Neues System? Nicht nötig!

Peps Traum: Eine Welt ohne Verletzte

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Mit Gips und Krücken: Ribéry neben Sammer.

München - Ein neues System braucht Pep Guardiola gar nicht. Ihm würde es schon reichen, wenn seine Mannschaft fit wäre. Doch gerade bei Franck Ribéry ist das derzeit alles andere als leicht. 

Der Start in den Alltag ist meist nicht so leicht, das erlebt man ja schon als Kind. Fragen Sie Mitte September mal bei den Kleinen nach, wie sie ihren ersten Schultag nach sechs Wochen Ferien fanden. Da kommt eher in den seltenen Fällen ein Feuerwerk der Freude rüber. Verständlich. Und bei den Erwachsenen ist es nach einem langen Urlaub nicht anders. Außer bei Bayern-Trainer Pep Guardiola. Der Spanier wirkte einen Tag nach Trainingsauftakt überaus fröhlich, allerdings helfen ihm dieses Jahr auch die derzeitigen Barcelona-Verhältnisse, um wieder optimal in den Arbeitstag zu starten. „Die Temperaturen sind willkommen“, posaunte er. „Das ist ein Super-München in diesem Moment.“

Guardiola über die Verletzungsproblematik: „Wir sind alle hier, um es nächstes Jahr besser zu machen“

Pep ist happy, Pep freut sich auf die neue Saison. Von seinen schönsten Ferienerlebnissen wollte er daher auch nicht mehr reden, da sah man doch deutlich den Unterschied zu den Schulkindern. Insofern musste man mutmaßen, was ein Pep Guardiola so in seinem Urlaub macht. Wer in dieser Hinsicht glaubte, ein Pep Guardiola, mehrfach von seinen Kollegen und Bossen beim FCB mit der Diagnose „fußballverrückt“ belegt, würde in seinem Urlaub täglich Aufzeichnungen von den besten Spielen aller europäischen Topligen der vergangenen zwölf Monate anschauen, lag falsch. Pep bastelt nicht nur 24 Stunden am Tag am perfekten System. Er hat einen ganz anderen Traum. Welchen? „Den ganzen Kader fit zu haben, das ist mein Traum. Mein Wunsch ist nicht ein neues System oder so etwas. Mein Wunsch ist ein System mit einem fitten Franck Ribéry. Und Arjen Robben und Javi Martinez und all den anderen.“

Vor allem bei Franck Ribéry ist das derzeit schwierig. Pep sagt: „Wir müssen ihm helfen. Das ist ein großes Problem für ihn, das ist sehr schade. Er hat alles gemacht, alles, um so schnell wie möglich in die Mannschaft zurückzukommen. Und er wird zurückkommen, ich weiß nur nicht, wann.“

Künftig will er es auch nicht mehr wissen. Der Bayern-Coach möchte nicht durch irgendwelche Tages- oder Wochenangaben bis zu einer möglichen Rückkehr Druck aufkommen lassen. Ribéry soll sich „Schritt für Schritt“ ans Team annähern. „Denn der nächste Schritt soll sicher sein.“

Schaut doch sehr fit aus: Arjen Robben im Training.

Der Spanier will seine Spieler fit haben, dann funktioniert auch sein System. Aber er scheint in Sorge, ganz generell. Die letzte Saison mit den vielen Problemen wirkt nach. Pep sagt: „Ja, wir hatten viele Verletzte, aber die hatte Borussia Dortmund auch und viele andere. Wie kommt das? Im Verhältnis hat man in der Bundesliga weniger Spiele als in England oder Spanien oder Italien“ – aber eben mehr Verletzte! Er hofft nun, dass man das in den Griff bekommt, und nahm auch seine Profis in die Pflicht. Jeder soll mehr auf sich achten. „Wir sind alle hier, um es nächstes Jahr besser zu machen.“ Ein Satz, wie man ihn auch oft zum neuen Schuljahr hört. 

Michael Knippenkötter

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