions-League-Halbfinale. Es folgte das Trauma im Finale von Barcelona © ap
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Hoeneß auf dem Gipfel des Erfolgs, als die Bayern 2001 gegen den FC Valencia die Champions League gewinnen © sampics
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Lass Dich knuddeln! Hoeneß herzt Ottmar Hitzfeld, als die Bayern 2000 im Olympiastadion die Meisterschat klar machen © dpa
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Ein Mann, der gerne Mal Hand anlegt. 2001 schippt Hoeneß das Trainingsgelände © dpa
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Hoeneß, der Mann am Steuer. Hier testet er 2008 den neuen Bayern-Bus © dpa
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Sehen Sie sich Karl-Heinz Rummenigge an: Hoeneß war an jenem Abend so stinksauer, dass sich der Bayern-Boss hinter vorgehaltener Hand ein Lächeln nicht verkneifen konnte © dpa
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Dieser Spieler dürfte Hoeneß einige Nerven gekostet haben: Mario Basler © Westermann
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Gemeinsame Freude, gemeinsames Leid: Hoeneß 2001 mit Ottmar Hitzfeld im Spiel gegen Unterhaching © sampics
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Die Manager-Brüder Uli und Dieter © ap
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Hoeneß mit seiner Frau Susanne, ein tolles Paar ohne Skandale © Getty
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Hier besuchen sie die FC-Bayern-Gala im Circus Krone 2008... © Getty
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...und bei der Premiere des Teatro Paradiso im Circus Roncalli © Jantz
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Wer mag Hoeneß diesen Blick über den Tellerrand verdenken... © Getty
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Die Tenöre vom Rathausbalkon: Hoeneß mit Franz Beckenbauer und den Meistersängern Ruggiero Rizzitelli und Giovanni Trapattoni 1997 © mzv
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Im Jubeln hat Hoeneß Übung: Kaum einer im internationalen Fußballgeschäft durfte so viele Erfolge feiern © ap
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Einer seiner emotionalsten Momente: Hoeneß rastet bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Jahr 2007 aus, als ihn ein Fan auf die eher mittelmäßige Stimmung in der Allianz Arena anspricht © ap
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Unzählige Oktoberfeste hat Hoeneß mit dem FC Bayern gefeiert © ap
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1997: Ganz entspannt am Spielfeldrand © Getty
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Wenn Hoeneß kommt, stehen auch die Scheichs Spalier © Getty
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Erfolgstrio: Hoeneß zwischen Michael Henke und Ottmar Hitzfeld © Getty
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Eine kurze Partnerschaft: Hoeneß mit Jürgen Klinsmann © dpa
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Hoeneß ist immer noch topfit © Getty
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Hoeneß, Manager der Superlative. Hier posiert er vor dem Burj Dubai © dpa
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Für Werbezwecke greift Hoeneß schon mal zum Burger © dpa
Immerhin verkauft er bei einer weltweit bekannten Fast-Food-Kette seinen "Nürnburger" mit Nürnberger Bratwürsten. © 
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Uli Hoeneß: Sein Leben in Bildern © Getty
Am 27. November 2009 wurde Hoeneß auf der Hauptversammlung zum Nachfolger von Präsident Franz Beckenbauer gewählt. © dpa
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Wohin führt der Weg des Vereins? Hoeneß wird auch als Präsident weiterhin dafür Sorgen, dass der FCB nie im Regen steht © sampics

Das war der Anfang. Sie haben sich gleich verstanden?

Breitner: Von der ersten Sekunde an! Es gab in all den Jahren nie Streit. Uli hatte andere Interessen, wir waren Gegenpole: Er war damals schon an allem interessiert, was mit Finanzen zu tun hatte. Das existierte für mich nicht. Ich hatte meine Dinge mit Psychologie, Philosophie, weiß der Teufel was. Vielleicht war das der Grund, warum wir uns so gut verstanden haben. Unsere Überschrift war Toleranz – und den anderen nicht bekehren wollen. Es war eine Harmonie da, ohne dass der andere ansatzweise was sagen brauchte.

Wie ging es nach dem ersten Treffen weiter?

Breitner: Wir waren vier Jahre bei der Jugendnationalmannschaft, haben teilweise drei Monate gemeinsam verbracht. Und die Zugfahrten! Einmal hatten wir in Dänemark ein Länderspiel und sind mit dem Zug heimgefahren. Bis Freilassing war ich glaube ich 28 Stunden unterwegs. Auf dem Heimweg waren wir alleine. Dann bin ich oft in Ulm ausgestiegen, einen halben Tag beim Uli geblieben und dann heim – so habe ich seine Familie kennengelernt. Wir waren wie Brüder.

In der Dokumentation „Profis“ wird ein Jahr in Ihrem Leben gezeigt. Sie konnten sich Uli Hoeneß noch nicht so recht als Manager vorstellen.

Breitner: Für mich war Uli der künftige Josef Ackermann, der künftige Herr Reitzle. Sprich: Ulis Weg war für mich vorgegeben, ich habe ihn irgendwann als Sprecher der deutschen Bank gesehen. Mit zehn, elf Millionen, die Bayern zu der Zeit umgesetzt hat, als er Manager wurde, habe ich mir gedacht: Das ist ein Tante-Emma-Laden! Das ist für den Uli zwei Nummern zu klein. Heute ist er für mich der beste Manager, den es auf der Welt gibt – und das Unternehmen hat auch die entsprechende Größe. Uli war die letzten 30 Jahre nicht nur der FC Bayern, er war die Bundesliga!

Sie waren nach Hoeneß’ Flugzeugabsturz 1982 einer der Ersten, die sich um ihn gekümmert haben.

Breitner: Das war heftig. Wir hatten in Hannover das Länderspiel gegen Portugal. Zwanzig Minuten vor Ende tauchte ein Freund am Spielfeldrand auf – der schrie und schrie. Während des Spiels hat er mir gesagt, dass Uli abgestürzt ist und keiner weiß, was los ist. Zwei Minuten vor Schluss kam der Freund wieder: Angeblich drei Tote und ein Überlebender – angeblich Uli. Mit Abpfiff habe ich zu unserem Freund gesagt, dass ich ein Polizeiauto zur Uniklinik brauche. In zwei Minuten war ich geduscht, maximal fünf Minuten nach Spielende saß ich im Polizeiauto.

Wie groß war die Angst?

Breitner: Natürlich zunächst riesig. Aber im Krankenhaus hieß es von Anfang an, dass keine Lebensgefahr bestünde. Das Problem war, dass er mit dem Gesicht nach vorne ins Moos geschleudert wurde. Er hatte Gräser und weiß der Teufel was inhaliert – das musste aus der Lunge raus. Er ist gegen vier Uhr zu sich gekommen. Es ging ihm relativ schnell gut.

Wie war das Leben in der WG in Trudering?

Breitner: Ach, WG konnte man das eigentlich nicht nennen. Wir hatten ja keine fremden Weiber drin und nix. Für uns war das einfach der logische Schritt. Er war eigentlich schon beim VfB, ich beim TSV 1860. Dann hat unser Jugendauswahl-Trainer Udo Lattek, der Bayern-Trainer wurde, uns mitgenommen. So haben wir umgedacht. Nach vier Jahren zusammen war es nur logisch: Nehmen wir uns doch die erste Wohnung in München zusammen. Das hat so lange funktioniert, bis es uns mit unseren Frauen terminlich zu stressig wurde.

In Ihrer letzten Bayern-Saison 82/83 kam es zum Bruch.

Breitner: Wir waren auf Asien-Reise, in Singapur. Ich habe die Reise schwer verletzt mitgemacht, weil ich noch dabei war, als die Verträge dafür ausgehandelt wurden. Wir hätten eine Strafe zahlen müssen für den Fall, dass der Kalle Rummenigge oder ich nicht gespielt hätten. Wir haben in Singapur in der ersten Halbzeit schlecht gespielt. Da kam der Uli auf einmal als Manager in die Kabine und hat rumgebrüllt. Das hat vielleicht eine Minute gedauert, wir haben uns fürchterlich gefetzt. Dann waren 17 Jahre innigster Freundschaft erledigt, eine Ehe von einer auf die andere Sekunde geschieden. Es war lächerlich, es ging nur um Lappalien. ´

Wie kam es dann zur Versöhnung?

Breitner: Wir haben etwa zehn Jahre nicht miteinander geredet, kein Wort. Wir waren beide zu stolz. Dann sind wir uns in München am Flughafen über den Weg gelaufen – und konnten Gott sei Dank nicht ausweichen. Wir haben beide aufgeatmet, ausgemacht, dass wir uns in den nächsten Tagen mit den Frauen zum Abendessen treffen und alles bereinigen. Das haben wir gemacht, und fertig. Wie es eben bei einer Ehe ist: Nach der Trennung kam die Aussprache – und heute sind wir echte Freunde.

Interview: Tobias Altschäffl

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