Reihenweise Ausfälle

Pep holt zwei Youngster aus der U23

Alessandro Schöpf
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Alessandro Schöpf darf sich bei den Profis zeigen.

München - Schluss mit lustig! So lautet das Motto beim FC Bayern, bei dem Pep Guardiola die Zügel anzieht. Die Personalsituation dürfte ihm aber nicht schmecken. Er holte sogar zwei Youngster aus der U23 dazu.

Wer hätte gedacht, dass dieses Spiel noch mal so wichtig wird… Der Erste spielt beim Letzten, der FC Bayern bei Braunschweig – und trotz der seit Ewigkeiten feststehenden Meisterschaft muss er endlich zeigen, was in ihm steckt!

Nach den Wochen des Wackelns geht es am kommenden Mittwoch bei Real Madrid um den nächsten Teil des Triples. Und so wird Braunschweig plötzlich zum großen Gradmesser. „Wir brauchen ein gutes Gefühl“, sagte Pep Guardiola am Freitag. Immer wieder betonte er, wie wichtig diese Partie ist. Immer wieder wiederholte er, dass die Leistungsschwankungen zuletzt auf seine Kappe gehen.

Selbst nach dem vermeintlich souveränen 5:1 gegen Kaiserslautern war allen klar: Das reicht nicht! Müller: „Technisch hat es nicht immer gepasst.“ Robben: „Wir müssen eine Schippe drauflegen.“ Rummenigge: „Wir haben nur das gemacht, was man erwarten durfte – gegen einen Zweitligisten zu gewinnen und ins Finale einzuziehen.“

Der Ist-Zustand war nach den 90 Minuten schnell geklärt. Am Warum-Zustand versuchte sich vor allem Chef-Mahner Matthias Sammer. Seine Kritik: „Wir müssen ein Stück weit mehr brennen, Gier in den Augen haben und auch den Mut haben, Dinge untereinander anzusprechen. Das fehlt mir im Moment!“ Weiter polterte der Sportvorstand: „Ich glaube, wir gehen zu positiv miteinander um, und zu lieb und zu nett, in so einer Kuscheloase.“

Locker, lässig, lieb? „Ja!“ Pep Guardiola gab am Freitag zu, dass im Training gescherzt und gelacht wurde. Und das er etwas ändern musste. „Nach dem BVB-Spiel haben wir besser trainiert, mit einer anderen Einstellung.“ Der Trainer bekannte, dass die gelöste Stimmung sein Fehler war – weil er die Liga für beendet erklärte. Die Folge waren erst ein wenig später sichtbar. Nach dem Kaiserslautern-Spiel schaltete sich nun auch Matthias Sammer ein. Mit Erfolg?

Die Spieler waren nicht sicher, Kapitän Philipp Lahm meinte zum Kuschelvorwurf nur: „Wenn er das so sieht, dann wird es so sein.“ Andere erklärten, dass es eigentlich doch von Vorteil sei, wenn man sich gut versteht.

Pep Guardiola schien mit dem Sammer-Einwand nicht unzufrieden, sagte ganz generell: „Matthias ist eine wichtige Person, er hat eine große Nase, kann analysieren, wie die Mannschaft drauf ist. Er will uns immer helfen.“

Zwei Youngster aus der zweiten Mannschaft dabei

Für das so wichtige Spiel heute sind aber auch ihm die Hände gebunden, zumindest bei einem Problem: Pep geht das Personal aus! Nach den Sperren für Kroos und Rafinha fehlt weiterhin Manuel Neuer (Wadenverhärtung) und kurzfristig auch David Alaba (Erkältung), insgesamt sind neun Spieler bei der Mission Einspielen nicht dabei. Guardiola beorderte aus der Zweiten gar Benno Schmitz und Alessandro Schöpf zu sich. „Es werden die besten Spieler spielen - die, von denen der Trainer denkt, dass sie die besten Spieler sind“, sagte Guardiola.

Die Fahrt nach Braunschweig dürfte keine Kuscheltour werden.

mic, sw

Die Ausfall-Liste

Pep Guardiola stellte klar, auch beim Tabellenletzten nicht rotieren zu wollen. Aber wie auch? So sieht die FCB-Ausfall-Liste aus: Verletzt: Neuer (Wadenverhärtung), Starke (Bänderriss im Ellbogen), Badstuber (Aufbautraining) Thiago (Innenbandriss im Knie), Shaqiri (Muskelfaserriss), Green (Schulter); Krank: Alaba (Erkältung); Gesperrt: Kroos (5. Gelbe), Rafinha (Rotsperre)

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