Der Bayern-Kontrakt ist jetzt schon besonders

Peps Verlängerung: So lief es bei anderen Top-Trainern

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Auf Fragen nach seinem Vertrag reagiert Pep Guardiola in letzter Zeit zunehmend gereizt.

München - Die Debatte um die Vertragsverlängerung von Pep Guardiola beim FC Bayern ist zum Reizthema für den Spanier, die Fans und den Verein geworden. Wie handhaben es eigentlich andere Top-Trainer bei ihren Vereinen?

So viel sei schon einmal vorweg gesagt: In diesem Artikel wird es keine

Spekulationen über eine Vertragsverlängerung

von Pep Guardiola geben. Denn dazu ist schon viel und wird vermutlich noch viel mehr geschrieben worden. Vielmehr soll es darum gehen, einen historischen Vergleich zu machen: Wie handhaben es die internationalen Top-Trainer neben Pep denn so mit ihren Verträgen? Lassen sie die Fans und Vereine zappeln? Oder ist es eher Normalität, dass Verträge vorzeitig sehr lang verlängert werden. Einige Beispiele.

José Mourinho bei Real Madrid: Früh verlängert und früh gefeuert

Der große Rivale von Pep Guardiola zu Barca-Zeiten und auch danach trat 2010 sein Amt bei Real Madrid an. Nach zwei Saisons ohne CL-Titel wurde sein bis 2014 laufender Vertrag schon 2012 vorzeitig um zwei Jahre verlängert. Nur ein Jahr später trennten sich die Königlichen allerdings von dem portugiesischen Ausnahmetrainer.

Arsène Wenger beim FC Arsenal London: Alte Liebe hält länger

Er ist das Urgestein der europäischen Top-Trainer. Arsène Wenger coacht Arsenal London nun schon seit 1996 durchgehend. Fast 20 Jahre bei einem Verein! Das sind Ewigkeiten im Spitzenfußball. Bei den Vertragsverlängerungen ging es trotz gegenseitiger Wertschätzungen mal knapper, mal großzügiger zu: Sein bis 2011 laufendes Arbeitspapier wurde schon im August bis 2014 ausgedehnt. Dieser Kontrakt wiederum wurde aber erst im Mai 2014 noch einmal auf das Jahr 2017 festgeschrieben. Wären dann 21 Jahre. Respekt!

Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund: Echte Liebe, echt lange Verträge

"Kloppo" bescherte dem BVB die erfolgreichste Phase der jüngeren Vergangenheit. 2011 gewannen die Dortmunder die Meisterschaft, 2012 das Double und 2013 dann das unvergessliche CL-Finale in Wembley. Der Arbeiterverein und Klopp, das schien zu passen. Dachten sich wohl auch die Verantwortlichen, als sie 2012 seinen noch bis 2014 laufenden Kontrakt bis 2016 verlängerten. Im Oktober 2013 dann der nächste Vertrauensvorschuss: Die Verlängerung bis 2018. Das Ende vom Lied ist bekannt: Im Frühjahr 2015 einigte man sich auf die Auflösung des Vertrages nach der Saison.

Laurent Blanc bei Paris Saint-Germain: Erst kurz, dann richtig lang

Laurent Blanc übernahm beim französischen Hauptstadtverein Paris Saint-Germain 2013 und bekam dort einen Vertrag, der zunächst auf zwei Jahre angelegt war. Zwei Mal wurde er mit seiner Mannschaft rund um Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic Meister, in der letzten Saison sogar das Double. Im Februar 2015 wurde bekannt, dass sein Vertrag auf fast schon Wenger'sche Ausmaße verlängert wurde: bis 2022.

Diego Simeone bei Atlético Madrid: Vom Zögern zur Überzeugung

Schon in seiner ersten Saison bei Atlético Madrid schlug Diego Simeone voll ein: Mit dem Sieg in der Europa League machte der extrovertierte und oft auch provozierende Argentinier von sich Reden. Sein Vertrag war zunächst bis 2013 gesetzt, wurde im März des selben Jahres aber bis 2017 verlängert. Nach Siegen im spanischen Pokal, der Meisterschaft und dem Erreichen des CL-Finales 2014 wurde sein Papier im März 2015 dann langfristig bis 2020 verlängert.

Guardiola beim FC Barcelona: Nie mehr als ein Jahr Vertrag

Bei seinem Amtsantritt bei den Katalanen hatte der jetztige Bayern-Trainer eine eiserne Regel: Nie um mehr als ein Jahr verlängern. Die neuen Verträge wurden oft im Februar oder März der auslaufenden Saison bekanntgegeben. Die letzte Verlängerung erfolgte am 8. Februar 2011. Im März des Folgejahres gab Pep seinen Abschied bekannt.

Fazit: Peps Handeln ist nicht ungewöhnlich, sein Vertrag aber schon

Im Vergleich mit einigen begehrten und prominenten Trainer-Kollegen erscheint der Plan vom FC Bayern und Pep, sich in der ersten Saisonhälfte 2015/16 über einen neuen Vertrag zu unterhalten, nicht ungewöhnlich. Viele Top-Coaches entscheiden sich erst in ihrem letzten Jahr, was kommen soll. Ob das nun an der sportlichen Situation oder dem Verein liegt, sei hier dahingestellt.

Ungewöhnlich ist allenfalls, dass Peps Vertrag beim FC Bayern direkt auf drei Jahre ausgelegt war. Vielleicht hat sich Guardiola nach seinen Einjahreskontrakten bei Barca nun für einen neuen Kurs entschieden?

Fakt ist: Weder die Äußerungen vom Verein noch von seiner Seite lassen auf ein Ende oder auf eine Verlängerung schließen. Es ist alles offen. Nach der sehr stark emotionalisierten ersten Saison sind Trainer und Verein nun wohl auf einem sachlicheren Niveau angekommen. Schaden kann das nicht, um klarer sehen zu können.

bix

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