Guardiolas Pläne mit Lewy, Alonso & Co.

Pep-Biograf: "Xabi & Bastian? Wie Xavi & Iniesta"

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Pep Guardiola bevorzugt offenbar Xabi Alonso (r.) als Sechser, Bastian Schweinsteiger soll als Achter agieren.

München - Er kennt Pep aus dem Effeff: Mit der tz sprach der Guardiola-Biograf Perarnau über angeblich unzufriedene Spieler, zu viele Kicker für zu wenige Positionen und Guardiolas Haltung dazu.

Eine ganze Saison lang durfte er Pep Guardiola begleiten, einen Blick in das Innere der Kabine werfen und diese Eindrücke in einem Buch aufschreiben. In seinem Werk Herr Guardiola fasste Martí Perarnau das erste Jahr des Startrainers beim FC Bayern zusammen. Heute ist er nach wie vor oft an der Säbener Straße, steht in Kontakt mit Pep. Mit der tz sprach der ehemalige Hochspringer über angeblich unzufriedene Spieler, zu viele Kicker für zu wenige Positionen und Guardiolas Haltung dazu. Das tz-Interview.

Señor Perarnau, es heißt, Pep und Lewandowski würden sich nicht verstehen. Sie sind nach wie vor oft vor Ort. Ihre Meinung dazu?

Perarnau: Lächerlich! Fest steht: Guardiola mag eher kleine Kader. So ist er eben. Das heißt 15, 16 Stammspieler und vier, fünf Ersatzspieler wie Pizarro oder Weiser. Wenn sich niemand verletzt, kommen eben Probleme auf. Im Mittelfeld gab es so viele, dass es kein Überangebot gab. Aber vorne blieben alle fit – zum Glück. Aber dann ist es eben so, dass es für Lewandowski, Müller und Götze nur eine Position gibt. Das ist Fakt. Aber ich habe erst neulich mit Pep darüber gesprochen und weiß, dass Lewandowski ihn begeistert. Er verhält sich ja auch vorbildlich. Und Pep ist überaus zufrieden mit ihm, weil er eine Menge zum Spiel beiträgt. Er ist kein Killer à la Ronaldo oder Messi, aber zehn Tore hat er schon. Mit dem BVB waren es vergangenes Jahr 20. Ist also durchaus zu packen.

Ebenfalls in der Kritik: Schweinsteiger und Alonso. Wird Guardiola an dem Duo festhalten?

Martí Perarnau.

Perarnau: Es stimmt: Wenn sie zusammen auf dem Platz standen, lief das Spiel nicht flüssig. Aber ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass sie nicht zusammen können. Es ist wie bei Xavi und Iniesta. Über sie wurde das auch gesagt und am Ende waren sie die Besten. Alles braucht eben seine Zeit. Peps Idee ist, mit einer Sechs und zwei Achtern davor zu spielen. In der ersten Hälfte der Saison hat das sehr gut geklappt, weil Lahm, Götze, Rode etc. genügend Abstand zu Xabi gehalten haben, damit dieser das Spiel vertikaler aufbauen konnte. Mit Lahm hat das grandios geklappt, in meinen Augen ist er ein Schlüsselspieler auf dieser Position. Er hat die gleiche Übersicht wie ein Xavi Hernandez. Schweinsteiger muss sein Spiel auf der Acht noch perfektionieren. Oft läuft er zu viel und nähert sich Xabi zu sehr, was das Spiel eben so langsam macht.

Ein Problem, das sich mit der Rückkehr von Lahm und Thiago von selbst lösen könnte…

Perarnau: So weit denkt Pep nicht. Im Ernst. Er arbeitet mit dem, was ihm zur Verfügung steht. Jetzt muss er im Rückspiel gegen Donezk auf Xabi verzichten. Ich gehe davon aus, dass Bastian dort ran darf.

Fakt ist, es wird im Mittelfeld zu Härtefällen kommen, wenn alle fit sind.

Perarnau: Genauso wie vorn. Auch wenn morgen Pokalfinale wäre: Von den dreien im Sturm sitzen zwei auf der Bank. Gleiches gilt im Mittelfeld. Da wären fünf Spieler für drei Positionen. Zwei kommen auf die Bank. Klar, die werden nicht glücklich sein, aber deswegen zieht er ja nicht so große Kader vor.

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Und in den wichtigen Wochen? Hat Guardiola eine Art Stammelf oder lässt er rotieren?

Perarnau: Er wird viel rotieren – bis zum letzten Monat. Dann zeigt sich, wer am besten in Form ist und welche Spieler untereinander am besten harmonieren. Diese Stamm­elf wird dann in den Endspielen auflaufen, so hat es Pep bisher gehandhabt. Gut möglich, dass der ein oder andere Unantastbare nicht dabei ist.

Teilt er Entschlüsse dieser Art den Spielern persönlich mit?

Perarnau: Klar, aber nicht nach dem Motto: Heute spielst du nicht. Er führt während der gesamten Saison Gespräche mit den Spielern und teilt ihnen derartige Gedankengänge mit. Aber Lewandowski, Müller, Götze – sie alle nehmen das bestens auf und verstehen das auch.

Und Mandzukic?

Perarnau: Er war der Einzige, der das nicht so recht verstehen wollte.

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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