Triple als großes Ziel

Pep, mach uns den Heynckes!

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Vorbild Heynckes-Abschied: Holt Pep Guardiola wie Jupp 2013 auch das Triple, bevor er an Carlo Ancelotti übergibt?

München - Vorbild Heynckes-Abschied: Holt Pep Guardiola wie Jupp 2013 auch das Triple, bevor er an Carlo Ancelotti übergibt?

Am Ende war es nur eine einfache Presseerklärung, die das bestätigte, was längst alle wussten. Der FC Bayern und Pep Guardiola gehen ab dem 30. Juni 2016 getrennte Wege, der Startrainer wollte seinen Vertrag beim Rekordmeister nicht verlängern. Er wird es auch nicht mehr, denn ab dem 1. Juli übernimmt Carlo Ancelotti das Ruder an der Säbener Straße. Pep sagt servus.

Spätestens seit Mittwoch war bereits klar, dass der Spanier seine Zelte in der bayerischen Landeshauptstadt im Sommer abbrechen würde. Die Nachrichtenlage war erdrückend, aber die Bayern und Pep hielten an ihrem Plan fest, sich erst nach dem letzten Spiel in Hannover erklären zu wollen. Vor allem, weil erst dann – so wurde es vor Wochen öffentlich kommuniziert – das finale Gespräche zwischen Guardiola und Klubboss Karl-Heinz Rummenigge stattfinden sollte. Das hatte es allerdings längst gegeben. Nicht erst am Mittwoch, sondern schon Wochen vorher, ansonsten hätten die Münchner nicht am Sonntag bereits Ancelotti als neuen Trainer vorstellen können.

Pep Guardiola: Abschied in einer kurzen Presseerklärung

Doch mit der Sprache herausrücken wollte keiner, weder am Freitag noch am Samstag. Die Bayern beließen es bei der Presseerklärung, in der Rummenigge sich in 15 Zeilen bei Guardiola für dessen Verdienste bedankte und gleichzeitig wohlwollende Worte für dessen Nachfolger parat hatte. „Wir sind Pep Guardiola dankbar für alles, was er unserem Verein seit 2013 gegeben hat. Ich bin überzeugt, dass Pep und unsere Mannschaft jetzt noch intensiver daran arbeiten werden, die großen sportlichen Ziele zu erreichen“, erklärte Rummenigge. Ein Statement des Katalanen gab es nicht, weder in der Pressemitteilung noch persönlich. Auch am Samstag nach dem 1:0-Sieg in Hannover wich Guardiola den Fragen nach seiner Zukunft aus. Auf dem Weg zum Mannschaftsbus stoppte er in der Mixed Zone und sah sich im TV gemeinsam mit Intimus Manel Estiarte die Zusammenfassung der Dortmunder Niederlage in Köln an. Das Ergebnis dürfte ihn gefreut haben, schließlich weiß auch Pep nur zu gut, dass seine Chancen auf den dritten Meistertitel im dritten Jahr dadurch ungleich größer geworden sind. Dennoch verlässt er die Bayern im Sommer nach drei Jahren, trotz allem Werben um seine Person von Mannschaft und Vorstand.

Einen letzten Versuch hat Pep noch, mit dem FC Bayern die Champions League zu gewinnen

Einen allerletzten Versuch hat er noch, um dem FCB die Champions-League-Trophäe zu bescheren, die seit seinem Antritt im Juli 2013 eigentlich von ihm erwartet wurde. Auch wenn es aufgrund Guardiolas beeindruckender Arbeit während seiner Zeit in München komisch klingt: Am Ende zählen auch oder gerade beim FC Bayern Titel.

Dass ein Trainer nach seinem feststehenden Abschied nicht als „lame duck“, als lahme Ente, enden muss, hat sein Vorgänger eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ein einziges Spiel verloren die Bayern in der Saison 2012/13 noch, nachdem Jupp Heynckes’ Abschied zum Saisonende beschlossene Sache war. Am Ende holten sie sogar das erste Triple der Vereinsgeschichte. „Es ist egal, wer der Trainer ist. Wir müssen schauen, dass das Sportliche passt“, hatte Thomas Müller am Samstag erklärt. Er selbst habe auf Peps Entschluss nicht hingefiebert: „Wir werden es sicherlich erfahren. Vielleicht wird er uns dann noch ein paar Worte sagen.“

Nach der Rückkehr aus Hannover ging es für die Stars jedenfalls direkt in den Urlaub, Guardiola reiste am Sonntag nach Barcelona zu seiner Familie. Am 4. Januar starten die Bayern in die Vorbereitung auf die Rückrunde, ehe es zwei Tage später ins Trainingslager nach Katar geht. Bleibt für Pep noch ausreichend Zeit, die richtigen Worte für seine Spieler zu finden.

Sven Westerschulze

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