Wen wirbt der Spanier ab?

Peps Einkaufstour: Erst Gündogan - dann FCB-Spieler?

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Schaulaufen: Beim Topspiel in Dortmund hat Guardiola auch Gündogan (hier gegen Lewandowski) beobachtet.

München - Trainer Pep Guardiola wechselt bald zu Manchester City. Schon jetzt geht er auf Einkaufstour. Im Fokus: Der Dortmunder Ilkay Gündogan – ein angeblicher Wunschspieler. Davon aber gibt es viele.

Logistisch gesehen hätte es für dieses Treffen deutlich günstigere Orte gegeben als Amsterdam. Wenn man aus München und Dortmund zusammenkommen will, wäre Marktheidenfeld zum Beispiel exakt die Mitte gewesen. Die Main-Spessart-Region, ein schönes Fleckchen Erde und sicherlich auch eines, das von Paparazzi nicht ganz so gut erschlossen ist wie die Innenstadt der niederländischen Hauptstadt. Aber gut. Pep Guardiola nahm die 669,4 Kilometer aus München auf sich, und Ilhan Gündogan, Berater seines berühmten Neffen Ilkay, fuhr 200,5 Kilometer. Dann sprach man eben in Amsterdam.

Im Konferenzraum des „Conservatorium Hotels“ fand die rund 45-minütige Unterredung statt, ManCity-Sportdirektor Txiki Begiristain führte das Wort. Es ist kein Geheimnis, dass Gündogan, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, vor allem deshalb noch in Dortmund ist, weil ein Wechsel zu einem Topklub im vergangenen Jahr nicht zustande gekommen war. Schon damals wollte der 25-Jährige nach England, er sieht seine Zukunft auf der Insel. Da passt es gut, dass Guardiola ihn haben will und ManCity die kolportierte Ablösesumme von rund 30 Millionen Euro auch ohne Zögern bezahlen würde. Beim BVB hofft man auf eine schnelle Lösung, angeblich soll in den nächsten Wochen eine Entscheidung fallen. Die Bayern hatten im vergangenen Jahr von einer Verpflichtung des Nationalspielers abgesehen – aber nicht, weil Guardiola ihn nicht wollte. Er war den Bossen zu verletzungsanfällig.

Angeblich darf Pep Spieler des FC Bayern zunächst nicht abwerben

Der Spanier schätzt Gündogan für seine Flexibilität und sein Spielverständnis. Und tatsächlich ist der BVB-Spieler nun auch der Erste, bei dem Guardiola ernst macht. Ein Geheimtreffen inmitten der bisher heißesten Saisonphase kommt in München nicht gut an, davon kann er ausgehen. Er will aber auch nicht riskieren, dass seine Wunschspieler nicht mehr verfügbar sind, wenn er sich ab Sommer voll und ganz auf seine neue Aufgabe konzentrieren kann. Finanzielle Grenzen sind ihm beim Scheich-Klub aus Manchester nicht gesetzt. Die Fühler hat er deshalb schon in viele Richtungen ausgestreckt, wie zu hören ist.

Neymar sagt: „Ich würde gerne mit Pep zusammenarbeiten“

In München gibt es angeblich eine Abmachung mit Guardiola, dass er Spieler vom FC Bayern zunächst nicht abwerben darf. Dass der 45-Jährige aber Interesse an David Alaba, Robert Lewandowski, seinem Liebling Thiago und auch Manuel Neuer hat, ist nur logisch. Die Finanzkraft aus England ist auch unter den Bayern-Spielern ein Thema – und die Frage ist, wie viele derart lukrative Angebote, wie City sie abgeben kann, die Bayern-Bosse am Ende tatsächlich ablehnen können.

Neuer etwa ist natürlich ein Thema, vor allem weil Guardiola in Manchester derzeit mit Joe Hart Vorlieb nehmen muss. Der Nationalkeeper ist einer der besseren englischen Torhüter – aber ist er Guardiola, der einen mitspielenden letzten Mann braucht, gut genug? Angeblich hat sich der Coach auch schon mit Ron-Robert Zieler beschäftigt, dem ein Abgang vom krisengeschüttelten Hannover 96 nur recht wäre. Dass sein Vertrag 2017 ausläuft, spielt ManCity in die Karten.

Nachrüsten will Guardiola aber natürlich am liebsten in der Offensive – und am liebsten mit Hochkarätern. Glaubt man Gerüchten aus England, will City dem FC Barcelona die astronomische Ausstiegsklausel von 190 Millionen Euro für Neymar abkaufen. Den Brasilianer wollte Guardiola schon verpflichten, als er zu Bayern kam. Er durfte aber nicht. Und Neymar hat jüngst gesagt: „Guardiola ist jemand, den ich sehr bewundere und mit dem ich gern zusammenarbeiten würde.“

Bayern-Training: Neuer fliegt, Pep lobt, Javi schuftet

Belässt man den Blick in der Bundesliga, stehen angeblich Granit Xhaka und Leroy Sané auf Guardiolas Wunschliste. Für den Gladbacher, der eigentlich bis 2019 gebunden ist, soll City 50 Millionen Euro geboten haben. „Irgendwann“, sagte der Offensivspieler, der beim 1:3 der Bayern in Gladbach im Dezember eine überragende Partie gemacht hat, „würde ich gerne in England spielen“. Auch Sane wird nicht ewig in der Bundesliga bleiben. Von einer Ablöse von rund 55 Millionen Euro wurde im Fall des Schalker Juwels gesprochen.

Pikant: Die Bayern hatten den damals 16 Jahre alten Sane im Jahr 2013 laut „kicker“ als nicht gut genug befunden. Damals wäre er deutlich billiger zu haben gewesen. Er blieb bei Schalke. 495, 8 Kilometer entfernt von München.

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