Jugendchefscout gibt Einblicke in seine Arbeit

Pauls: "Jedes Talent benötigt eine bestimmte Waffe"

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Timon Pauls (r.) schürt die Hoffnung auf einen neuen Star aus der eigenen Jugend.

München - In einem Interview spricht Timon Pauls über seine Arbeit beim FC Bayern und die Anforderungen an junge Talente. 

Die Verantwortung hat sich für Timon Pauls in den vergangenen Wochen schlagartig enorm erhöht. Nach dem Abgang von "Tanne" Tarnat und Jürgen Jung wurde er mit 23 Jahren zum Chefscout des Junior Teams an der Säbener Straße befördert. Die Aufmerksamkeit um seine Person hat zugenommen, was Pauls gar nicht so recht ist, wie er im Interview mit dfb.de sagt. Er wolle lieber mit guter Arbeit überzeugen, beschreibt er seinen Antrieb.

Jetzt versucht er also, mit seinem guten Auge, die kommenden Talente für den Rekordmeister zu sichten. "Wir sagen, jedes Talent braucht eine bestimmte Waffe. Eine fußballerische Qualität also, die ihn besonders auszeichnet", gibt Pauls Einblicke in das Anforderungsprofil. Zweikampf-Verhalten, Schnelligkeit, Technik und Kondition seien wichtig, doch vor allem "die Mentalität des Spielers, seine Einstellung und sein Ehrgeiz" sind die entscheidenden Faktoren.

Heimische Talente werden besonders beobachtet, denn "wir haben uns auf die Fahne geschrieben, gerade im Großraum München und in Oberbayern noch intensiver Spieler zu sichten", erklärt Paul. "Wir wollen kein Talent übersehen, das hier aufgewachen ist und vor unserer eigenen Haustür spielt. Gerade in der unmittelbaren Umgebung sehen wir enormes Potential und eine hohe Qualität."

Die Youngster in der Heimat zu sichten, birgt weitere Vorteile - für beide Seiten. Der FC Bayern unterstützt es, wenn Spieler weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld leben und keine allzu weiten Wege zum Training zurücklegen müssen. Dass genau dieser Weg zum Erfolg führen kann, zeigt die Karriere von drei Eigengewächsen. Philipp Lahm machte seine ersten Schritte bei der FT Gern und trug mit 12 Jahren das rote Trikot. Noch früher schlugen Thomas Müller (kam vom TSV Pähl) und Andi Ottl (ehemals SV Nord Lerchenau) an der Säbener Straße auf. Sie schlossen sich mit elf Jahren der Jugendabteilung des Rekordmeisters an. Alle drei Spieler haben eines gemeinsam: Sie pendelten zum Training, lebten aber weiterhin bei ihren Familien und bekamen trotzdem das "Mia san Mia"-Gen frühzeitig eingepflanzt.

Nicht jeder Youngster aus der Bayern-Jugend kann den Durchbruch schaffen, schon gar nicht im mit Weltstars gespickten Kader der Roten. Trotzdem schürt Pauls die Hoffnung, dass bald wieder ein Bursche aus dem eigenen Stall den Sprung zu den Profis schafft. "Es ist richtig, dass es unser Ziel ist, wieder für den eigenen Bundesligakader auszubilden", gibt der 23-Jährige offen zu. "Einge Jungs besitzen eine gute Perspektive."

Damit könnten z.B. die Junioren-Nationalspieler Nikolas Dorsch, Fabian Benko, Manuel Wintzheimer oder Timothy Tillman gemeint sein. Auch Torwart Christian Früchtl trauen viele Experten eine große Karriere zu. Obwohl er "erst" 16 Jahre alt ist, könnte es für ihn bei den Bayern allerdings eng werden, denn Manuel Neuer (29) wird seinen Platz im Kasten in den nächsten Jahren sicherlich nicht so schnell frei machen.

Quelle: fussball-vorort.de

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