"Das war meine Entscheidung, das ist alles"

Pep lässt Götze nicht ran - Keine Zeit für Experimente

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Bankdrücker: Mario Götze (r.) und Andre Schürrle.

Wolfsburg - Er kann wieder spielen, er will wieder spielen – aber Mario Götze darf noch nicht wieder für den FC Bayern spielen. Fast fünf Monate ist es her, dass er letztmals auf dem Platz stand.

Zum dritten Mal war der Weltmeister nach seiner langen Verletzungspause wieder im Kader, zum dritten Mal schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Als Pep Guardiola in der zweiten Halbzeit neue Impulse setzen wollte, vertraute er lieber auf Franck Ribéry und Thiago. Götze blieb nur die Zuschauerrolle, und Matthias Sammer erklärte nach dem 2:0 in Wolfsburg auch warum: „Es ist keine Zeit für Experimente.“

Inzwischen ist es fast fünf Monate her, dass der Weltmeister das letzte Mal auf dem Platz stand. Am 8. Oktober 2015 zog sich Götze beim Länderspiel in Irland einen Muskelsehnenausriss in den Adduktoren zu, seitdem arbeitete er an seinem Comeback. Jetzt ist er wieder da, aber Guardiola setzt trotzdem (noch) nicht auf ihn. „Wir haben sieben Außenstürmer. Wenn Mario gespielt hätte, hätten Sie gefragt, warum Thomas oder Robert nicht gespielt haben. Das war meine Entscheidung, das ist alles“, antwortete Pep ein wenig genervt auf die Frage nach dem WM-Siegtorschützen. Sammer dagegen versuchte, Götzes Situation zu erklären: „Er ist wieder gesund, das ist super für uns. Aber er hat noch keinen Rhythmus.“ Den hatte Ribéry allerdings auch nicht, als er in der Vorwoche gegen Darmstadt sein Comeback feierte. Sammer entgegnete: „Franck konnte man einschätzen. Pep entscheidet. Für Mario ist es unangenehm, aber vollkommen plausibel. Rhythmus bekommt er nur durch Spiele, nicht durch Experimente.“ Guardiola hatte im Vorfeld der Begegnung angekündigt, dass Götze sogar „vielleicht 90 Minuten“ spielen werde. Am Ende setzte er auf andere Stars.

„Das ist bei einem Spiel wie in Wolfsburg für den Trainer schwer zu entscheiden“, versuchte Sammer Partei für Pep zu ergreifen: „Natürlich kann er Mario bringen. Aber es war für alle erkennbar, dass es ein knappes Spiel werden wird. Ribéry, Coman, Thiago – die sind einfach einen Schritt weiter“, erklärte der Sportvorstand der Münchner. Kaum vorstellbar, dass Götze dann am Wochenende im Topspiel gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund eine ernsthafte Option ist. Doch zunächst kommt am Mittwoch (20.30 Uhr) der FSV Mainz in die Allianz Arena. „Dann sieht es vielleicht anders aus“, sagte Sammer. Seine Mitspieler haben jedenfalls keine Zweifel an Götze. „Ich mache mir bei Mario keine Sorgen, weil er ein überragender Fußballer und sehr professionell ist“, meinte Philipp Lahm: „Deswegen ist es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder zum Einsatz kommt.“

Sven Westerschulze

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