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Ungewöhnliche Reaktion

Pep: Wildes Coaching statt Jubel nach den ersten Toren

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Pep Guardiola mit Jerome Boateng.

München - „Mia san Mia“ auf allen Ebenen – der FC Bayern überrollte Porto und stürmte mit 6:1 ins Halbfinale. Nach den ersten Toren fiel Pep Guardiolas Jubel verhalten aus.

München – Dante sprintete entfesselt die Seitenlinie entlang, beide Fäuste geballt, die Lippen klafften auseinander, als wolle er einen Fußball verschlucken. Dante jubelte aus voller Kehle, dieser Dante, der zum Prügelknaben des FC Bayern geworden war, und wie er so schrie und die Fäuste ballte, vermittelte er unbewusst eine deutliche Botschaft: Krise? In München? Auflösungserscheinungen? Pustekuchen! Es stand gerade mal 2:0, es war erst der Auftakt einer magischen Nacht – und Dante jubelte, obwohl er auf der Bank saß.

Der FC Bayern stand im Champions League-Viertelfinalrückspiel gegen den FC Porto mit dem Rücken zur Wand, allen voran drohte Trainer Pep Guardiola eine ungemütliche Grundsatzdebatte. Das Aus stand akut im Raum, doch am Ende kam alles anders: Ein 6:1-Sieg, eine furiose Gala mit wunderbaren Toren durch Thiago (14.), Boateng (22.), Lewandowski (27.), Müller (36.), Lewandowski (40.) und Alonso (88.) bei einem Gegentreffer von Martinez (73.). Die Münchner spielten souverän, überlegt, schnell, sachlich. „Mia san Mia“ auf allen Ebenen – und Fußball mit mächtig Pep. Der Trainer hatte es verstanden, eine schwierige Aufgabe zu lösen. Es war die komplexeste seit seinem Dienstantritt vor eineinhalb Jahren.

Guardiola wäre der große Verlierer gewesen bei einem Aus. Nach dem berauschenden Kantersieg, der auch nicht dadurch geschmälert wurde, dass Portos Torwart Fabiano bei einigen Treffern keine rühmliche Figur abgab, ist es ihm zuzuschreiben, dass er eine von Verletzungen gebeutelte Mannschaft zu so einem Coup coachte.

Auf der Tribüne riss es Arjen Robben von den Sitzen, nur Guardiola sah man vor allem nach den ersten frühen Treffern nie jubeln – sondern weiter coachen. Nach dem 1:0, das der fleißige Juan Bernat per Flanke vorbereitet hatte, deutete der Katalane an: Ruhe, Ruhe, gemach, gemach – nur nicht Kamikaze, das Wort hatte am Vortag die Runde gemacht. Er bildete mit den Fingern eine Brille um seine Augen, die Geste signalisierte: Wachsam bleiben! Nach dem 2:0 holte er Dantes Ersatz Holger Badstuber zu sich, redete auf ihn ein, klopfte ihm auf die Schulter – auf der anderen Seite des Platzes sah man derweil Xabi Alonso, wie er ein paar Meter neben der Jubeltraube in den Knien einen Urschrei ausstieß. Der Routinier hatte vor einer Woche das 1:3 mit einem üblen Patzer eingeleitet, gestern gab er wieder den unwiderstehlichen königlichen Kommandeur, wie er ihn nach seinem Wechsel aus Madrid abgebildet hatte.

Es gibt im Fußball Tage, an denen gelingt gar nichts, so einer war dem FC Bayern in Porto unterlaufen. Und es gibt Tage, da gelingt dir alles – siehe gestern. Die Münchner spielten wie entfesselt, die Portugiesen wussten sich nicht zu helfen. Es war eine beeindruckende Reaktion nach Tagen voller Krisensymptome (Pleite, Personalmisere, Demission von Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt). „Niemals aufgeben“, hatten die Fans in farbigen Tafeln auf die Ränge geschrieben, es gab schon Choreographien, die mehr Selbstbewusstsein demonstrierten, aber so war die Situation nun einmal vor der Partie – bis in der 14. Minute der Bann brach. Schon bald intonierten die Anhänger „Hier regiert der FCB“, und irgendwie fügte sich alles. „Die Fans sind wichtig, die Tore aber müssen wir schon selber schießen“, hatte Müller tags zuvor gesagt. Und wie sie Tore schossen! Müller ist seit gestern mit 27 Treffern Deutschlands erfolgreichster Torschütze der Königsklasse. Nebenbei bereitete er zwei Treffer vor, eines künstlerisch, eines mit Willen. Quasi mit Pep(p).

Nach Jackson Martinez’ 1:5 wackelten die Münchner etwas, doch nach Gelb-Rot gegen Marcano (rüdes Foul an Thiago) zirkelte Alonso einen Freistoß ins Netz – 6:1. Am Ende sangen die Fans vom Finale, etwas verfrüht. Das vierte Halbfinale in Folge ist jedoch eine Leistung – nie zuvor in ihrer Geschichte war den Bayern das gelungen. Dante durfte sich dann sogar noch auf dem Platz mitfreuen – in der 90. Minute brachte ihn Guardiola für Thiago.

Andreas Werner

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